Vogtlandaussicht Oelsnitz: Aussichtsplattform krönt Burgfried von Schloss Voigtsberg

Er ist der neue Blickfang für die Stadt Oelsnitz im Vogtland: Am Wochenende wird der komplett sanierte Bergfried von Schloss Voigtsberg eingeweiht. Für den Förderverein des Schlosses erfüllt sich damit ein großer Wunsch, denn der Turm ist nun erstmals auch begehbar. Trotzdem ist der Bau nicht unumstritten. Der Grund ist die Architektur des Turms, bei der die 800-jährige Geschichte der Anlage mit modernen Elementen verknüpft wurde.

Auf einem Straßenschild steht Schloss Voigtsberg.
Schloss Voigtsberg verspricht eine gute Aussicht - der sanierte Burgfried hat jetzt eine Plattform. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Schloss Voigtsberg wird zum Ausguck über das grüne Vogtland. Am Wochenende öffnet der sanierte Bergfried des historischen Gemäuers. Und der kann zum ersten Mal erklommen werden. Wer den Aufstieg wagt, ist nicht 800 Jahren Geschichte ganz nah, sondern kann zugleich eine weite Aussicht über die Region genießen. Wenn Thomas Lehninger die 220 Treppenstufen im Inneren des Bergfrieds nach oben steigt, kann er praktisch zu jedem Stein der bis zu sechs Meter dicken Mauer eine Geschichte erzählen.

Ein Turm.
220 Treppenstufen führen auf den Burgfried hinauf. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Oben angekommen, ist Chef des Schloss-Fördervereins sichtlich zufrieden. "Jetzt, wenn man hier oben steht, ist es noch besser als man es vorher schon gedacht hat – wenn man erst einmal den Ausblick genießen kann", schwärmt er.

Weiter Blick übers Vogtland möglich

Die Sicht reicht von Plauen-Oberlosa bis zu den Höhenzügen um Schöneck. Vor fünf Jahren begann der Förderverein mit den Planungen für das ehrgeizige Projekt – die Idee dafür keimte aber schon viel länger. Vor 20 oder 25 Jahren war in Oelsnitz erstmals die Rede davon, erinnert sich Lehninger.

Blick durch Fenster in einem Turm.
Die Aussichtsplattform ist modern gestaltet. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Nun thront der 31 Meter hohe Turm saniert und weithin sichtbar über der Schlossanlage. Im unteren Bereich sieht der Bergfried wieder so aus, wie er vermutlich vor 775 Jahren erschaffen wurde. Oben, in der neuen Aussichtsplattform, dominieren dagegen glatter Beton, viel Glas und Metall. Lehninger: "Das ist halt das Baumaterial von heute – es gab ja verschiedenste Vorschläge, wie man das machen kann. Dann haben wir diesen erarbeitet und ich denke, der lässt sich gut sehen."

Nicht alle Oelsnitzer mit Aussichtsplattform zufrieden

In der Oelsnitzer Bürgerschaft ist das Ergebnis nicht unumstritten. Manche finden den Spagat zwischen Moderne und Geschichte gelungen, andere weniger und empfinden die neue Plattform als "aufgepfropft".

Das Schloss Voigtsberg.
Nicht alle Vogtländer finden die Aussichtsplattform auf dem historischen Burgfried als gelungen. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Rund 1,4 Millionen Euro kostete die Sanierung, ein großer Teil davon Fördermittel und Spenden. Für Tina Reitz, Chefin der Museen auf Schloss Voigtsberg, ist die Eröffnung des Turms  das langersehnte "I-Tüpfelchen" auf die Gesamtanlage - mit historischen Museum, Teppichmuseum und Mineraliengewölbe, wie sie sagt. Viele Besucher hätten immer wieder gefragt, ob der Burgfried zu besichtigen und zu besteigen sei. Nun ist das möglich.

Multimedia-Schau soll in Vergangenheit entführen

Damit lehnen sich die Oelsnitzer aber nicht zurück: In spätestens zwei Jahren soll in der Aussichtsplattform eine Multi-Media-Schau zur Geschichte des Vogtlands und zum Schloss Voigtsberg installiert werden.

MDR (bs/lam)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport | 13. Mai 2022 | 16:30 Uhr

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