Drohbriefe Sachsenforst: Illegale Mountainbiker im Erzgebirge an keiner Lösung interessiert

Erst jüngst hatte der Förster des Reviers Börnichen einen Drohbrief erhalten. Die anonymen Schreiber bedrohten und beleidigten ihn, weil ihre illegal erbaute Mountainbike-Strecke im Wald abgerissen wurde. Außerdem kündigten sie Sabotage an. An einer Lösung des Konflikts scheinen die anonymen Mountain-Biker nicht interessiert, wie der Staatsbetrieb Sachsenforst erklärt.

Ein junger Mann springt mit seinem Mountainbike über eine Anhöhe auf einer Downhillstrecke im Deister.
Eine Mountainbike-Strecke in einem Wald muss zum Schutz aller Waldbesucher erst genehmigt werden (Symbolbild). Bildrechte: dpa

Die Erbauer einer nicht zugelassenen Downhill-Strecke im Forstrevier Börnichen bleiben weiterhin unbekannt. Nachdem die Biker-Piste, die sich auf Waldflächen des Freistaates Sachsen befand, durch den Staatsbetrieb Sachsenforst abgerissen wurde, antworteten die anonymen Mountainbiker mit einem Drohschreiben an den Revierförster. Mittlerweile sei ein inhaltsgleiches Schreiben an einem Försterstand im Revier aufgetaucht, teilt Sachsenforst auf Anfrage von MDR SACHSEN mit.

Dabei scheinen die anonymen Erbauer der Downhill-Strecke an keiner Lösung des Konflikts interessiert, erklärt Forstbezirksleiter Ingo Reinhold: "Die Erbauer der Anlagen haben keinen Versuch unternommen, mit Sachsenforst mit dem Ziel einer Erlaubnis in Kontakt zu treten. Das aktuelle Vorgehen der Protagonisten lässt nur vermuten, dass man auch weiterhin anonym agieren möchte."

Familie auf Mountainbikes im Wald auf einer Holzbrücke
Wälder nutzen viele Menschen zur Erholung. Für alle muss die Sicherheit gewährleistet werden. Bildrechte: Singletrack Glacensis / Marek Janikowski

Eine Kontaktaufnahme sei dem Forstbezirk nicht möglich gewesen, da keine Namen, Adressen oder anderen Kontaktmöglichkeiten zu den Erbauern der Downhill-Strecke bekannt seien.

Verein hofft auf Legalisierung von Downhill-Strecken

Ingo Reinhold verweist darauf, dass Mountainbike-Strecken sehr wohl entstehen könnten, aber nur auf legalem Weg. Um eine Downhill-Strecke zu legalisieren, ist ein Genehmigungsverfahren notwendig. Bei diesem müssten Naturschutz und die Interessen der Waldbesucher mit denen der Mountainbiker abgewogen werden.

Dazu steht der Forstbezirk Marienberg in Kontakt mit einem örtlichen Mountainbiker-Verein. Dieser Verein bemüht sich, dass ausgewählte Downhill-Strecken auch abseits von Waldwegen legalisiert werden, erklärt der Forstbezirksleiter: "Der Forstbezirk Marienberg unterstützt diese aktuell noch am Beginn stehenden Bemühungen mit dem Ziel eines dauerhaft tragfähigen Interessenausgleichs."

Noch keine Downhill-Pisten abseits von Wegen

Mountainbike-Strecken abseits von bestehenden Wegen, sogenannte Singletrails, gebe es noch keine im Forstbezirk Marienberg, erklärt Ingo Reinhold. Auf Waldwegen stehen schon einige Strecken für Mountainbiker zur Verfügung. Zum Beispiel wird eine für den Erzgebirgs-Marathon genutzt.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 19. August 2022 | 19:00 Uhr

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