Corona-Notfallverordnung Liftbetreiber in Sachsens Skigebieten wollen Öffnungen erreichen

Die Skigebiete in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bayern sind geöffnet. In Sachsen müssen die Lifte stillstehen. Besonders hart trifft es Oberwiesenthal. Von dort kann man den bunten Skizirkus in Tschechien sogar sehen. Mit beleuchteten leeren Skihängen haben die Liftbetreiber in elf sächsischen Skigebieten am Sonntag auf ihre Lage aufmerksam gemacht.

Ein menschenleerer, hell erleuchteter Skihang mit Schlepplicht bei Nacht.
Mit den beleuchteten leeren Skihängen wollten die Liftbetreiber auf ihre Situation aufmerksam machen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ski und Rodel gut - oder eben auch nicht. Die Wetterbedingungen in den sächsischen Wintersportgebieten sind im zweiten Jahr in Folge gut. Doch die Pisten und Lifte sind - ebenfalls im zweiten Jahr in Folge - geschlossen. Am Sonntag waren die leeren Skihänge in elf sächsischen Skigebieten mit Flutlicht hell erleuchtet. "Licht an, bevor das Licht ausgeht", sagt der Geschäftsführer der Fichtelberg-Schwebebahn, René Lötzsch. "Wir wollen zeigen, dass es die Skigebiete noch gibt, und dass sie nicht ein zweites Mal hintereinander geschlossen bleiben dürfen. Wir haben alle gute Hygienekonzepte, die wir auch umsetzen können." Wenn man über die Grenze nach Tschechien schaue, sehe man auf den dortigen Hängen Menschen über Menschen.

Der Geschäftsführer der Fichtelberg-Schwebebahn, René Lötzsch, ein Mann mit Bart und Mütze, steht vor einem Skihang.
Der Geschäftsführer der Fichtelberg-Schwebebahn, René Lötzsch, hofft, dass die Skigebiete in Sachsen vor dem 9. Januar 2022 wieder öffnen dürfen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wir schaffen das Geld nach Tschechien und holen die Inzidenzen nach Sachsen zurück.

René Lötzsch Liftbetreiber

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping hatte am Donnerstag auf einer Videokonferenz zur Corona-Situation im Freistaat gesagt, dass sie wisse, dass die Liftbetreiber nicht die Pandemietreiber seien und dass es dort funktionierende Hygienekonzepte gebe. Doch man müsse Kontakte reduzieren. Ministerpräsident Michael Kretschmer gab zu bedenken, dass bei einer Impfquote von 75 Prozent 2G möglich wäre. Jeder könne seinen Teil dazu beitragen, diese Quote zu erreichen.

Oberwiesenthals Bürgermeister will sich an die Landesregierung in Dresden wenden

Der Bürgermeister von Oberwiesenthal, Jens Benedict, will sich in Dresden bei der Landesregierung für eine Öffnung des Skigebietes in Oberwiesenthal einsetzen. "Ich werde unsere Unternehmerinnen und Unternehmer in dieser Woche in einer Videokonferenz zusammenbringen", sagte er MDR SACHSEN.

Wir wollen eine klare Botschaft nach Dresden senden, dass wir das leisten können, was am Keilberg, aber auch in Thüringen und Bayern möglich ist.

Jens Benedict Bürgermeister von Oberwiesenthal

Seiner Meinung nach wäre es auch der richtige Weg, wenn es geregelt an den Hängen abliefe. "Tagesaktuell kommen die Tagestouristen und bevölkern den Hang ganz ohne 2G-Regeln."

Jens Benedict
Der Bürgermeister von Oberwiesenthal, Jens Benedict, will sich bei der Landesregierung für eine Öffnung der Skibetriebe und der Hotels einsetzen. Bildrechte: Einz Wiesenthal

Unverständnis auch im Vogtland

Im vogtländischen Skigebiet Erlbach-Kegelberg sind die Mitglieder des dortigen Wintersportvereins ebenfalls frustriert. Der Verein hatte gemeinsam mit der Stadt Markneukirchen in diesem Jahr viel Geld in den Ausbau des Skigebietes investiert. Eine neue Talstation wurde gebaut, ein neues Kassensystem installiert, der Lift wurde verlängert und auch am Hang wurden Korrekturen vorgenommen. Mehr als 2.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden haben die Vereinsmitglieder investiert, sagt Norbert Dick, der Vereinsvorsitzende des Erlbacher Wintersportvereins. Er sei enttäuscht, dass der Skibetrieb untersagt worden sei. "Dafür fehlt uns absolut das Verständnis. Sport an der frischen Luft mit einem Schlepplift, mit dem man einzeln mit einem Abstand von 20 Metern hochfahren kann, ist nicht gestattet..." Das werde nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sportlich und mental einen großen Schaden anrichten.

In Sachsen verboten - in Thüringen erlaubt...

Obwohl in Thüringen die Corona-Inzidenz mittlerweile höher ist als in Sachsen, sind dort die ersten Lifte in Betrieb, weitere sollen am Wochenende folgen. Im größten Skigebiet Thüringens, in Steinach, läuft seit Anfang Dezember die Skisaison. Axel Müller, der Chef der Skiarena in Steinach, versteht den Frust in Sachsen. Müller ist in Kontakt mit den Betreibern der Ski-Arena in Eibenstock: "Sie haben mich gefragt, wie wir hier unser Hygienekonzept aufgebaut haben. Und warum der Betrieb der Anlagen nur in Thüringen möglich ist und bei ihnen nicht." Das könne er jedoch nicht beantworten. Er denke, dass man sich in Thüringen eher von dem Argument der Freizeitgestaltung im Freien leiten lassen habe, bei der die Ansteckungsgefahr geringer sei. "Die Leute stehen ja nicht direkt aufeinander beim Skifahren. Wir achten darauf, dass sie beim Anstellen den Abstand halten.

Skifahrer am Silbersattel in Steinach.
Am Silbersattel im thüringischen Steinach läuft der Skibetrieb seit Anfang Dezember. Bildrechte: MDR/Tino Geist

In Steinach gilt 2G. Nur Geimpfte und Genesene dürfen auf den Hang. In Oberhof gilt für Skifahrer und Snowboarder 3G und am 18. Dezember soll auch in Schmiedefeld die Saison eröffnet werden. Bereits zum Saisonauftakt seien Ski- und Snowboardfahrer aus Chemnitz, Leipzig und Sachsen-Anhalt nach Steinach gekommen, sagt Arena-Chef Müller. "Zugangsvoraussetzung für alle ist der Nachweis von 2G. Am Hauptzugang zur Skirarena kontrollieren Security-Kräfte den Impfstatus und den entsprechenden Nachweis für die Schüler." Er rechnet damit, dass auch in den kommenden Wochen Gäste aus Sachsen nach Thüringen zum Skifahren kommen.

Die Sächsische Corona-Notfallverordnung, die das Skifahren auf den Hängen des Freistaates verbietet, gilt bis zum 9. Januar 2022.

Abgedeckte Zugangskontrollen an einem hell erleuchteten Skilift bei Nacht.
Bis zum 9. Januar 2022 wird sich voraussichtlich an diesem Bild nichts ändern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/tfr/mdc/ds

Quelle: MDR/tfr/mdc/ds

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 13. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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