Pfefferkuchen Anstehen vor den Pfefferküchlereien in Pulsnitz

Vor den Pulsnitzer Pfefferküchlereien bilden sich vor allem am Wochenende Warteschlangen. Was ist da los? Werden etwa die Pfefferkuchen knapp?

Souvenirs aus der Pfefferkuchenstadt Pulsnitz
Ohne Weihnachtsmärkte kein Weihnachtsgebäck: Wer Pulsnitzer Pfefferkuchen liebt, muss sie direkt bei der Manufaktur kaufen. Bildrechte: imago/NBL Bildarchiv

Wer in der Weihnachtszeit in Pulsnitz Pfefferkuchen kaufen möchte, muss sich unter Umständen eine Weile anstellen, bevor er die Ladentheke erreicht. Manch einer fürchtet wegen der Warteschlangen, dass die Pfefferkuchen knapp werden. Doch dem ist nicht so, verneint Peter Kotzsch, Innungsobermeister der Pulsnitzer Pfefferküchler und Inhaber der Pfefferküchlerei Löschner. "Unser Laden ist voll." Sicherlich fehle mal das ein oder andere Produkt, aber das Hauptprodukt - die Pulsnitzer Spitzen - seien immer da.

Manufaktur statt Weihnachtsmarkt

Dass jetzt die Kunden zu den Geschäften in Pulsnitz strömen, hängt laut Kotzsch mit dem ausgefallenen Pfefferkuchenmarkt und den abgesagten Weihnachtsmärkten zusammen. Die Leute könnten nicht auf den Märkten einkaufen, wie sie es eigentlich gemacht hätten und kämen jetzt alle direkt zu den Manufakturen.

Die Schlangen vor den Läden sind ein bisschen länger, aber es gibt keine Pfefferkuchenknappheit.

Peter Kotzsch Pfefferküchlerei Löschner

Webshops wegen Bestellflut offline

Online zu bestellen ist keine Alternative. Einige der Weihnachtsbäcker haben ihre Internetshops wegen Überlastung komplett geschlossen. Löschners Webshop wurde vor drei Wochen eingestellt. "Wir sind sieben Mitarbeiter und haben teilweise an Tagen 100 Bestellungen bekommen. Das gibt die Logistik in unserer kleinen Firma gar nicht her. Wir haben halt keine Packstrecke wie Amazon", sagt Kotzsch.

Pfefferkuchenmännchen
Die Pfefferküchlereien sind Familienbetriebe. Massenbestellungen übers Internet sind da schwer zu händeln. Bildrechte: Colourbox.de

Zusätzlich Mitarbeiter für Online-Bestellungen einzustellen, scheitere am Platz in dem kleinen Geschäft, sagt der Pfefferküchlermeister. Erst einmal wolle man sich auf den direkten Verkauf aus der Backstube konzentrieren. "Wenn es in unserem Ladengeschäft wieder ruhiger wird, machen wir den Shop wieder auf. Aber zur Zeit sehe ich es noch nicht", sagt Kotzsch.

Die Online-Shops kommen aktuell nicht hinterher. Man muss wirklich vor Ort nach Pulsnitz kommen, um sich die Pfefferkuchen zu kaufen.

Manuela Lohse Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks

Genügend Pfefferkuchen vorrätig

Pfefferkuchen seien zwar eine Dauerbackware, aber sie würden hauptsächlich in der Weihnachtszeit produziert, sagt Manuela Lohse, Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes des Bäckerhandwerks. In den kleinen Manufakturen werde jetzt jeden Tag bis Anschlag gebacken.

Bleibt also nur der direkte Weg nach Pulsnitz. Bei Löschners ist am Vormittag zwischen 11 und 12 Uhr der größte Andrang, berichtet Kotzsch. Da könne auch mal eine einstündige Wartezeit zusammenkommen. Es gibt aber in allen Läden Pfefferkuchen, heißt es auch aus der Küchlerei Max Spitzer. Zumindest in acht der neun Bäckereien, denn ein Geschäft ist derzeit wegen einer Corona-Erkrankung geschlossen.

Wie die Pfefferkuchen in der Bäckerei von Hermann Löschner entstehen, hat sich MDR-Reporterin Juliane Hennig vor Ort angesehen:

Quelle: MDR(ma)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport | 07. Dezember 2021 | 16:30 Uhr

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