Gedenken Sorben in Crostwitz erinnern an Schulaufstand

Gegen den Willen von Ministerium und Behörde sind am ersten Schultag des Jahres 2001 Schüler der fünften Klasse in die sorbische weiterführende Schule in Crostwitz gegangen. Dabei sollte diese schrittweise schließen. Über Wochen wurde im dem kleinen Ort für das Recht auf die Förderung der sorbischen Sprache protestiert. Letztlich ohne Erfolg.

Menschen protestieren mit einem Plakat
Sorben in Crostwitz haben 2001 über Wochen gegen die Schließung ihrer weiterführenden Schule protestiert. (Archivbild, 31.08.2001) Bildrechte: dpa

Der Verband der Sorben Domowina und der Sorbische Schulverein begehen am Montagabend den 20. Jahrestag des "Crostwitzer Schulaufstands". Der auf Sorbisch "Chróšćan zběžk" war ein wochenlanger, hartnäckiger Protest von Eltern und Lehrern gegen die vom sächsischen Kultusministerium 2001 angeordnete schrittweise Schließung der sorbischen Mittelschule im Dorf bei Bautzen. Lehrer im Ruhestand unterrichteten daraufhin einfach die 17 Schüler der fünften Klasse im Haus weiter. Letztlich wurde der Schulaufstand per Gerichtsbeschluss gestoppt und die Schüler mussten an eine andere sorbische Schule nach Ralbitz wechseln.

Verlust einer sorbischen Schule

Mit dem Crostwitzer Schulaufstand sei eine große Traurigkeit verbunden, sagte Katharina Jurk von der Domowina vor dem Gedenkabend. "Schließlich haben wir ungeachtet der internationalen Solidarität und des großen Einsatzes vieler Sorben und ihrer Freunde eine rein sorbische Schule verloren, was für uns bis heute Verlust an Sprachsubstanz bedeutet." Aber der Protest habe auch das sorbische Selbstbewusstsein in dieser schmerzhaften Auseinandersetzung gestärkt.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 06. September 2021 | 19:00 Uhr

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