Vandalismus Brandanschlag auf Impfzentrum Eich: Köpping verurteilt Angriff

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb weniger Monate, dass das Impfzentrum Eich im Vogtland Ziel einer Attacke wird. Nachdem im März das Gebäude bereits mit Farbe beschmiert wurde, gab es nun eine weitere Eskalation. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping verurteile den Angriff am Morgen scharf.

Bürger stehen vor dam Impfzentrum im vogtländischen Eich
Es ist bereits der zweite Anschlag auf das vogtländische Impfzentrum. (Archvbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auf das Impfzentrum im vogtländischen Eich hat es am späten Dienstagabend einen Brandanschlag gegeben. Das bestätigte am Morgen die Polizei MDR SACHSEN. Unbekannte sollen demnach drei mit einer brennbaren Flüssigkeit gefüllte Bierflaschen gegen ein Rolltor der Einrichtung geworfen haben. Allerdings sei kein Feuer ausgebrochen. Ein größerer Schaden entstand nicht. Der Leiter des Impfzentrums teilte mit, der Impfbetrieb bleibe von dem Anschlag unberührt.

Polizei bittet um Mithilfe

Jan Meinl von der Polizeidirektion Zwickau sagte MDR SACHSEN, der Wachschutz des Impfzentrums habe drei Männer in einem roten Auto gesehen, die zum Tatzeitpunkt in Richtung Auerbach geflüchtet sind. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und hoffe auf die Mithilfe der Bevölkerung. "Es ist glücklicherweise nicht allzu viel passiert, aber es hätte viel passieren können", so Meinl. Wer Beobachtungen zum Tatzeitpunkt gegen 22 Uhr gemacht habe, solle sich bitte an die Polizei wenden.

Sozialministerin verurteilt Anschlag

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping verurteilte am Vormittag den Angriff als abscheuliche Tat. Sie sei erleichtert, dass keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Schaden gekommen sind, so die SPD-Politikerin.

Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen, spricht während der Kabinetts-Pressekonferenz in der Staatskanzlei
Bildrechte: dpa

Wer immer den Brandanschlag verübt hat, muss zu Verantwortung gezogen werden. Der Anschlag ist eine neue Eskalationsstufe, nachdem wir schon mehrfach verbale Angriffe auf mobile Impfteams festgestellt haben.

Petra Köpping Sozialministerin Sachsen

Es sei eine persönliche Sache, sich nicht impfen zu lassen, so Köpping weiter. "Aber andere Menschen und Gebäude anzugreifen, um die Impfkampagne insgesamt zu stören, ist nach meiner Auffassung ein krimineller Akt und gehört hart bestraft."

Linke warnt vor "Eskalationsspirale"

Die sächsische Linke zeigte sich ebenfalls schockiert von der Attacke und rief die Landesregierung zum Handeln auf. "Die Staatsregierung muss dem Treiben von Pöblern und Gefährdern entschieden entgegentreten. Sonst wird sich die gesellschaftliche Eskalationsspirale weiterdrehen", teilten Parteichefin Susanne Schaper und der Linke-Fraktionsvorsitzende Rico Gebhardt am Mittwoch mit. Wo sei man eigentlich hingekommen, dass nun eine Schutzimpfung politisch instrumentalisiert werde, hieß es. Man akzeptiere zwar die Entscheidung, sich nicht impfen zu lassen, aber nicht, dass Impfgegner ein "Klima der Angst" schaffen würden.

Zweiter Angriff binnen kurzer Zeit

Das Impfzentrum Eich war bereits im März das Ziel einer Farbattacke. Der Vogtlandkreis gehörte Anfang des Jahres zu den am stärksten von Corona betroffenen Gebieten in Deutschland. Durch eine breit angelegte Impfkampagne sanken die Zahlen im Kreis.

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 15. September 2021 | 09:00 Uhr

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