Preissteigerungen Regionalbus-Betriebe im Vogtland drohen mit Einstellung des Verkehrs

Im Vogtland steht der Regionalbusverkehr auf der Kippe. Zwei Anbieter haben laut Zweckverband mit der Einstellung des Linienverkehrs gedroht. Betroffen wäre auch der Schülerverkehr. Die Busbetriebe verweisen auf gestiegene Kosten und fordern mehr Geld als im Verkehrsvertrag Ende 2018 vereinbart. Der Zweckverband weist die Forderungen zurück. Man zahle den Verkehrsbetrieben seit Monaten 50.000 als Liquiditätsvorschuss. Einschränkungen gibt es auch im Stadtverkehr Chemnitz und in Mittelsachsen.

Zwei Busse des Unternehmens "Vogtland Bus"
Busbetriebe im Vogtland sehen sich wegen gestiegener Kosten nicht mehr in der Lage, die vertraglichen Leistungen im Linien- und Schülerverkehr zu erbringen. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Im Vogtland stehen der Linien- und Schulbusverkehr auf der Kippe. Der Plauener Omnibusbetrieb und der Verkehrsgesellschaft Vogtland als Bietergemeinschaft fordern vom Zweckverband Personennahverkehr (ZVV) eine Anpassung der 2018 geschlossenen Verträge. Grund sind die Auswirkungen von Corona und die Kostensteigerungen bei Sprit, Energie und Personal. Diese seien bei Vertragsabschluss vor drei Jahren nicht vorhersehbar gewesen. Die Busunternehmen drohen, ab 8. Oktober den Linien- und Schülerverkehr einzustellen. Der Zweckverband diskutiert am Mittwoch darüber.

Verband verweist auf Vorauszahlungen wegen Kraftstoffpreisen

Der ZVV werde eine etwaige Kündigung nicht akzeptieren, hieß es. Die Änderungen des Vertrags seien trotz einer "Preisgleitklausel" nicht einfach möglich. Die könne immer nur für das Folgejahr Kostensteigerungen berücksichtigten, argumentiert der Verband. Er verweist jedoch auf Vorauszahlungen an die Busbetriebe in Höhe von monatlich 50.000 Euro seit April dieses Jahres wegen der gestiegenen Dieselpreise. Diese Vorauszahlungen sollten mit den Abschlägen für 2023 wieder verrechnet werden.

Zeitung: Busbetrieb beklagt 625.000 Euro Mehrkosten

Die "Freie Presse" berichtet, allein von März bis August 2022 sei die Bietergemeinschaft Bus mit rund 625.000 Euro Mehrkosten konfrontiert. Die Liquiditätsreserven beider Firmen seien aufgebraucht. Um eine Insolvenz abzuwenden, bleibe den beiden Busbetrieben nur noch die Möglichkeit, den Verkehrsvertrag zu beenden und dem ZVV den Busverkehr zu kostendeckenden Konditionen anzubieten.

Mehr als 60 Buslinien mit unterschiedlichen Konzepten erschließen das Vogtland inklusive des Stadt- und Ortsverkehrs. Elf weitere Buslinien binden das Vogtland an umliegende Regionen an.

Ausgedünnter Abendfahrplan in Chemnitz

Personalmangel und ein höherer Fahrerbedarf durch Baustellen sorgen für Einschränkungen im Stadtverkehr von Chemnitz. Die Chemnitzer Verkehrs AG wird ihren Fahrplan in den Abendstunden deutlich ausdünnen. Busse und Bahnen fahren nach Angaben des Unternehmens ab 4. Oktober nach 18 Uhr nur noch im 20-Minuten-Takt beziehungsweise halbstündlich. Die Regelung gilt für unbestimmte Zeit. Es würde derzeit verstärkt Fahrpersonal für Busse und Straßenbahnen ausgebildet.

Straßenbahnen nachts in der Innenstadt von Chemnitz
Abends und nachts wird der Stadtverkehr mit Bus und Bahn ausgedünnt. Es fehlt weiterhin Fahrpersonal. Bildrechte: imago images/HärtelPRESS

Fahrtausfälle wegen hohen Krankenstands in Mittelsachsen

Im Netzbereich des Busunternehmens Regiobus Mittelsachsen fallen ebenfalls Fahrten auf verschiedenen Linien aus. "Aufgrund einer hohen Anzahl von Ausfällen kann unsere Personaldisposition den Personalbedarf im Fahrdienst nicht ausreichend kompensieren", erklärte der Busbetrieb. Man sei daher gezwungen, das Fahrplanangebot "temporär einzuschränken". Die Verbindungen, die ausfallen, hat der Busbetrieb nach Linien und Abfahrtszeiten im Internet aufgelistet.

MDR (lam)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 28. September 2022 | 05:30 Uhr

Mehr aus der Region Chemnitz

Mehr aus Sachsen