Einschränkte Versorgung Wegen Personalmangel bleibt Notaufnahme in Kirchberg an Wochenenden dicht

Die Notaufnahme in Kirchberg kann an Wochenenden nicht mehr personell besetzt werden. Das teilte die Zwickauer Heinrich-Braun-Klinik mit. Notfallpatienten müssen längere Wege in Kauf nehmen - etwa bis Zwickau, ins Erzgebirge oder ins Vogtland fahren. Das will Kirchbergs Rathauschefin nicht dauerhaft hinnehmen.

Schockraum in einer Notaufnahme
Im Kirchberger Krankenhaus bleibt die Notaufnahme ab sofort von Freitagnachmittag bis Montagfrüh geschlossen. Es fehlt Fachpersonal. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Agentur 54 Grad

In Kirchberg im Landkreis Zwickau bleibt die Notaufnahme ab sofort an Wochenenden und Feiertagen geschlossen. Es fehle das Personal, teilte das Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau (HBK) als Betreiber mit. Der Einschnitt sei notwendig, da der anhaltende Fachkräftemangel nicht länger kompensiert werden könne. Zuletzt habe bereits Personal vom Standort Zwickau einspringen müssen.

Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, hieß es. Fehlende diagnostische und therapeutische Leistungen können unter Umständen aber eine Weiterverlegung erforderlich machen, so die Klinik. Dies führe dann zu verzögerter Diagnostik und Behandlungsabläufen, was in einigen Fällen eine Gefahr für den Betroffenen darstellen könne. Patienten müssten vorerst zwischen Freitag 16 Uhr und Montag 7 Uhr auf die Rettungsstellen der umliegenden Krankenhäuser ausweichen. Die Pressestelle der HBK konnte auf Nachfrage von MDR SACHSEN noch keinen Ausweg aus der aktuellen Personalmisere aufzeigen.

Kirchbergs Bürgermeisterin will Einschränkung nicht hinnehmen

Kirchbergs Bürgermeisterin Dorothee Obst (Freie Wähler) sagte MDR SACHSEN, sie werde die Schließung der Notaufnahme an Wochenenden nicht widerspruchslos hinnehmen. Sie suche das Gespräch mit der Klinikleitung, zu der gute Kontakte bestünden. Die Rathauschefin habe offiziell auch erst durch Veröffentlichung des Krankenhauses von den Plänen erfahren, die Personalengpässe seien aber über "Buschfunk" schon in der Stadt bekannt gewesen.

Der Krankenhausstandort Kirchberg benötige eine funktionierende Notaufnahme an allen Tagen, so Dorothee Obst. Die Stadt sei auch ein attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort im Ballungsraum Zwickau, wie der Zuzug von Ärztinnen und Ärzten beweise, die im Krankenhaus arbeiten. Obst will in jedem Fall verhindern, dass aus der vorübergehenden Wochenendruhe der Notaufnahme ein Dauerzustand werde.

Rettungsdienst von Wochenendruhe nicht betroffen

Der Rettungszweckverband Südwestsachsen teilte auf Anfrage mit, dass der Rettungsdienst der Johanniter in Kirchberg uneingeschränkt weiterhin jeden Tag bereit sei. Es müsse niemand länger auf Krankenwagen und Notarzt warten. Notfallpatienten würden an Wochenenden vorübergehend in andere Kliniken oder - wie bereits bisher - bei bestimten Diagnosen in spezialisierte Notaufnahmen gebracht. Das treffe beispielsweise auf Schlaganfallpatienten zu.

Weitere Wege für Menschen in medizinischen Notfällen

Die Notaufnahme Kirchberg befindet sich im Krankenhaus im Stadtteil Burkersdorf. Die Abmeldung bei der zuständigen Rettungsleitstelle des Rettungszweckverbandes Südwestsachsen sei bereits erfolgt, hieß es.

Neben der Zentralen Notaufnahme am HBK-Standort Zwickau stünden der Bevölkerung in und um Kirchberg im Umkreis von 30 Kilometern in den Landkreisen Zwickau, Vogtland und Erzgebirge sechs weitere Rettungsstellen zur Verfügung.

MDR (lam)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachricten aus dem Studio Chemnitz | 05. Oktober 2022 | 05:30 Uhr

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