Vogtland Investor will Bio-Fische in früherem Textilwerk in Elsterberg züchten

Wo einst Viskose-Seidefäden gesponnen wurden, könnten bald hunderttausende Zander schwimmen. Ein Investor aus Wien möchte im früheren Enka-Textilwerk von Elsterberg eine Indoor-Fischzucht aufbauen.

Zwei Zander liegen in einem Netz.
Zwei Zander, die in einer Aquakultur in Hessen gezüchtet wurden. Bald soll in Elsterberg im Vogtland eine ähnliche Fischfarm entstehen. Bildrechte: dpa

Nach den Plänen des Investors könnten in zwei Jahren unzählige Zander in den Hallen des Enka-Werks schwimmen. Die österreichische Firma Varuna Aquakultur aus Wien sieht in dem Standort Potenzial für eine große Fischzuchtanlage. "Wir möchten eine Indoor-Aquakulturanlage bauen", sagte Geschäftsführer Bastian Helfrich am Mittwoch bei einer Bürgerversammlung den interessierten Anwesenden. 18 Millionen Euro sollen die Anlage für eine Zander-Zucht kosten. Der gut ein Kilogramm schwere Speisefisch soll nach den Vorstellungen der Investoren in Bio-Qualität heranwachsen. "Wir verwenden keine Antibiotika, keine Chemie, keine Medikamente", meinte Helfrich.

Wir verwenden keine Antibiotika, keine Chemie, keine Medikamente.

Bastian Helfrich Varuna Aquakultur

Investor verspricht: Kein Lärm oder Gestank für Anwohner

Für die Fischaufzucht soll ein Becken- und Röhrensystem gebaut werden. Neben artgerechter Haltung werde nach Angaben der Wiener Investoren auch ein geringer Wasserverbrauch im Fokus stehen. Der soll durch ein Filter- und Kreislaufsystem gewährleistet werden. Lärm- oder Geruchsbelästigungen entstünden für die Anwohner nicht.

Was war das Enka-Werk? - Der Faserhersteller Enka in Elsterberg hatte sich auf die Herstellung von Viskoseseide spezialisiert.
- Die Produktion war 2009 geschlossen worden.
- Zuvor war Enka mit rund 460 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Elsterberg.

Zustimmung des Stadtrats Elsterberg

Bis zum Herbst will das Unternehmen alle Vorarbeiten erledigen. Spätestens in zwei Jahren soll gebaut werden. Die Firma will die Zanderzucht dann schrittweise vergrößern. Im ersten Produktionsjahr sei eine Fischernte von 300 Tonne geplant. In den Folgejahren soll die Produktion bis auf 900 Tonnen gesteigert werden. Rund 60 Arbeitsplätze würden mit der Anlage entstehen, so der Investor.

Der Stadtrat von Elsterberg hat den Plänen grünes Licht gegeben. Auch Bürgermeister Sandro Bauroth (FDP) setzt Hoffnungen in das Projekt. "Es wäre ein Glücksfall, wenn wir einen nachhaltigen Investor nach Elsterberg bekämen." Dafür soll im Herbst die endgültige Entscheidung fallen.

MDR (bs/ma)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport | 12. Mai 2022 | 16:30 Uhr

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