Spritpreisexplosion Fuhrunternehmer protestieren im Erzgebirge

Explodierende Spritpreise führen sind für Fuhrunternehmer und Landwirtschaft mittlerweile ein existenzielles Problem. Im Erzgebirge haben mehr als 150 Unternehmer ihrem Ärger mit einem Protestkonvoi Luft gemacht und Lösungen von der Politik gefordert.

Drei LKW auf einem Platz mit Banner: "Stoppt diesen Wahnsinn, sonst tun wir es!"
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Am Dienstagnachmittag haben mehr als 150 Fuhr- und Busunternehmer, Taxifahrer und Landwirte mit einem Protestkonvoi gegen die hohen Kraftstoff- und Energiepreise protestiert. Der Fahrzeugkonvoi startete am Annaberg-Buchholzer Kätplatz.

Ein mehrere hundert Meter langer Fahrzeugkonvoi auf einer ansteigenden Straße. Vorn ein Banner: "Spritpreis zu hoch!"
Der Protestkonvoi war mehr als einen Kilometer lang. Bildrechte: MDR/Sven Böttger

Mitorganisator Udo Burkert, der selbst ein Busreiseunternehmen führt, setzt sich für sofortige Preissenkungen ein. "Den Unternehmern geht hier ganz einfach die Luft aus und den Endverbrauchern auch. Irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht und ich denke, das haben wir jetzt." Die Steuern müssten sofort gesenkt werden. "Wir brauchen Sofortprogramme, die die Steuern senken und wir brauchen auch langfristige Lösungen, damit die gesamte Wirtschaft weiter funktionieren kann." Profiteur der Preissteigerung sei allein der Staat, der riesige Steuereinnahmen aus den Kraftstoffpreisen erziele.

Höhere Kosten sollen nicht "durchgereicht" werden

Burkert spricht sich gegen ein "Durchreichen" der gestiegenen Preise aus. "Wenn man davon ausgeht, dass im Vergleich zum Vorjahr, als der Kraftstoff etwa 1,50 Euro gekostet hat, etwa ein Euro mehr an der Zapfsäule steht, dann sind das exorbitante Kosten für jede einzelne Fahrt." Das ließe sich nicht auf die Kunden umlegen.

"Ich bin strikt gegen das Umlegen der Preise. Sie landen dann beim Endverbraucher. Und das sind wir alle." Daraus erwachse die Forderung, sofort für eine steuerliche Entlastung zu sorgen. "Wenn man die Kuh nicht füttert, kann man sie irgendwann nicht mehr melken", sagte Burkert. Im Moment müsse er seine Kunden bitten, mehr für ihre gebuchte Reise zu bezahlen.

Wenn man die Kuh nicht füttert, kann man sie irgendwann nicht mehr melken.

Uwe Burkert Busunternehmer

Protestfahrt zur Heinzebank

Der Konvoi machte sich am späten Nachmittag von Annaberg-Buchholz aus über Schönfeld und Wolkenstein bis zur Kreuzung Heinzebank auf den Weg. Auf der vielbefahrenen Kreuzung der Bundesstraßen 174 und 101 gab es eine Abschlusskundgebung, die den Verkehr in allen Richtungen für etwa 15 Minuten blockierte.

Auf einer durch LKW und Bus blockierten Kreuzung steht eine Menschengruppe vor den Fahrzeugen.
Bei der Abschlusskundgebung blockierten die Fahrer die Kreuzung "Heinzebank". Bildrechte: MDR/Sven Böttger

Die von der Bundesregierung beschlossene Entlastung bei den Benzin- und Dieselpreisen soll nach Angaben des Bundesfinanzministeriums zügig umgesetzt werden. Ein konkretes Datum wurde nicht genannt.

MDR (tfr/sb)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 29. März 2022 | 19:00 Uhr

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Geschichte

Eduard Stapel
Eduard Stapel war einer der Begründer des ersten Arbeitskreises Homosexualität in Leipzig 1982. In den folgenden Jahren setzte er sich DDR-weit für weitere solche Arbeitsgruppe ein und koordinierte die Homosexuellenbewegung des Ostens. Er ist Mitbegründer des heutigen LSVD. Bildrechte: MDR/Hoferichter & Jacobs