Notverkauf Freiberg rettet verderbliche Christmarkt-Waren

Die kurzfristige Absage der Weihnachtsmärkte durch den Freistaat Sachsen hat viele Händler eiskalt erwischt. Stände waren aufgebaut, Ware bestellt und bezahlt. Freiberg hat zumindest eine Lösung für einige Händler.

Der Obermarkt in Freiberg mit Pyramide, geschlossenen Weihnachtsbuden und dem Rathaus im Hintergrund
Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Nach dem Verbot durch die sächsische Landesregierung sind mittlerweile viele Weihnachtsmärkte wieder abgebaut worden. In Freiberg präsentiert sich der dortige Christmarkt in Warteposition, die Buden sind geschlossen, aber noch da. Für die Händler, deren Ware in dieser Warteschleife verderben würde, hat der Freiberger Oberbürgermeister Sven Krüger nach einer Lösung gesucht. "Ich persönlich kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, wenn wir diese Ware wegwerfen müssten. Deswegen war von Anfang an klar, dass wir eine Möglichkeit schaffen müssen, um diese hervorragenden Backwaren und Erzeugnisse in irgendeiner Form weiterverkauft werden können."

Ein Christmarkt, der keiner ist und doch Kunden anlockt

Kurzerhand hat Krüger den Händlern, deren Ware verderben könnte, Alternativstandorte außerhalb des Marktbereichs auf dem Obermarkt angeboten. Acht Hütten sind in der Fußgängerzone entlang der Burgstraße aufgestellt worden. Krüger weist ausdrücklich darauf hin, dass dies keine spitzfindige Entscheidung der Stadt sei. "Es ist kein Weihnachtsmarkt, sondern eine Ergänzung zum stationären Einzelhandel." Man habe sich ausdrücklich auf Händler beschränkt, die verderbliche Ware haben.

Das hilft den Händlern, die dafür Geld bekommen, das hilft dem Freistaat, der möglicherweise weniger Ausfälle erstatten muss und das hilft unseren Bürgern, die trotzdem die Chance haben, einen Teil der Dinge, die auf dem Weihnachtsmarkt angeboten werden, auch zu erwerben.

Sven Krüger Freiberger Oberbürgermeister

An einer Weihnachtsbude in einer Fußgängerzone stehen Menschen an
Die Bäckerei Bärenhecke kann mit der Weihnachtshütte ihre Verluste eingrenzen. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Roman Seifert, Chef der Mühle und Bäckerei Bärenhecke aus aus Glashütte, bedankt sich ausdrücklich dafür. "Durch diese Entscheidung können wir einen Teil unserer Verluste auffangen." Natürlich ließen sich damit nicht alle Kosten decken. "Aber auch unser Verkäufer vor Ort, mit dem wir extra einen Arbeitsvertrag geschlossen haben, profitiert davon." Nicht zuletzt würde man sich auch bei den Freibergern in Erinnerung bringen mit dem kleinen Verkauf. "Wenn der Freiberger Christmarkt dann wieder ohne Einschränkungen stattfinden kann, wollen wir ja wieder dabeisein", sagt Seifert.

Kunden sind zufrieden

Die Kunden, die bei ihrem Stadtbummel am Sonnabend Gebäck, Weihnachtsstollen oder gebrannte Mandeln an den geschmückten Weihnachtshütten kaufen, sind zufrieden. "Natürlich ist das kein Ersatz für unseren Christmarkt", sagt eine Passantin. "Aber für uns gibt es wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung und den Händlern hilft es." Ein anderer Kunde freut sich, dass er trotz des geschlossenen Marktes in Freiberg Weihnachtsstollen kaufen kann. "Ich bin extra dafür hergekommen, weil es diesen Stollen nur hier gibt", sagt er. Als er mit seiner Stollentüte geht, wünscht er lachend schon einmal allen Passanten fröhliche Weihnachten.

Eine geschmückte Weihnachtsbude steht in einer Fußgängerzone mit Passanten
Von dichtem Gedränge oder mangelndem Abstrand war am Sonnabend in der Freiberger Innenstadt nicht zu spüren. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Gedränge gibt es nicht an den weit voneinander entfernt platzierten Weihnachtshütten. Familien mit Kindern nutzen den Sonnabend für einen Spaziergang. Auch ältere Menschen sind unterwegs. Insgesamt herrscht eine entspannte, wenn auch nur bedingt vorweihnachtliche Atmosphäre in Freiberg.

Hoffen auf Mitte Dezember

So wie Händler und Besucher der kleinen Weihnachtsmeile hofft auch Oberbürgermeister Sven Krüger auf den 13. Dezember. "Die aktuelle Verordnung ist ja nur bis 12. Dezember befristet. Wir hoffen natürlich, ab 13.12. vielleicht doch den Christmarkt öffnen zu können."

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 26. November 2021 | 19:00 Uhr

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