Ausstellung Wismut: 30 Jahre Bergbau-Sanierung und kein Ende in Sicht

Vor 30 Jahren wurde die Wismut GmbH gegründet, um Hinterlassenschaften des Uranbergbaus in Sachsen und Thüringen zu beseitigen. Eine Ausstellung zeigt Erreichtes und wirft einen Blick auf die nächsten 30 Jahre Arbeit.

Historische Bergbaugeräte (eine Karre, eine Säge, eine Kiste) vor einer Schautafel zur Geschichte des Uranbergbaus in Sachsen und Thüringen.
Die Geschichte der Wismut GmbH in den vergangenen 30 Jahren wird in der multimedialen Ausstellung in Chemnitz gezeigt. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Am Freitag ist im Carlowitz Congresscenter Chemnitz eine Ausstellung der Wismut GmbH eröffnet worden. Die multimediale Schau trägt den Titel "Für die Menschen. Für die Umwelt. 30 Jahre Wismut GmbH". Damit wirft das am 20. Dezember 1991 gegründete Unternehmen, dessen einziger Gesellschafter die Bundesrepublik Deutschland ist, einen Blick auf die immensen Sanierungsaufgaben der vergangenen drei Jahrzehnte. "Wenn man so eine Ausstellung konzipiert, kommt man nicht umhin, zu beschreiben, was die Wismut AG bis zur Wende gemacht und uns hinterlassen hat", sagt Wismut-Sprecher Frank Wolf. Das zeige der erste Bereich der Ausstellung. "Dann folgen die Schwerpunkte der Sanierung und die technischen Lösungen." Im dritten Teil der Ausstellung werde gezeigt, was in der Zukunft noch zu tun sei.

Wir haben als Wismut seit 70 Jahren unseren Firmensitz in Chemnitz. Aber selbst in der Stadt ist nicht mehr so bekannt, dass es die Firma überhaupt gibt. Eine Firma, die mit ihrem Spezialwissen weltweit Maßstäbe setzt.

Frank Wolf Pressesprecher der Wismut GmbH

Frank Wolf, der Pressesprecher der Wismut GmbH, ein Mann mit Halbglatze und Brille, steht vor einer Schautafel.
Frank Wolf, der Pressesprecher der Wismut GmbH, hebt hervor, dass viele Sanierungsarbeiten bereits erledigt sind. Die Wismut plant jedoch bereits bis zum Jahr 2050. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Ausstellung zeigt Wiederherstellung von Landschaften

Mit Schautafeln, Originalobjekten aus der Bergbaugeschichte und Filmen zeigt die Ausstellung, dass die Wismut GmbH bei der Sanierung im wahrsten Sinne des Wortes Berge versetzt hat. "Die übertägigen Anlagen sind abgebrochen, die Halden an den verschiedenen Standorten weitgehend saniert", sagt Frank Wolf. "Unter Tage sind die Gruben auch weitgehend verwahrt." Insgesamt seien für die Sanierungprojekte in Sachsen und Thüringen fast sieben Milliarden Euro investiert worden.
Allein in und um das heutige Bad Schlema wurden 80.000 Tonnen Uranerz gefördert und riesige Abraumhalden in die Landschaft geschüttet. Das Haldenmaterial würde einen Güterzug füllen, der 30.000 Kilometer lang wäre. Die mittlerweile sanierten Halden sind heute Bestandteil des Unesco Weltkulturerbes Erzgebirge. Seit 2005 darf sich der Ort wieder Kurort nennen und das Prädikat Bad im Namen führen.

Bad Schlema: Ein Bagger verlädt die symbolische letzte Schaufel zum Abschluss der Sanierung der Halde 65. Ein Lkw transportierte die letzten von mehr als einer Million Tonnen Erdreich von dem ehemals 40 Meter hohen Berg ab.
Die Wismut GmbH beseitigte allein von der Halde 65 in Bad Schlema mehr als eine Million Tonnen Material. Auf der Fläche der ehemals 40 Meter hohen Halde sollen Wohnhäuser gebaut werden. Bildrechte: dpa

Wismut hat noch Arbeit für Jahrzehnte

Die Ausstellung wagt auch einen Blick in die Zukunft. Viele der Wismut-Anlagen werden noch viele Jahre in Betrieb bleiben müssen, sagt Wolf. "Es bleiben zum Beispiel noch Restarbeiten an den Schlammteichen. Das sind industrielle Absetzanlagen für die Rückstände aus der Uranerzaufbereitung. An der Anlage in Culmitzsch werden wir noch bis 2028 zu tun haben." Die weiteren Planungen gingen jedoch bis zum Jahr 2050. Nach der Sanierung würde die Kontrolle der Anlagen im Mittelpunkt stehen. "Wichtig ist auch, das noch anfallende kontaminierte Wasser zu fassen und zu reinigen."

Uranförderung der Wismut AG Die Wismut AG förderte zwischen 1946 und 1990 in Sachsen und Thüringen 216.350 Tonnen Uran. Da der Urangehalt in den Lagerstätten nur etwa 0,1 Prozent beträgt, wurden dafür 1,2 Milliarden Tonnen Gestein gefördert. Eine Milliarde Tonnen davon blieben über Tage auf Halden liegen. Bei der Sanierung der Wismut-Standorte fielen weitere 3.350 Tonnen Uran an, die bis 2021 auf dem Weltmarkt verkauft wurden. Seitdem ist Deutschland aus der Liste der Uran produzierenden Staaten ausgeschieden. Quelle: Wismut GmbH

Die Ausstellung im Chemnitzer Carlowitz Congresscenter ist noch bis zum 6. November 2021 zu sehen. Geöffnet ist die Schau Dienstags bis Freitags in der Zeit von 13 bis 17 Uhr. An den Wochenenden ist die Ausstellung zwischen 11 und 17 Uhr zu sehen.

Zwei Schautafeln zur Geschichte des Uranbergbaus: "Ein Sumpf, radioaktiv und giftig, 70 Meter tief."
Die Ausstellung ist noch bis zum 6. November 2021 zu sehen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Quelle: MDR/tfr/nk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 22. Oktober 2021 | 16:30 Uhr

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