Tourismus Mit oder ohne Freibad? Schöneck diskutiert über Campingplatz

Die Stadt Schöneck gehört zu den beliebtesten Urlaubsorten im Vogtland - im Winter locken Skihänge und Loipen, im Sommer kommen Mountainbiker und Wanderer auf ihre Kosten. Fehlt eigentlich nur noch ein idyllischer Campingsplatz in der höchstgelegenen Stadt im Vogtland, vielleicht sogar mit Freibad? Ein altes Freibad gibt es in Schöneck. Aber wer es wie und mit welcher Unterstützung aus dem Dornröschenschlaf holt, darüber wird im Rathaus gestritten.

Eine Sandstelle auf einer Wiese
Das ehemalige Schwimmbecken des Freibads Haselmühle ist heute nur noch ein Loch auf einer Wiese. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Ralf Jäkel schaut auf ein altes DDR-Farbfoto. Hunderte Menschen sind zu sehen, die sich im Freibad Haselmühle tummeln. Vor Ort starrt der Stadtrat der Freien Wähler stattdessen in ein leeres Becken, auf ein paar alte Bänke oder die Reste des ehemaligen Volleyballplatzes - Wehmut kommt auf.

"Weil man das ja von früher her anders kennt, das ist unzufriedenstellend", sagt Jäkel. "Es sollte eine Möglichkeit gesucht werden, wieder eine Bademöglichkeit für die Schönecker und die Touristen entstehen zu lassen." Derzeit gibt es in Schöneck ein Hallenbad. Für das Baden an frischer Luft gibt es in rund 15 Kilometern Entfernung Möglichkeiten in Klingenthal, Oelsnitz oder Markneukirchen.

Kombination aus Campingplatz und Naturfreibad

Nach der Wende wurde das idyllische Bad geschlossen. Die Freien Wähler planen seit rund zwei Jahren einen Neustart - als Campingplatz mit Naturfreibad. Eine Ausschreibung der Stadt blieb allerdings zweimal erfolglos, sagt Schönecks Bürgermeisterin Isa Suplie. "Gescheitert ist es im Endeffekt daran, dass wir keinen Bewerber gefunden haben, der die Kombination Camping mit Naturbad stemmen kann", erklärt sie. "Zum einen von der Investition her, aber natürlich auch hauptsächlich von der Betreibung."

Stefanie Schuster, Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Stadtrat, sieht das etwas anders. Sie wirft dem Rathaus mangelnde finanzielle und organisatorische Unterstützung eines Bewerbers vor. "Der Investor hatte die finanziellen Mittel, der hatte das Konzept inklusive Bad", sagt Schuster. "Aber er fühlte sich mit der Errichtung des Bades von der Stadt sehr allein gelassen."

Altes Bild von einem Feibad
Das Freibad Haselmühle war früher unter den Schöneckern sehr beliebt. Bildrechte: Ralf Jäkel

Stadt kann sich Mitbetreibung des Bades nicht leisten

Eine Mitbetreibung des Bades könne sich die Stadt nicht leisten, sagt Bürgermeisterin Suplie. Deshalb plädierten sie und ihre CDU-Fraktion stattdessen für die Errichtung eines Campingplatzes ohne Bad. "Wir haben am Standort Haselmühle natürlich gewisse Infrastrukturelle Voraussetzungen: Strom, Wasser, Abwasser wären dort vorhanden", sagt Suplie. "Man hätte schauen können, was bekomme ich denn noch her. Ein kleines Bistro, eine Eisbahn, Minigolf."

Für die Freien Wähler ist das keine Option. Damit wäre nicht nur das Bad ein für alle Mal Geschichte, sondern auch eine große Chance vertan, erklärt Stefanie Schuster. "Die Zielgruppe unserer Stadt sind Familien mit Kinder", sagt sie. "Und was wollen wir im Sommer? Klar wollen wir radeln, wollen wir wandern - aber baden wollen wir auch gern." Das Bad wäre ein Mehrwert für den Tourismus in Schöneck. Deswegen verfolgen die Freien Wähler weiter das kombinierte Konzept aus Campen und Baden.

Wegen der Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat ist derzeit keine Lösung des Konflikts in Sicht. Der Dornröschenschlaf für das ehemalige Freibad Haselmühle in Schöneck geht somit weiter.

MDR (al)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport aus dem Studio Chemnitz | 17. Mai 2022 | 14:30 Uhr

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