Radlader umgekippt Mehr Arbeitsunfälle – Verbraucherschützer: Gurt auch auf der Baustelle anlegen

Die Zahl der Arbeitsunfälle in Sachsen-Anhalt steigt. Einige von ihnen endeten im vergangenen Jahr tödlich – zum Beispiel, weil Schutzvorschriften missachtet wurden. Die Verbraucherschützer in Sachsen-Anhalt mahnen deshalb: Auch auf Baustellen sollte der Gurt angelegt werden.

Feuerwehr bei einem schwerer Arbeitsunfall
Arbeitsunfall: In Sachsen-Anhalt ist die Zahl solcher Unfälle im Jahr 2021 gestiegen, zeigt eine Statistik des Landesamts für Verbraucherschutz. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Blaulicht News

In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Arbeitsunfälle im vergangenen Jahr gestiegen. Darauf hat das Landesamt für Verbraucherschutz hingewiesen. In seinem am Dienstag veröffentlichen Jahresbericht ist die Rede von insgesamt zehn tödlichen Arbeitsunfällen in 2021. Das waren deutlich mehr als noch im Jahr zuvor.

In Zahlen: Worum sich die Verbraucherschützer 2021 gekümmert haben

In seinem Jahresrückblick schlüsselt das Landesamt für Verbraucherschutz auf, worum die Behörde sich 2021 gekümmert hat. Darunter waren 242 Außeneinsätze, um Tierseuchen zu bekämpfen und Tiere zu schützen. Insgesamt 4.931 Proben wurden in Lebensmittelunternehmen entnommen, um sie auf Bakterien oder Viren zu untersuchen. 5.274 Mal wurden Firmen oder Baustellen besucht, um die Arbeitssicherheit oder Corona-Regeln zu kontrollieren. Untersucht wurden außerdem 8.743 Wasser- und Umweltproben. Und: Sage und schreibe 75.613 Mal wertete die Behörde PCR-Tests aus. Knapp ein Viertel von ihnen war positiv.

Radlader bei tödlichen Arbeitsunfällen beteiligt

Wie die Verbraucherschützer nun mitteilten, war bei zwei der tödlichen Unfälle ein umgestürzter Radlader auf Baustellen im Raum Magdeburg beteiligt. Ein Unfall habe sich im Sommer 2021 auf der Baustelle für die Nordverlängerung der Autobahn 14 ereignet, hieß es. Dabei sei ein Radlader von der Fahrbahn abgekommen, über die Böschung gekippt und auf der Seite liegen geblieben. Der Fahrer der Maschine war dabei aus dem Radlader gekippt und von ihm begraben worden – offenbar, weil die Fahrertür offen und kein Gurt angelegt war, wie die Behörde betont.

Der angelegte Sicherheitsgurt verhindert, dass der Fahrer in einer Panik- bzw. Kurzschlussreaktion aus dem Radlader springt oder aus der Kabine herausgeschleudert wird.

Landesamt für Verbraucherschutz
Ein Radlader an einer Wohnungsbaustelle in Erfurt
Die Verbraucherschützer appellieren, auch im Radlader den Sicherheitsgurt anzulegen. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Jonathan Rupp

Ähnlich war die Situation demnach bei einem weiteren tödlichen Arbeitsunfall auf einer Magdeburger Großbaustelle, der sich im September zugetragen hat. Die Behörde verwies deshalb auf die Bedeutung von Sicherheitssystemen wie dem Gurt.

Untersucht wurden nach Angaben der Verbraucherschützer auch ein tödlicher Arbeitsunfall bei der Renovierung eines Hauses sowie der verunglückte Einsatz einer Kettensäge in Köthen. Dabei hatte ein Arbeiter sich an Wange und Brust verletzt – offenbar auch, weil er weder Schnittschutz-Kleidung noch einen Schutzhelm getragen hatte.

Ergebnisse gehen bei Bedarf an die Polizei

Das Landesamt für Verbraucherschutz untersucht eigenen Angaben zufolge jeden tödlichen Arbeitsunfall und stellt die Erkenntnisse Polizei und Staatsanwaltschaft auf Anfrage zur Verfügung.

Das Landesamt für Verbraucherschutz Das Landesamt für Verbraucherschutz hat Standorte in Halle, Magdeburg, Dessau-Roßlau, Stendal und Halberstadt. 500 Beschäftigte kümmern sich dort unter anderem um die Kontrolle von Lebensmitteln und Trinkwasser, die Überwachung der Gesundheit von Tieren und die Sicherheit am Arbeitsplatz.

MDR (Luca Deutschländer)

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