Energiekrise Kürzere Öffnungszeiten und höhere Preise im Stadtbad Plauen

Es sind aktuell schwere Zeiten für Hallenbäder. Wegen steigender Kosten für Strom und Gas zieht mancher Betreiber schon jetzt die Notbremse, bundesweit bleiben immer mehr solcher Einrichtungen zu oder der Betrieb wird massiv eingeschränkt. Auch die Stadt Plauen muss sich mit dem Thema beschäftigen. Die geplante Gasumlage treibt den Verantwortlichen die Sorgenfalten auf die Stirn. Ein ganzes Maßnahmenpaket soll helfen, das Bad trotzdem weiterhin offen zu halten.

Das Stadtbad Plauen von Innen.
Das Stadtbad Plauen muss zehn bis 15 Prozent Energie einsparen. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

500.000 Kilowattstunden Strom und knapp drei Millionen Kilowattstunden Gas: so viel Energie verbraucht das Stadtbad Plauen im Jahr. Das kann nicht so bleiben, meint de Chef der städtischen Bäder Gmbh Ronny Adler. "Unsere Verbräuche müssen wir um zehn bis 15 Prozent senken", sagt er. "Optimal wäre es, 20 Prozent zu reduzieren, um so die Kosten überhaupt darstellen zu können."

Man habe zwar langfristige Verträge mit aktuell sehr günstigen Konditionen. Trotzdem werde allein die geplante Gasumlage ab Oktober monatliche Zusatzkosten von bis zu 15.000 Euro zur Folge haben, rechnet Adler vor. Um gegenzusteuern, wurden jetzt mehrere Sparmaßnahmen beschlossen.

So will das Stadtbad Plauen ab 29. August sparen:

  • Einschränkung der Öffnungszeiten auf 7 bis 20 Uhr (vorher 7 bis 22 Uhr)
  • Senkung der Wassertemperatur im großen Sportbad um 1,5 Grad Celsius auf 26 Grad Celsius
  • Temperatursenkung in den Duschen von 42 Grad Celsius auf 40 Grad
  • Einschränkung der Betriebszeiten der Innensauna auf 10 bis 21 Uhr (vorher 10 bis 22 Uhr)
  • Einschränkung der Betriebszeiten der Außensauna auf 13 bis 19 Uhr
  • reduzierte Hallenbeleuchtung im Sommer
  • Ab 1. Oktober Erhöhung des Eintrittspreises um 50 Cent Energieumlage befristet bis zum 31. März 2024

Das Stadtbad Plauen von Innen.
Kürzere Öffnungszeiten und Temperaturabsenkungen sollen Energie und damit Kosten sparen. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

Eine komplette Schließung des Bades sei unvorstellbar und das nicht nur wegen der 100.000 Gäste jährlich, sagt Plauens Sportbürgermeister Tobias Kämpf. "Hier lernen tagtäglich Kinder und Jugendliche schwimmen." Und: "Wir haben zehn Sportvereine, die regelmäßig trainieren und auf höchster Ebene Sport treiben. Wenn so etwas weg bricht, werden wir gesellschaftliche Verwerfungen erleben. Das können wir uns jetzt gar nicht vorstellen."

Weniger Platz und höhere Kosten für Sportvereine

Auch die Vereine werden die Sparmaßnahmen spüren. Einerseits sollen die Nutzungsgebühren steigen, anderseits müssen sie aufgrund der verkürzten Öffnungszeiten mit weniger Platz auskommen, erklärt Bäder-Chef Ronny Adler. "Das heißt, wir teilen das 50-Meter-Sportbecken in ein 25-Meter-Becken für die Vereine und ein 25-Meter-Becken für die Öffentlichkeit", erzählt er.

Stadtbad bekommt Photovoltaikanlage und Anbau

Neben Einsparungen gibt es aber auch Investitionen: Das Stadtbad bekommt  für 185.000 Euro eine Photovoltaikanlage. Die soll zukünftig rund 20 Prozent des Stromverbrauchs decken. Die Installation und Inbetriebnahme sollen bis 30. Juni 2023 erfolgen. Ob all das den Badbetrieb langfristig sichern kann, bleibt offen, meint Sportbürgermeister Kämpf. "Das muss die Bundesregierung klärten", sagt er. "Ob sie sagt, sie machen eine vernünftige Energiepolitik, die eben die Kommunen in die Lage versetzt, Bäder weiterhin halbwegs wirtschaftlich betreiben zu können." 

Außerdem hält die Stadt Plauen am geplanten Stadtbadanbau fest. In einem Modellprojekt soll ein zusätzliches 25-Meter-Becken, vor allem für den Vereinssport, gebaut werden, so Kämpf. Durch die Erweiterung sei es möglich, auch mehr Einnahmen zu erzielen. Mehr als 16 Millionen Euro soll der Anbau kosten, ein großer Teil fliet aus Fördertöpfen. Bis 2026 soll das Projekt umgesetzt sein.

Das Stadtbad Plauen, Eingang
Auch für Sportvereine werden die Kosten für die Nutzung des Stadtbades Plauen steigen. Bildrechte: MDR/Bernd Schädlich

MDR (ali)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 11. August 2022 | 13:30 Uhr

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