Dürreperiode Hitze und Trockenheit erschweren Verteilung von Wasser für Lausitz

Der Regen der vergangenen Tage war gut, hat aber nicht ausgereicht. Allein in Hoyerswerda fehlt die Niederschlagsmenge von drei Monaten. Die Flutungszentrale der LMBV sorgt dafür, dass trotzdem alle Nutzer in der Lausitz genügend Wasser bekommen.

Ausgetrocknet ist ein Teilabschnitt des Flusses Schwarze Elster in Südbrandenburg.
Das war einmal Fluss: Teile der Schwarzen Elster sind ausgetrocknet. Bildrechte: dpa

Ein Blick auf die Niederschlagsmengen der vergangenen Tage zeigt, dass der erhoffte reichliche Regen ausgeblieben ist. In Hoyerswerda an der Schwarzen Elster kamen beispielsweise nie mehr als fünf oder sechs Liter pro Quadratmeter und Tag herunter - meist weniger. Auf sächsischer Seite ist das Flussbett teilweise trocken. Maik Ulrich von der Flutungszentrale des Bergbausanierers Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) hat die Regenmengen der Region genau im Blick. Denn die Niederschläge entscheiden mit, wieviel Wasser er verteilen kann.

Flutungszentrale organisiert die Wasserverteilung

Der Hydrologe Ulrich leitet seit Januar die Flutungszentrale der LMBV in Senftenberg. Von hier aus wird die Flutung der Tagebaurestseen gesteuert. Das Wasser dafür kommt vor allem aus den Talsperren und Speicherbecken der Lausitz. Allerdings ist das nicht die einzige Aufgabe der Flutungszentrale, sagt Maik Ulrich. Man organisiere außerdem die Flussbewirtschaftung von Spree und Schwarzer Elster. "Die Flutungszentrale verteilt in Abstimmung mit den Ländern im Sommer die verfügbaren Wassermengen aus den Talsperren und Speicherbecken je nach Bedarf." Einmal wöchentlich bewerten die entsprechenden Gremien Sachsens und Brandenburgs dafür die Lage. Wer wieviel Wasser bekommt, ist dann in einer Rangfolge geregelt.

Maik Ulrich, den Leiter der Flutungszentrale der LMBV.
Der Hydrologe Maik Ulrich (r.) leitet seit Januar die Flutungszentrale in Senftenberg Bildrechte: LMBV/Steffen Rasche

Die Flutungszentrale verteilt in Abstimmung mit den Ländern im Sommer die verfügbaren Wassermengen aus den Talsperren und Speicherbecken je nach Bedarf.

Maik Ulrich Leiter Flutungszentrale

Tagebaurestseen bekommen als letztes Wasser

An erster Stelle stehen die Flüsse und Nutzer wie die Binnenfischer oder das Kraftwerk Schwarze Pumpe - erst danach kommen die Tagebaurestseen. Damit die Flusspegel von Spree und Schwarzer Elster nicht zu stark absinken, erhalten sie momentan zusätzliches Wasser aus den Talsperren und Speicherbecken. Denn aus wasserwirtschaftlicher Sicht hätte der Regen der vergangenen Tage nicht ausgereicht, sagt Hydrologe Ulrich. Allein in diesem Jahr fehlen in Hoyerswerda die Niederschlagsmengen von drei Monaten. Die Schwarze Elster sei daher immer noch trocken, auch für die Spree habe es wenig gebracht.

Anne-Kathrin Dydymski arbeitet in der Flutungszentrale des staatlichen Bergbausanierers LMBV.
Blick in die Flutungszentrale: Mitarbeiterin Anne-Kathrin Dydymski beobachtet die einlaufenden Daten, wie Wasserstände von Flüssen und Speicherbecken. Danach wird entschieden, wo wieviel Wasser hinfließt. Bildrechte: dpa

Wasserspeicher sind gut gefüllt

Allerdings sei die Situation nicht so extrem wie im Dürrejahr 2018, betont Maik Ulrich. Die Wasserspeicher seien gut gefüllt. "Damit können wir etwas bewirken." So wie die Stützung der Spree mit zusätzlichem Wasser. Da die Spree auch für die Trinkwasserversorgung Berlins wichtig ist, schaut man auch von dort aus genau auf die niedrigen Pegelstände. Aber die Möglichkeiten, aus den sächsischen Wasserspeichern relativ schnell Abhilfe im weit entfernten Berlin zu schaffen, seien begrenzt, meint der Hydrologe.

Die Möglichkeiten, direkt aus den sächsischen Wasserspeichern relativ schnell Abhilfe im weit entfernten Berlin zu schaffen, sind begrenzt.

Maik Ulrich Leiter Flutungszentrale

Die Schließung der Tagebaue werde die Situation der Spree noch verschärfen, sagt Ulrich. Denn der Fluss werde zu einem großen Teil mit Grubenwasser gespeist. Das fehle nach dem Kohleausstieg. Deshalb laufe aktuell eine Studie des Umweltbundesamtes, die Alternativen aufzeigen soll. Davon soll auch die Wasserversorgung in Berlin profitieren.

MDR (vis)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 30. Juni 2022 | 17:00 Uhr

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