Berichte aus der Grenzregion Neues binationales MDR-Studio will mehr Verständnis für die Nachbarn wecken

Das Görlitzer MDR-Studio wird zum ersten binationalen Studio innerhalb der ARD. Deutsche und polnische Journalisten wollen künftig von hier aus noch mehr Geschichten von Menschen aus der Grenzregion erzählen. Am Dienstag wird es mit einer Europakonferenz eröffnet.

Das binationale Studio des MDR in Görlitz.
Deutsch-Polnisches Team: Roman Nuck, Peggy Wolter, Klaudia Kandzia und Tomasz Sikora (vl.n.r.) im neuen binationalen MDR-Studio Görlitz Bildrechte: MDR/Viola Simank

Wie sieht der Alltag der Deutschen aus, wie der Alltag in Polen? Welche Themen bewegen die Menschen beiderseits der Neiße? Darüber berichten deutsche und polnische Journalistinnen und Journalisten künftig gemeinsam aus dem neuen binationalen Studio des MDR in Görlitz. Es sei wichtig, sich auszutauschen, die Perspektiven zu wechseln und so ein besseres gegenseitiges Verständnis zu wecken, sagte Sandro Viroli, Direktor des Landesfunkhauses Sachsen, im Vorfeld der Eröffnung. "Unser Ziel ist, dass die Berichterstattung nicht an der Grenze endet." Dafür arbeitet MDR SACHSEN mit dem polnischen Partnersender Radio Wrocław zusammen.

Neue Kollegen aus Polen

Das binationale Studio des MDR in Görlitz.
Neue Kollegen vor dem runderneuerten Studio: Am Dienstag wird es offiziell eröffnet. Bildrechte: MDR/Viola Simank

Neben den deutschen Kollegen Peggy Wolter und Uwe Walter werden deshalb auch eine polnische Journalistin und ein polnischer Journalist das neue Büro in Görlitz nutzen: Im wöchentlichen Wechsel sind künftig Klaudia Kandzia von Radio Oppeln und Tomasz Sikora von Radio Wrocław vor Ort. Beide wollen von hier aus für ihre polnischen Heimatredaktionen aus der Grenzregion berichten, aber auch für MDR SACHSEN Beiträge produzieren.

Klaudia Kandzia gehört der deutschen Minderheit in Polen an. Sie will Themen in Polen suchen, die Deutsche interessieren und umgekehrt. Das seien oft Alltagsgeschichten: "Ich werde sehr oft gefragt: Wie feiert ihr denn Weihnachten, was ist ein Reformationstag, was muss ich wissen, wenn ich nach Deutschland fahre?" Auch Sprache sei ein wichtiges Thema.

Das binationale Studio des MDR in Görlitz.
Klaudia Kandzia arbeitet künftig auch im Studio Görlitz. Bildrechte: MDR/Viola Simank

Für mich ist das hier eine Region. Eine Region, die von zwei Nationalitäten bewohnt wird. Das ist für mich das Spannende.

Klaudia Kandzia Journalistin

Tomas Sikora hat bereits viel Erfahrung mit Grenzgeschichten. Er gehört zum Team des wöchentlichen Radioformates "Mensch Nachbar" bei MDR SACHSEN, bei dem jeden Sonntag Geschichten aus Tschechien, Polen und Deutschland erzählt werden. Er freut sich auf die noch engere Zusammenarbeit mit seinen deutschen Kollegen. Es gebe viele Themen, die man nur finden könne, wenn man sich gut auskennt. Da brauche es die Ortskenntnis der Kollegen.

Das binationale Studio des MDR in Görlitz.
Peggy Wolter im Gesprach mit Tomasz Sikora. Beide kennen sich bereits von der Sendung "Mensch Nachbar". Bildrechte: MDR/Viola Simank

Europakonferenz fragt nach Erfahrungen in der Grenzregion

Auch Funkhausdirektor Sandro Viroli erhofft sich neue Impulse von den polnischen Kollegen. "Genau diese Alltagsthemen sind wichtig für das gegenseitige Verständnis. Wir haben hier die Möglichkeit, Europa zu erleben."

Zur Eröffnung des binationalen Studios lädt der MDR deshalb am Dienstag auch zu einer Europa-Konferenz ein. Unter der Überschrift "Europa aus den Fugen? Erfahrungen einer Grenzregion" diskutieren im Kulturforum Görlitzer Synagoge deutsche, polnische und tschechische Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Medien.

Quelle: MDR/vis

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 01. November 2021 | 19:00 Uhr

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