Tierseuche Neue Fälle von Schweinepest: Sachsen weitet Sperrzonen aus

Die Afrikanische Schweinepest ist in Sachsen weiter auf dem Vormarsch. Bei 854 Tieren wurde das Virus bislang nachgewiesen. Nach neuen Fällen außerhalb der sogenannten Restriktionszonen wurden die Sperrzonen in den östlichen Landesteilen erneut ausgeweitet. Kritik kommt von der FDP, die ein härteres Vorgehen im Kampf gegen die Seuche fordert.

In Sachsen sind neue Fälle der Afrikanischen Schweinepest entdeckt worden. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, traten mehrere Fälle außerhalb der beiden Sperrzonen II auf. So wurden südlich des Kerngebiets Meißen in der Laußnitzer Heide sowie westlich der A13 in der Gemeinde Schönfeld zwei infizierte Tiere festgestellt. Zwei weitere Fälle seien in der Gemeinde Bernstadt auf dem Eigen und Herrnhut im Landkreis Görlitz festgestellt worden.

Wegen der neuen Funde hat die Landesregierung die sogenannten Restriktionszonen erweitert. Damit bilden der gesamte Landkreis Görlitz und Flächen des Landkreises Bautzen eine der beiden sächsischen Sperrzonen. Die Meißner Sperrzone reicht bis in die Landeshauptstadt Dresden hinein. Die genaue Ausdehnung der Zonen ist auf einer Karte eingezeichnet. In den Bereichen ist unter anderem die Haltung von Hausschweinen im Freien verboten.

Gesundheitsministerium laut eigener Aussage vorbereitet

Die erweiterten Restriktionszonen wurden per Allgemeinverfügung der Landesdirektion Sachsen veröffentlicht und gelten seit Donnerstag. Sebastian Vogel, Staatssekretär im Gesundheitsministerium und Leiter des Krisenstabs, sagte, dass ein solcher Fund außerhalb der bisherigen Restriktionszonen nicht auszuschließen gewesen sei.

Staatssekretär Sebastian Vogel
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Wir haben schnell reagiert und wollen mit den sofort begonnenen Maßnahmen das Ausbruchsgeschehen innerhalb der festgelegten Zonen begrenzen.

Sebastian Vogel Staatssekretär im Gesundheitsministerium

Betriebe aus Sachsen und Brandenburg konkurrieren um Schlachtkapazitäten

Im Landkreis Görlitz wirkt sich die Ausweitung der Sperrzonen auf 110 landwirtschaftliche Betriebe mit etwa 30.000 Schweinen aus. So dürfen rund 16.000 Tiere nur in einem bestimmten Schlachthof in Schleswig-Holstein geschlachtet werden. Dort konkurrierten mehrere Betriebe aus Sachsen und Brandenburg um die Schlachtkapazitäten, erklärt der Görlitzer Amtstierarzt Udo Mann. Das sei dramatisch und er hoffe auf kurzfristige Lösungen, um den Betrieben im Landkreis Görlitz das Weiterwirtschaften zu ermöglichen. Die Afrikanische Schweinepest habe aber auch andere dramatische Auswirkungen, so Mann im Gespräch mit MDR SACHSEN: "Wir sehen jetzt eher noch Probleme, wenn es um die Futterbeschaffung geht, weil viele der Betriebe hier ja in den Restriktionszonen ihr Futter anbauen, was dann möglicherweise nicht mehr zur Verfügung steht."

FDP fordert mehr Maßnahmen

Die sächsische FDP äußerte Kritik zum bisherigen Vorgehen des Krisenstabs. "Seit Jahren rennt die sächsische Staatsregierung der Afrikanischen Schweinepest hinterher", sagte Partei-Vize Tino Günther. Man müsse die Bemühungen auch außerhalb von Sperr- und Restriktionszonen verstärken. Abschussprämien für Jäger sollten verdoppelt werden, Behördenmitarbeiter Jäger bei Treibjagden unterstützen. So könne auch außerhalb betroffener Gebiete die Zahl der Wildschweine reduziert werden. Sonst drohe Agrarbetrieben ein immenser Schaden, der sich mit finanziellen Mitteln nicht ausgleichen lasse.

Bisher wurden in Sachsen 854 Fälle von Afrikanischer Schweinepest nachgewiesen.

Quelle: MDR(lt)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Sachsenspiegel | 21. Januar 2022 | 19:00 Uhr

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