Kulturhauptstadt Hartmann-Fabrik in Chemnitz hat wieder eine historischen Kranbahn

In der Kulturhauptstadt Chemnitz soll 2025 ein Bogen zwischen Industriegeschichte und der Zukunft der Stadt geschlagen werden. Eine Ruine der ehemaligen Hartmann-Fabrik wird dafür zum repräsentativen Zentrum umgebaut.

Kranbahn wird in die Hartmann-Fabrik in Chemnitz gehoben
Ein Kran hängt selbst am Haken: Am Montag ist die historische Kranbahn in die Chemnitzer Hartmann-Fabrik zurückgekehrt. Bildrechte: mdr

Eine historische Kranbahn komplettiert seit Montag wieder die ebenso historische Halle der ehemaligen Hartmann-Fabrik in Chemnitz. Mit der Kranbahn wurden einst Teile für Maschinen oder Lokomotiven an Ort und Stelle gehoben. Die Produktionshalle an der Chemnitzer Fabrikstraße ist eines der letzten erhaltenen Gebäude der Hartmann-Werke, die um 1900 zu den größten Industriebetrieben von Chemnitz gehörten und Lokomotiven in alle Welt exportierten. Baubetreuer Horst Geilert kennt die Geschichte des historischen Gemäuers. "Hier wurden die Lokomotiven komplettiert. Einzelteile dafür wurden hier hergestellt und montiert."

Richard Hartmann Richard Hartmann (1809 - 1878) war einer der bedeutendsten Unternehmer in der Stadt Chemnitz. Er gründete 1837 in der Stadt eine Reparaturwerkstatt für Spinnmaschinen. Zwei Jahre später baute er bereits eigene Maschinen. 1848 stellte sein Unternehmen die erste Dampflokomotive her, was ihn später zum "sächsischen Lokomotivkönig" machte. Die Hartmann-Lokomotiven wurden in alle Welt exportiert. 1870 war das Unternehmen das größte im Königreich Sachsen. In der Weltwirtschaftskrise nach dem ersten Weltkrieg wurde die Fabrik liquidiert. Heute ist neben dem Verwaltungsgebäude nur noch eine Sheddachhalle am Fluss Chemnitz von dem Unternehmen erhalten. Quelle: Netzwerk Industrie.Kultur.Ost

Blick in eine Halle im Rohbauzustand mit historischen gusseisernen Säulen.
Die gusseisernen Säulen erinnern an die Entstehungszeit der Fabrikhalle, die 1864 erbaut wurde. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Chemnitzer Unternehmer saniert historisches Gebäude

Die stark sanierungsbedürftige Werkhalle hat die Chemnitzer Unternehmerfamilie Pfeifer vor vier Jahren gekauft. Ursprünglich sollte ein modernes Verwaltungsgebäude für Firmengründer sowie kleine und mittlere Unternehmen entstehen. Nun soll die Verwaltung der Kulturhauptstadt GmbH ihren Sitz im Obergeschoss der ehemaligen Fabrik bekommen, sagt Investor Udo Pfeifer. Denn während der Planungsphase fiel die Entscheidung, dass Chemnitz Kulturhauptstadt Europas 2025 werden wird. Mittlerweile hat die Stadt das gesamte Gebäude gemietet.

"Es ist eine Galerie mit Handlauf. Dahinter werden verglaste Büros eingerichtet. Überdacht wird das mit einem historischen Sheddach, damit Licht in das Gebäude gelangt", erklärt Investor Pfeifer. In der Mitte sei ein Lichthof geplant. Die denkmalgerechte Sanierung der Halle koste etwa 10 Millionen Euro.

Udo Pfeifer, Chemnitzer Unternehmer, mit einem Bauhelm auf der Baustelle der Hartmann-Fabrik.
Investor Udo Pfeifer hatte eigentlich andere Pläne mit der Fabrikhalle. Nun baut er das Zentrum der zukünftigen Kulturhauptstadt Chemnitz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sheddach Das Sheddach erinnert mit seiner Form an die Sägezähne einer Säge. Daher ist es auch als Sägezahndach bekannt. Seinen Namen hat es allerdings aus dem Englischen. Das Wort "shed" bedeutet übersetzt "Schuppen". Ein Sheddach besteht aus mehreren kleinen Pultdächern, die hintereinander gereiht werden. www.haus.de

Hartmann-Fabrik vereint Zukunft und Vergangenheit

Nach der Fertigstellung soll die historische Fabrikhalle das Empfangszentrum für alle Besucher der Kulturhauptstadt beherbergen. Im Erdgeschoss sind noch Veranstaltungs - und Ausstellungsflächen geplant. Eine Verbindung der zukünftigen Kulturhauptstadt mit dem Sächsischen Lokomotivkönig Richard Hartmann stellt auch Stefan Schmidtke als Geschäftsführer der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 GmbH her. "Die Kulturhauptstadt Chemnitz hat ein ganz besonderes Programm. Das nimmt Bezug auf die große Industriegeschichte der Stadt und denkt die nach vorne hin weg, in Wissenschaft, Kultur und Tüftlertum." Daher sei ihm diese Fabrikhalle ganz besonders wichtig.

Stefan Schmidtke, Geschäftsführer der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 GmbH, steht mit Bauhelm vor einer eigerüsteten Halle.
Stefan Schmidtke, der Geschäftsführer der Kulturhauptstadt GmbH, wird mit seinem Team in die historische Halle einziehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR (tfr/mur)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 29. August 2022 | 19:00 Uhr

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