Betrugsmasche Diebstahl per Anruf in Schwarzenberg

Ein neues Betrugsphänomen namens "Vishing" macht aktuell bundesweit die Runde - eine Form des Trickbetrugs am Telefon. Einen ersten Fall davon hat es laut Polizei im Raum Schwarzenberg gegeben.

Gmail Hinweis durch Google wegen Sicherheitsrisiko bei einer Email.
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Die Polizei warnt vor einer neuen Betrugsmasche namens "Vishing" - eine Kombination aus "Voice" (dt.: "Stimme") und "Phishing" (dt.: Daten abschöpfen). Die Trickbetrüger ködern ihre Opfer per Telefon. Die Täter gelangen durch geschicktes Ausfragen an sensible Daten oder Geld.

Bereits im August ereignete sich einer der ersten "Vishing"-Fälle innerhalb der Polizeidirektion Chemnitz. Ein Mann aus Schwarzenberg hatte einen Anruf einer vermeintlichen Mitarbeiterin seines Kreditinstituts erhalten. Durch gekonnte Gesprächsführung ermittelte die Frau wichtige Daten des Betroffenen, wie seine Kontonummer und die Art des TAN-Verfahrens. Schließlich brachte sie den Mann dazu, 3.000 Euro an ein fremdes Konto zu überweisen.

Anrufe von angeblichen Kundenberatern

Die Masche des telefonischen Trickbetrugs könne variieren, so die Polizei. In den meisten Fällen werden die Opfer telefonisch von einem angeblichen Mitarbeitenden der Hausbank kontaktiert und vom scheinbaren Kontomissbrauch überzeugt. Eine Variante beinhaltet die Vermittlung an eine fiktive Sicherheitsabteilung oder die angebliche Polizei. Für eine Spurensicherung benötigten die vermeintlich hilfsbereiten Anrufer die originale Karte mit dazugehöriger PIN. In kürzester Zeit erscheint ein Bote der angeblichen Bank und lässt sich die Girokarte aushändigen.

Auch Phishing-Mails werden verschickt

Ebenfalls möglich ist, dass das Opfer vorab durch eine Phishing-Mail um die Preisgabe der Kontodaten gebeten wird. Zudem werde ein Anruf der vermeintlichen Hausbank angekündigt. Mit den Informationen aus der E-Mail und dem Telefongespräch schaffen es die Betrüger, auf ihrem Smartphone eine virtuelle Debitkarte anzulegen. In beiden Fällen werde das Konto des Opfers "leergeräumt", warnt die Polizei. Der Schaden läuft zu 100 Prozent zu Lasten des Kontoinhabers.

Blick auf den Eingang der Polizeidirektion Chemnitz (Sachsen)
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Folgende Tipps gibt die Polizei Chemnitz:

Geben Sie am Telefon keine persönlichen Informationen weiter – keine Telefonnummern und Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen oder Kreditkartennummern! Firmen bzw. Banken, bei welchen Sie tatsächlich Kunde sind, haben Ihre Daten vorliegen und müssen diese nicht erfragen.

• Seien Sie skeptisch am Telefon, wenn es um finanzielle Angelegenheiten geht und hinterfragen Sie im Zweifel die geschilderten Begebenheiten kritisch!

 • Wenden Sie sich an Ihre örtliche Polizeidienststelle, wenn Sie verdächtige Anrufe erhalten und erstatten Sie unbedingt Anzeige! Dies hilft den Strafverfolgungsbehörden bei der Detektion neuer Phänomene und der Aufklärung der dahinter stehenden Strukturen.

MDR (eka)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten | 05. September 2022 | 15:30 Uhr

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