Unterirdischer Kurzschluss Stromversorger nennt Ursache für Stromausfall in Chemnitz

Stromausfall Chemnitz
Am Sonntagabend liefen an der Unglücksstelle die Reparaturarbeiten. Bildrechte: Härtelpress

In Chemnitz hatten am Sonntag in der Mittagszeit rund 1.000 Haushalte zeitweise keinen Strom. Grund dafür war ein unterirdisches Starkstromkabel, bei dem es zu einem Kurzschluss kam.


Update: Energieversorger nennt Gründe für Havarie

Die Ursache wurde nun identifiziert: "Durch eindringende Feuchtigkeit kam es zu einem Kurzschluss in einer Verbindungsmuffe eines 10.000 Volt-Kabels", sagt eine Sprecherin von Eins Energie. Auf den Kurzschluss folgte ein sogenannter Störlichtbogen, also eine elektrische Entladung zwischen zwei Elektroden. Dieser brachte wohl laut Unternehmenssprecherin eine plötzliche Verdampfung des eingesickerten Wassers mit sich. Es kam zur "Explosion" mit Knallgeräusch, von der ein Reporter vor Ort berichtete. Auf diese Weise entstand ein kleines Loch im Erdreich, die darüber liegenden Pflastersteine wurden ebenfalls aus der Erde gedrückt und verstreut.

Auch für den auf die Havarie folgenden Stromausfall bietet der Energieversorger eine Erklärung: "Die Fehlerstelle wurde durch die Netzschutzeinrichtungen in kürzester Zeit automatisch detektiert und abgeschaltet. Dadurch kam es zum Versorgungsausfall", sagt die Unternehmenssprecherin. Den Stromausfall habe man aber innerhalb einer halben Stunde wieder beheben können. Betroffen waren etwa 1000 Haushalte.

Auch die Reparatur der Fehlerstelle habe man noch am Abend abschließen können. Laut Energieversorger wurde das beschädigte Kabel an der Fehlerstelle freigelegt und ersetzt. Anschließend wurde das entstandene Loch wieder geschlossen und die Oberfläche des Gehwegs an der Annaberger Straße 155 wieder begradigt und in ihren ursprünglichen Zustand versetzt.

Eine aufgerissene Straße und ein Servicefahrzeug.
An der Annaberger Straße in Chemnitz hat es am Sonntag an einem Stromkabel einen Kurzschluss gegeben. Dadurch wurde ein Loch in den Gehweg gerissen. Bildrechte: Jan Haertel / MDR

Lassen sich solche Havarien künftig verhindern?

Über die 24/7 besetzte Warte und den vorgehaltenen Bereitschaftsdiensten ist der zuständige, zum Unternehmen Eins Energie gehörende Netzbetreiber Inetz auf solche Vorfälle vorbereitet und konnte die Wiederversorgungsmaßnahmen unverzüglich einleiten. "Dadurch war es möglich, schon nach weniger als 30 Minuten alle Kundinnen und Kunden wieder zu versorgen", heißt es aus dem Energie-Unternehmen. Gleichzeitig räumte es auch ein: "Trotzdem lassen sich Störungen in technischen Systemen nicht vollständig vermeiden und können dann im Einzelfall zu solchen Auswirkungen führen. Das gilt umso mehr, wenn die Ursachen, wie im vorliegenden Fall, durch Umwelteinflüsse begünstigt werden oder Eingriffe Dritter vorliegen." Sprich: es kann immer wieder zu Vorfällen kommen, aber die Strukturen für ein schnelles Eingreifen existieren.


Zum Verlauf der Havarie am Sonntag

Gegen 13 Uhr wurde die Feuerwehr zur Annaberger Straße gerufen. Nahe der Straßenbahnhaltestelle Erdmannsdorfer Straße hatte es einen Knall an der 10.000-Volt-Leitung gegeben. Durch die Detonation wurde ein Loch in den Boden gerissen, Rauch stieg auf. Die Feuerwehr Chemnitz sicherte die Unglücksstelle ab. Mitarbeitende von Eins Energie kamen kurz darauf selbst zum Ort der Havarie.

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MDR (sho,dkö)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 27. November 2022 | 19:00 Uhr

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