Online-Shop und Pop-up-Store 1,5 Millionen Besucher auf virtuellem Weihnachtsmarkt in Seiffen

Nachdem Weihnachtsmärkte in Sachsen durch die Corona-Notverordnung untersagt wurden, suchen die Händler nach neuen wegen zu ihren Kunden. Virtuelle Märkte und ein Pop-up-Store sorgen für etwas weihnachtliche Stimmung und Umsatz.

Ein computeranimierter Weihnachtsmarkt mit Buden und Besuchern bei Schneefall.
Weihnachtsmarkt 2.0. Der begehbare Markt dient als Plattform für 40 Händler und ist sogar preisgekrönt. Bildrechte: MDR SACHSENSPIEGEL

Den Weihnachtsmarkt mit den aktuell meisten Besuchern gibt es nur online. Trotzdem waren schon 1,5 Millionen Besucher bei leichtem Schneetreiben zu Besuch auf dem virtuellen Weihnachtsmarkt in Seiffen. Eine Erfolgsgeschichte, sagt Juliane Kröner, Geschäftsführender Vorstand der Drechslergenossenschaft Dregeno Seiffen eG. "Dafür, dass wir den virtuellen Weihnachtsmarkt nur zwei Monate am Netz haben, ist das eine wahnsinnig gute Zahl." Die Dregeno habe den begehbaren Markt bereits im vergangenen Jahr entwickelt. "In diesem Jahr sind zehn neue Aussteller dazugekommen. Jetzt sind es 40 Manufakturen." Viele der kleinen Hersteller seien glücklich über diesen Verkaufskanal.

Juliane Kröner, Geschäftsführender Vorstand der DREGENO SEIFFEN eG, eine Frau mit kurzen Haaren und Brille.
Juliane Kröner, Geschäftsführender Vorstand der Drechslergenossenschaft Dregeno Seiffen eG, ist zufrieden mit den 1,5 Millionen Besuchern des virtuellen Weihnachtsmarktes. Bildrechte: MDR SACHSENSPIEGEL

Das zeigt auch, dass die Leute ein großes Bedürfnis haben nach diesem Weihnachtsgefühl, nach den Lichtern und der Stimmung.

Juliane Kröner Geschäftsführender Vorstand der Drechslergenossenschaft Dregeno Seiffen eG

Sich das nur virtuell abholen zu können, sei natürlich traurig. Aber es sei gut, dass es überhaupt etwas gebe. "Wir haben uns bei der Gestaltung an einem richtigen Weihnachtsmarkt orientiert. So ein virtueller Weihnachtsmarkt ist schön für die Stimmung oder dafür, etwas neues zu entdecken. Doch mit dem tatsächlichen Erlebnis, im Erzgebirge eine Lichterfahrt zu machen, ist das natürlich nicht zu vergleichen."

Klein aber fein: Dregeno holt begehrten Marketingpreis

Trotzdem hat Sylva-Michèle Sternkopf ein Regal in einer der virtuellen Hütte gemietet. Dort verkauft die Chefin einer Werbeagentur ihre Engel, die sie im Nebenerwerb gestaltet. Als Fachfrau hat sie aber noch einen anderen Blick auf den Online-Markt: "Ich finde, das ist eine richtig große Sache, weil es so etwas noch nie gab. Der Onlineweihnachtsmarkt der Dregeno hat ja nicht ohne Grund dieses Jahr den "German Brand Award" gewonnen, was wirklich der Ritterschlag im Marketing ist." Damit stünde man in einer Reihe mit den ganz großen deutschen Marken wie BMW und Douglas. Die Dregeno aus Seiffen hat hier eine echte Innovation geschaffen."

Pop-up-Store bringt Kreative und Kunden in Chemnitz zusammen

Einen anderen Weg haben neun Kreative in Chemnitz gewählt. Eigentlich wollten sie gemeinsam in einer Weihnachtsmarkt-Hütte ihre Waren anbieten. Das Angebot der Stadt, nach der Absage des Marktes kostenfrei bis Anfang Januar in ein leerstehendes Geschäft auf dem Chemnitzer Rosenhof zu ziehen, haben sie gern angenommen, sagt Sabrina Stopat, die einmal in der Woche die kreativen Geschenke für alle verkauft. "Es kommen sehr viele Leute, die von unserem Pop-up-Store in der Zeitung gelesen haben. Das ist sehr schön."

Auf einem Tisch werden verschieden gestaltete Lampen aus Flaschen präsentiert.
Im Pop-up-Store präsentieren neun Kreative aus Chemnitz ihre Produkte zum Anfassen und Kaufen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Natürlich könne man auch online verkaufen. Sie verkaufe ihre Häkel-Anleitungen und ganze Sets auch über eine Verkaufsplattform. "Aber es ist schön, mit den Kunden wirklich ins Gespräch zu kommen, nicht nur über die eigenen Produkte", sagt sie. Konkurrenz zwischen den neun Anbietern gebe es nicht. "Wir freuen uns über jeden Kunden, ganz gleich wofür er sich interessiert." Die Weihnachtszeit sei für alle Händler hier wichtig. "Natürlich ist der Pop-up-Store eine Notlösung gewesen." Aber sie seien sehr zufrieden, dass sie aus dieser Not heraus doch noch für die Kundschaft präsent sein könnten.

In einem Spiegel ist eine Junge Frau hinter einer registrierkasse zu sehen.
Sabrina Stopat freut sich über den direkten Kontakt zu den Kunden im Chemnitzer Pop-up-Store. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

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Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 14. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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