Energiekrise Chemnitzer Eislauf-Club startet Petition für Vereisung der Trainingshalle am Küchwald

Wegen der Energiekrise soll die kleine Trainingshalle der Eissportler in Chemnitz nicht mehr vereist werden. Die Vereine laufen gegen die Entscheidung Sturm und haben nun sogar eine Petition gestartet.

Ein Eislaufpaar zeigt eine Hebefigur
Die Chemnitzer Eissportvereine fühlen sich durch Sparmaßnahmen der Stadt Chemnitz in der Energiekrise in ihrer Existenz bedroht. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Der Chemnitzer Eislauf-Club e.V. hat eine Petition gestartet, um eine Vereisung der kleinen Eishalle im Sportzentrum am Küchwald zu fordern. Aufgrund der Sparmaßnahmen zur Energiekrise hatte die Stadt Chemnitz entschieden, in diesem Winter die Fläche nicht zu vereisen. Bislang haben bereits mehr als 6.300 Untertsützter (Stand: 10.9. um 14.30 Uhr) die Petition unterschrieben.

Chemnitzer Eissportvereine fühlen sich in Existenz bedroht

"Aufgrund der kriegsbedingten Energiesparmaßnahmen steht diese langjährige Tradition des professionellen Eissportstützpunktes, durch die Einsparung einer gesamten Eisfläche nunmehr vor dem endgültigen Aus", schreibt der Verein in der Begründung der Petition. "Die drohende Nicht-Vereisung der Trainingshalle in der Saison 2022/23 bedeutet für die Chemnitzer Eissportvereine (USG, Eisschnelllauf-Club, Eislauf-Club und Eissportverein 03), dass ein adäquater Trainingsbetrieb nicht mehr möglich sein wird und die Vereine in ihrer Existenz akut bedroht sind."

Maßnahmen bedrohen Bundesstützpunkte und Nachwuchsarbeit

Die große Eishalle decke allein nicht einmal annähernd den Bedarf der rund 950 Sportlerinnen und Sportler der verschiedenen Eissportarten. "Hart träfen die Maßnahmen insbesondere die etwa 600 aktiven Kinder und Jugendlichen, die auf dem Eis ihre sportliche Leidenschaft gefunden haben", so der Eislauf-Club in seiner Petition. Der Verein bemängelt, dass es nach zwei Jahren Corona-Zwangspause nun wieder den Nachwuchs treffen soll.

Täglich kommen unsere Kleinsten mit den größten Träumen zum Training und nach zwei langen Jahren Zwangspause durch die Corona-Pandemie soll es nun schon wieder unseren Nachwuchs treffen?

Chemnitzer Eislauf-Club e.V.

Nach Angaben des Verein wären ohne die Vereisung der kleinen Eishalle die Bundesstützpunkte sowohl für Eiskunstlauf als auch für Eisschnelllauf nicht mehr haltbar. Dann müssten Leistungssportlerinnen und Leistungssportler Chemnitz verlassen.

Stadt Chemnitz will Gespräch mit Vereinen suchen

Die Stadt Chemnitz hatte bereits vor einigen Tagen angekündigt, erneut mit den betroffenen Vereinen das Gespräch suchen zu wollen. "Der Vorschlag liegt auf dem Tisch, weil die Vereisung dieser Halle sehr viel Geld kostet und in den kommenden Jahren wahrscheinlich drei- bis viermal soviel", erklärt Stadtsprecher Matthias Nowak.

Niemand hat die Absicht, den Sport abzuwickeln.

Matthias Nowak Stadtsprecher der Stadt Chemnitz

Die Gespräche mit den Vereinen sollen Lösungen finden, wie man das Training organisiert für die Bundestützpunkte, für die Eishockeyspieler, für die Eiskunstläufer, für die Eisschnellläufer. Es solle gemeinsam geklärt werden, wie der Sport erhalten, aber trotzdem Energie gespart werden könne, da die Nutzung sehr kosntenintensiv sei. "Niemand hat die Absicht, den Sport abzuwickeln", so Nowak.

MDR (ali)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 05. September 2022 | 19:00 Uhr

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