Naturschutz 37 Millionen: Land investiert mehr als das Doppelte in Schutz von Gewässern

Sachsen-Anhalt investiert in den Natur- und Hochwasserschutz. Für beides sollen laut Umweltministerium in diesem Jahr insgesamt mehr als 130 Millionen Euro ausgegeben werden – deutlich mehr als im Vorjahr. Im Mittelpunkt soll die Renaturierung stehen.

Blick auf das Flussbett der Bode in der Welterbestadt Quedlinburg.
Heiße Sommer mit anhaltender Trockenheit stellen für die Gewässer eine enorme Belastung dar. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Das Umweltministerium in Sachsen-Anhalt will in diesem Jahr mehr als 37 Millionen Euro für den Naturschutz an Seen und Flüssen ausgeben. Damit werde doppelt soviel wie im Vorjahr investiert, teilte das Ministerium mit. Weitere 95 Millionen Euro sollen demnach in den Hochwasserschutz fließen – ein Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Klimawandel als Stresstest für Gewässer

Umweltminister Armin Willingmann (SPD) sagte, der Klimawandel sei ein enormer Stresstest für die Gewässer. Die trockenen, heißen Sommer ließen Wassertemperaturen steigen und kleinere Gewässer gänzlich austrocknen. Dadurch verschwänden Lebensräume.

Armin Willingmann
Bildrechte: dpa

Wir setzen verstärkt auf Renaturierung, um unsere Gewässer dauerhaft als intakten Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu erhalten.

Armin Willingmann (SPD) Umweltminister in Sachsen-Anhalt

Die Dürrejahre 2018 bis 2020 hätten aber auch gezeigt, dass Gewässerabschnitte deutlich widerstandsfähiger gegenüber Klimaeinflüssen seien. Deshalb setze man verstärkt auf Renaturierung. Damit könnte für Tiere und Pflanzen ein dauerhaft intakter Lebensraum geschaffen werden.

Förderung von knapp 30 Naturschutz-Projekten

Mit der Investitionssumme sollen knapp 30 Projekte zum Naturschutz an Seen und Flüssen gefördert werden. Zu den wichtigsten Vorhaben zählen laut Ministerium die naturnahe Gestaltung des Lüderitzer Tanger. Der Fluss im Landkreis Stendal soll auf mehr als acht Kilometern ökologisch aufgewertet werden. Dafür sollen unter anderem Strömungslenker eingebaut und Kiesbänke errichtet werden.

Im Landessüden wird in die Renaturierung des Saubachs in Bad Bibra im Burgenlandkreis investiert. Hier soll die sogenannte Verdolung – eine Rohrleitung, die das Gewässer unter Hindernissen durchleitet – zurückgebaut werden. Das soll die Durchgängigkeit von der Unstrut bis weit in den Saubach wieder herstellen.

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MDR (Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. März 2022 | 06:00 Uhr

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