Deutscher Wetterdienst Frühling in Sachsen-Anhalt war zu trocken – wieder einmal

Mutmaßungen von Experten hatten es bereits nahegelegt, jetzt zeigen auch die Zahlen: Der Frühling 2022 war in Sachsen-Anhalt zu trocken. Und das macht schon jetzt Probleme, bevor der Sommer richtig angefangen hat – für die Umwelt, Landwirte und auch für die Feuerwehren.

Wanderer im Nationalpark Harz nahe des Brocken.
Im Harz sind die Schäden der jahrelangen Trockenheit besonders deutlich sichtbar. (Archivfoto) Bildrechte: IMAGO / Martin Wagner

Der Frühling 2022 war in Sachsen-Anhalt zu warm und zu trocken. Das zeigen Daten, die der Deutsche Wetterdienst am Montag veröffentlicht hat. Danach fielen zwischen Arendsee und Zeitz zwischen März und Mai abgerundet 70 Liter Regen pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Der statistisch für die Vergangenheit ausgerechnete langjährige Durchschnittswert von 135 Litern Regen pro Quadratmeter wurde in Sachsen-Anhalt damit klar verfehlt.

Ungeachtet der Tatsache, dass in anderen Bundesländern häufiger die Sonne schien als in Sachsen-Anhalt (670 Stunden), war der Frühling des laufenden Jahres im Schnitt zu warm: Die Mitteltemperatur gab der DWD mit 9,0 Grad Celsius an. Der langjährige Durchschnitt liegt hier bei 8,1 Grad.

Dass sich ein zu trockener Frühling abzeichnet, hatte eine MDR-Datenanalyse bereits Ende März dieses Jahres gezeigt. Danach war der Monat bundesweit zu trocken: Im bundesweiten Durchschnitt fielen nur etwa 20 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, etwa ein Drittel der sonst üblichen Menge. Damit zählte der März deutschlandweit zu den trockensten seit Beginn kontinuierlicher Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.

Umweltschützer: Schon wieder erste Schäden in der Landwirtschaft

Bereits vorige Woche hatten sich Experten besorgt gezeigt über den sich anbahnenden trockenen Sommer. Eine Sprecherin des Landesamtes für Umweltschutz in Halle hatte gesagt, dass in der Landschaft deshalb bereits erste Schäden an den Kulturen entstanden seien. Auch seien die Grundwasserstände nach den Dürrejahren 2018 bis 2020 sehr niedrig, Flüsse näherten sich weiteren Tiefständen an.

Niedrige Pegelstände führen dazu, dass sich das Wasser stärker erwärmt. Das beeinträchtigt wiederum die Wasserqualität und bedroht das Ökosystem im Gewässer. In zu warmem Wasser breiten sich beispielsweise giftige Blaualgen besser aus.

Feuerwehren sind besorgt

Sorge über die Trockenheit hatten auch die Feuerwehren bereits geäußert: Sie mussten in diesem Jahr schon zu mehreren Waldbränden ausrücken, unter anderem im Nationalpark Harz oder in der Dübener Heide. Der Chef des Landesfeuerwehrverbands, Kai-Uwe Lohse, hatte in diesem Zusammenhang auf die regional sehr unterschiedliche Ausstattung der Wehren verwiesen, die häufig an kommunalen Finanzen hänge. Zugleich steige die Zahl der Einsätze. Der Sommer verspreche keine Besserung.

Mehr zum Thema: Die Trockenheit und ihre Folgen

MDR (Luca Deutschländer)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. Mai 2022 | 10:30 Uhr

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