Branchentreff Absatzeinbrüche trüben Stimmung auf Automobilkongress in Zwickau

Der Automobilmarkt in Deutschland ist gegenüber dem niedrigen Niveau des Corona-Jahres 2020 nochmals um 1,2 Prozent geschrumpft. Denn: Es fehlen weltweit Halbleiter. Der 25. Internationale Automobilkongress in Zwickau steht daher auch im Zeichen der Krise.

Mit Laub bedeckte Autos vom Hersteller Volkswagen (VW) und Audi parken am 19.10.2015 in Hamburg.
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Am Dienstag hat in Zwickau der 25. Internationale Automobilkongress unter dem Titel "Revolution in der Autowelt" begonnen. Den zweitägigen Kongress der IHK Chemnitz besuchen mehr als 160 Experten und Entscheider der Branche. Sie wollen unter anderem über die Zukunft der E-Mobilität, den Wasserstoffantrieb, synthetische Kraftstoffe und die Folgen für die Zulieferindustrie diskutieren. "Die Transformation in der Automobilindustrie ist in vollem Gange. Erstmals werden wir in diesem Jahr in Europa mehr als eine Million Elektrofahrzeuge absetzen", sagt Dirk Vogel vom Netzwerk der Automobil-Zulieferer (AMZ). Er betonte zugleich auch die große Bedeutung, die das Thema E-Mobilität für den Standort Sachsen habe. Das Bundesland sei damit in Deutschland Schwerpunkt in der Produktion von E-Autos. "Die Mitarbeiterzahl in der Branche in Sachsen ist dabei bisher stabil geblieben.“

Netzwerkmanager bei AMZ - Netzwerk Automobilzulieferer Sachsen Dirk Vogel
Netzwerkmanager Dirk Vogel sieht Sachsen bei der Produktion von Elektroautos gut aufgestellt. Bildrechte: AMZ/Vogel

Zulassungszahlen bei Pkw rückläufig

Die Automobilbranche steckt nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) weiterhin in einer Absatzkrise. Von Januar bis September 2021 wurden in Deutschland zwei Millionen Pkw neu zugelassen. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2019 gingen die Zulassungszahlen demnach um mehr als ein Viertel zurück. Der Absatzeinbruch trifft nur Diesel- und Benzinfahrzeuge. Bei Elektrofahrzeugen und Plug-In-Hybriden ist nach Zahlen des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) bis September 2021 der Verkauf gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 34 Prozent gestiegen.

Dirk Vogel vom Netzwerk der Automobil-Zulieferer AMZ sieht den Grund für den Rückgang der Produktion in der Coronakrise: "Im letzten Jahr, als die Automobilindustrie heruntergefahren wurde, sind auch alle Zulieferungen storniert worden. Das betrifft auch die Chipindustrie." Da die Kapazitäten dort ausgelastet sind, müsse man sie nun wieder hinten anstellen." Diesmal wird das nicht durch den Stillstand der Werke ausgelöst, sondern durch den Mangel an Komponenten."

Stefan Schubert (22), Instandhalter in der Endmontage im Werk von Volkswagen Sachsen, poliert den letzten VW Golf Variant neben dem neuen ID.3
In Zwickau lief im Sommer 2020 der letzte Verbranner-Pkw vom Band. Die Umstellung auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge hat Auswirkungen auf die Zulieferindustrie. Bildrechte: dpa

Zulieferer Thyssenkrupp verlässt sich nicht auf die Politik

Bei thyssenkrupp Dynamic Components Chemnitz verfolgt man die Strategie, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen. Dort werden für den weltweiten Markt weiterhin Nockenwellen produziert, die E-Mobilität spielt aber auch eine Rolle. Die Nähe zur Technischen Universität Chemnitz ist ein Standortvorteil für die Gewinnung von Fachkräften.

Ehrung für besonderen Einsatz

Erstmals wird am Dienstagabend auf dem Zwickauer Branchentreff der August-Horch-Ehrenpreis vergeben. Mit ihm werden nach Angaben der IHK Chemnitz besondere Verdienste rund um den sächsischen Automobilstandort gewürdigt. Damit werde der Entwicklung Sachsens zu einem der wichtigen Automobilstandorte in Deutschland Rechnung getragen.

Quelle: MDR/tfr/Birgit Hettwer

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 12. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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