Neuentwicklung Narva präsentiert Luftreiniger für den Konferenztisch

Narva, das große DDR-Kombinat für Leuchtmittel, wurde 1990 aufgelöst. Doch der Name blieb, und auch einer der Standorte des Kombinats in Brand-Erbisdorf überlebte. Heute kommen innovative Lichtideen aus dem Werk.

Zwei Geräte mit der Aufschrift "NARVA" und durchbrochenen Seitenteilen liegen auf einem Tisch.
Das UVC-Luftreinigungsgerät von Narva soll Gesprächspartner in einem Raum vor schädlichen Viren schützen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Brand-Erbisdorf ist in den Räumen der Narva Lichtquellen GmbH + Co. KG ein neuer Präsentationsraum eröffnet worden. Dort zeigt das Unternehmen in Zukunft seine Produktpalette. Der Betrieb, der in der DDR zum Narva-Kombinat gehörte, hat sich vom Massenproduzenten zum Speziallampenhersteller entwickelt, der jetzt auch mit UV-C-Luftreinigern auf den Markt kommt, sagte der Geschäftsführer Olaf Hansen MDR SACHSEN. "Wir haben UV-C-Luftreinigungsgeräte entwickelt. Das sind Tischgeräte, mit denen Gesprächspartner, die sich gegenübersitzen, geschützt werden können. Die Luft zwischen ihnen wird desinfiziert. Wir können unseren Kunden damit garantieren, dass sie eine Schutzwirkung haben."

Zwei Geräte mit der Aufschrift "NARVA" und durchbrochenen Seitenteilen liegen auf einem Tisch.
Neben diesen Tischgeräten zur Luftreinigung bietet Narva auch größere Standgeräte an. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Neuentwicklung soll Gespräche erleichtern

"Wir haben das Gerät in einem Jahr selbst entwickelt", sagt Geschäftsführer Olaf Hansen. "Wir haben Wert darauf gelegt, dass der Luftreiniger 'Made in Germany', eigentlich sogar 'Made in Saxony' ist." Das Gerät habe zudem die Risikoklasse Null, was bedeute, dass das Gerät vollkommen abgeschirmt sei und die schädliche UV-C-Strahlung nicht nach außen dringe. "Dazu kommt noch, dass ein Gerät, das zwischen zwei Gesprächspartnern auf einem Tisch platziert werden soll, auch leise sein muss, obwohl es die Raumluft zur Reinigung ansaugen muss."
Das sei alles gelungen. Der UV-C-Luftreiniger, der 399 Euro koste, werde jetzt produziert. Erste Geräte seien bereits verkauft worden, sagt Hansen. "Jetzt werden wir sehen, wie der Markt sich entwickelt." Für größere Anwendungen habe man außerdem ein Standgerät im Produktionsprogramm.

UV-C-Strahlung Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) ist ein Teil des elektromagnetischen Wellenspektrums zwischen 100 und 400 Nanometer. Sie ist für das menschliche Auge nicht sichtbar.
UV-C-Strahlung ist kurzwelliger und energiereicher als UV-A- und UV-B-Strahlen. Die natürliche UV-C-Strahlung, die von der Sonne ausgeht, wird von der Erdatmosphäre größtenteils absorbiert, sodass die Strahlung die Erdoberfläche nicht mehr erreicht und keine Gefahr für den Menschen darstellt. Zur Erzeugung von künstlicher UV-C-Strahlung wird meistens auf die Gasentladung und Halbleitertechnik zurückgegriffen.
Künstliche UV-C-Strahlung kann Mikroorganismen wie Bakterien, Viren oder andere Krankheitserreger abtöten oder deren Wachstum verhindern. Deswegen wird UV-C-Strahlung vor allem zur Keim- und Bakterienbekämpfung eingesetzt. Quelle: Deutsche Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit

Marktnischen als Rettungsanker

Auch der Bürgermeister von Brand-Erbisdorf, Martin Antonov, stellt das Licht von Narva nicht unter den sprichwörtlichen Scheffel. "Diese neuen UV-C-Luftreinigungsgeräte gefallen mir ganz prima. Vor vier oder fünf Jahren haben wir zudem unsere Grundschule ganz neu mit aktiven Leuchtstoffröhren von Narva ausgestattet und sind damit hochzufrieden." Geschäftsführer Hansen pflichtet ihm bei. "Ich sage immer: 'Licht ist Emotion.' Das beginnt beim Kerzenschein bei einem Candle-Light-Dinner und geht bis zum Flutlicht im Fussballstadion. Da ist eine ganz andere Emotion dabei."

Olaf Hansen, Geschäftsführer Narva Brand-Erbisdorf.
Für Narva-Geschäftsführer Olaf Hansen ist Licht mehr als nur Geschäftsgrundlage des Unternehmens, es ist Emotion. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wo Licht ist, da ist auch Schatten

Das Unternehmen hat sich durch schwere Zeiten gekämpft. Nach Angaben der Geschäftsleitung waren dafür unter anderem die Konkurrenz aus Fernost und die Umstellung auf LED-Leuchtmittel verantwortlich. Nach einer Insolvenz in Eigenverantwortung hat sich das Traditionsunternehmen 2017 neu ausgerichtet. Der Betrieb schrumpfte von ehemals 450 Mitarbeitern auf aktuell 140 Beschäftigte.

Quelle: MDR/(tfr, nk)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 21. Januar 2022 | 16:30 Uhr

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