Gewalt Angriffe auf Impfzentren in Sachsen und Bayern besonders häufig

In nahezu allen Bundesländern hat es seit Beginn der Impfkampagne gegen das Coronavirus Angriffe auf Impfzentren oder Impfaktionen gegeben. Die meisten Vorfälle gab es in Bayern und Sachsen.

Vor einem Gebäude, dem Impfzentrum Eich, steht ein Polizeifahrzeug.
Auf das Impfzentrum im vogtländischen Eich wurde am 14. September ein Brandanschlg verübt. Bildrechte: MDR/B&S

Obwohl es seit Beginn der Corona-Impfkampagne in nahezu allen Bundesländern Angriffe auf Impfzentren gegeben hat, entfielen auf Bayern und Sachsen mehr als die Hälfte der Übergriffe. Das ergab eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter Ministerien, Landeskriminalämtern und der Kassenärztlichen Vereinigung. Demzufolge gab es bundesweit mindestens 190 polizeilich relevante Fälle, die im Zusammenhang mit Corona-Schutzimpfungen stehen. Bayern registrierte nach Angaben des dortigen Innenministeriums seit Dezember 2020 insgesamt 56 derartige Straftaten. In Sachsen gab es allein in diesem Jahr 54 Übergriffe. Dabei handelte es sich den Angaben zufolge meist um Sachbeschädigungen, vor allem um Schmierereien. Es wurden aber auch Drohungen, Beleidigungen, Diebstähle, körperliche Angriffe und eine Brandstiftung gemeldet.

Im Saarland wurde dagegen nur eine Schmiererei registriert. Auch Bremen meldete nur einen Fall. Der Stadtstaat Hamburg gab an, dass nichts "Gravierendes" im Zusammenhang mit Angriffen gegen Impfzentren oder -aktionen bekannt sei.

Allerdings werden die entsprechenden Taten nicht überall einheitlich erfasst. Daher können manche Bundesländer keine konkreten Zahlen zu solchen Vorfällen nennen.

Impfzentrum in Plauen beschmiert.
Die Sachschäden, die durch Impfgegner verursacht wurden, werden in Sachsen auf mehrere hunterttausend Euro beziffert. Bildrechte: DRK SACHSEN

Körperverletzungen in Mitteldeutschland

Im Zusammenhang mit Impfaktionen gab es aber auch Fälle von Körperverletzungen. In Sachsen gab es fünf solcher Straftaten. Aus Sachsen-Anhalt wurde ein Fall von gefährlicher Körperverletzung gemeldet. Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen berichtete Anfang September von einem schweren Angriff auf ein Impfteam, das in einem Einkaufszentrum in Gera Immunisierungen vornahm. Ein Mann forderte dort einen Impfnachweis ohne Impfung und schlug auf die medizinischen Fachkräfte ein, als dieser ihm verweigert wurde. Zwei Menschen wurden dadurch verletzt.

Nur wenige Verursacher von Schäden oder Störungen konnten bisher ausfindig gemacht werden. Die Polizei hat etwa 30 Tatverdächtige ermittelt. Auch während der bundesweiten Impfaktionswoche vom 13. bis 19. September gab es in mehreren Bundesländern Störungen von Impfaktionen.

Quelle: MDR/tfr/epd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 25. September 2021 | 19:00 Uhr

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