Absage Tag der Sachsen in Frankenberg fällt aus

Er gilt als Sachsens größtes Volksfest und als Plattform für das Vereinsleben im Freistaat - der Tag der Sachsen. 2020 und 2021 war er wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Am Mittwoch haben die Frankenberger Stadträte für dieses Jahr mit knapper Mehrheit die Reißleine gezogen. Aus ihrer Sicht ist das finanzielle Risiko für die Kleinstadt zu hoch. Es gilt eine Haushaltsperre, die nur zwingend nötige Ausgaben erlaubt. Landtagspräsident und Kuratoroiums-Chef Rößler ist enttäuscht.

Festumzug beim Tag der Sachsen
Der Festumzug beim "Tag der Sachsen" ist auch immer eine Plattform für die Vereine im Freistaat. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Cindy Baumgart

Der Tag der Sachsen in Frankenberg fällt aus. Der Stadtrat sprach sich am Mittwochabend mit zwölf zu zehn Stimmen knapp gegen das Volksfest aus. Grund seien die finanziellen Risiken, sagte SPD-Stadtrat Steven Kempe MDR SACHSEN. "Nach dem, was wir als Stadträte gesagt bekommen haben, belaufen sich die Plankosten auf rund 1,9 Millionen Euro, davon hätte die Stadt Frankenberg im Grundsatz 300.000 Euro tragen müssen."

Sorge vor Mehrausgaben

Etwaige Mehrkosten müsste die Stadt übernehmen, in der seit Mai 2021 coronabedingt eine Haushaltssperre gilt.

In der Haushaltskonsolidierung ist der Zustand der, dass man sich auf die notwendigsten Maßnahmen beschränken muss. Und deshalb ist aus unserer Sicht die Durchführung einer solchen Veranstaltung einfach nicht möglich.

Steven Kempe SPD-Stadtrat in Frankenberg

Die Linke im Stadtrat hatte bereits zuvor angeregt, den Tag der Sachsen 2025 gemeinsam mit Kulturhauptstadt-Jahr in Chemnitz zu veranstalten. Selbst die CDU, die lange Zeit als Verfechter des Volksfestes in Frankenberg galt, hatte zuletzt Zweifel geäußert, ob es angesichts der Kassenlage in diesem Jahr umsetzbar sei.

Rößler bedauert Absage

Der Präsident des Kuratoriums zum Tag der Sachsen, Matthias Rößler, äußerte bei MDR SACHSEN sein Unverständnis über die Absage. Das Fest habe ein gesellschaftlicher Aufbruch für die Stadt und für alle Menschen in Sachsen werden sollen, sagte der Landtagspräsident er am Donnerstag bei MDR SACHSEN. Er halte die Bedenken des Frankenberger Stadtrats für nicht begründet. Dass der Tag der Sachsen in diesem Jahr in einer anderen Stadt doch noch ausgerichtet werden könnte, schloss Rößler aus. Das sei so schnell nicht hinzubekommen. Zudem habe die Absage das Kuratorium überrascht. Stattdessen freue man sich auf den nächsten Tag der Sachsen 2023 in Aue-Bad Schlema, so der Präsident des Kuratoriums.

Matthias Rößler
Bildrechte: dpa

Wir haben uns eigentlich sehr bemüht, besonders in der Vorbereitungsphase auf alle Problemstellungen einzugehen und die Bedenken der Kommune auszuräumen. Wir haben auch einige Infrastrukturprojekte schon auf den Weg gebracht.

Matthias Rößler Präsident des Kuratoriums "Tag der Sachsen"

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bedauerte die Absage aus Frankenberg. Der Freistaat habe sich sehr um das Fest bemüht und der Stadt die größtmögliche Unterstützung zugesagt, erklärte der CDU-Politiker. Er sei überzeugt, dass die Frankenberger einen großartigen "Tag der Sachsen" auf die Beine gestellt hätten, der für viele Menschen ein starkes Signal für Aufbruch, Miteinander und Wiedererstarken des öffentlichen Lebens gewesen wäre.

Tag der Sachsen Der Tag der Sachsen gilt als größtes Volksfest im Freistaat. Es wird seit 1992 jährlich in wechselnden Städten abgehalten und dauert immer ein Wochenende. Den vorerst letzten Tag der Sachsen gab es 2019 in Riesa. Die 2020 und 2021 in Aue-Bad Schlema beziehungsweise Freital geplanten Auflagen waren wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Der Freistaat fördert den Tag der Sachsen, eine entsprechend Geschäftsstelle ist bei der Staatskanzlei angesiedelt. Das Volksfest bietet zugleich eine Plattform für das Vereinsleben in Sachsen.

Quelle: MDR (lam/Michael Langner/stt)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 20. Januar 2022 | 08:30 Uhr

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