UNESCO-Weltkulturerbe Welterbeantrag für Göltzschtalbrücke wird konkreter

Der Antrag für den Welterbetitel für die Göltzschtalbrücke wird weiter vorangebracht. Nachdem die Landesregierung im Sommer die größte Ziegelsteinbrücke der Welt auf Platz eins der sächsischen Vorschläge gesetzt hatte, wurden nun die entsprechenden Unterlagen weiter vervollständigt.

Göltzschtalbrücke im Vogtland
Bewerbung um Welterbetitel für die Göltzschtalbrücke wird konkreter. Bildrechte: dpa

Reichenbachs Oberbürgermeister Raphael Kürzinger sagte MDR SACHSEN: "Wir haben den Welterbeantrag noch einmal nachschärfen lassen". Es sei auch der Wunsch der Staatsregierung gewesen, vergleichende historische Studien heranzuziehen, zu vergleichbaren Brücken nochmal recherchieren zu lassen. Dem Antrag und der Weitergabe an die Kultusministerkonferenz stehe nun nichts mehr im Wege, so Kürzinger weiter.

Bekanntheitsgrad soll mit Vermarktung weiter wachsen

Die 78 Meter hohe Göltzschtalbrücke im vogtländischen Netzschkau gilt als die größte aus Ziegeln errichtete Brücke der Welt. Trotzdem sei sie noch zu unbekannt. "Diese Welterbe-Bewerbung hat aber dazu geführt, dass der eine oder andere Tourist sich durchaus jetzt auch aufmacht, um die Brücke zu besichtigen", sagte Reichenbachs Oberbürgermeister. Kürzinger sagt, er wage sich gar nicht auszudenken, was passiere, wenn die entsprechende Infrastruktur geschaffen sei und das Marketing beginne.

Die Göltzschtalbrücke bei Netzschkau feierte im Juli dieses Jahres Geburtstag. Am 15. Juli 1851, vor 170 Jahren, fuhr der erste Zug über die weltgrößte Ziegelsteinbrücke.

Dampflok fährt über Göltzschtalbrücke
Erste Zugfahrt 1851 über die Göltzschtalbrücke ist Schwerpunkt der UNESCO-Welterbe-Bewerbung. Bildrechte: Daniel Unger

Finale Entscheidung steht noch aus

Neben der Göltzschtalbrücke im Vogtland bewirbt sich Sachsen auch mit dem Meissener Porzellan um den Welterbetitel. Jedes Bundesland darf zwei Vorschläge einreichen. Bis es dazu kam, mussten sächsische Welterbetitel-Bewerber etliche Auswahlverfahren und Prüfungskriterien durchlaufen und bestehen.

Bevor es zur Festlegung einer endgültigen deutschen Bewerberliste und zur Vorlage bei der UNESCO kommt, werden die Vorschläge zunächst in einem Evaluierungsverfahren geprüft. Das passiert kommendes Jahr durch einen internationalen Fachbeirat. Im Jahr 2023 entscheidet die Kultusministerkonferenz abschließend über die deutschen Bewerber. Die UNESCO selbst berät im Februar 2024 über die neuen Welterbe-Titelträger.

UNESCO Welterbe Mit der Anerkennung zum Unesco-Welterbe geht die Verpflichtung einher, das Welterbe zu schützen, zu erhalten und an zukünftige Generationen weiterzugeben. Aktuell verzeichnet die Welterbeliste 1.121 Stätten in 167 Ländern. Mit derzeit 51 Welterbestätten gehört Deutschland zu den Ländern mit den meisten Eintragungen. Sachsen ist mit den beiden länderübergreifenden Stätten Montanregion Erzgebirge und dem Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau vertreten.

Quelle: MDR (dst/bs)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 26. Dezember 2021 | 14:00 Uhr

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