Corona-Pandemie Wie gehen Einzelhandel und Kultur in Sachsen mit dem Ende der Maskenpflicht um?

Seit dem 3. April gelten in Sachsen nur noch Basisschutzvorkehrungen gegen das Coronavirus. Das heißt, in den meisten Bereichen gibt es weder Zugangsregeln (G-Regeln) noch eine Maskenpflicht. Doch Händler oder Dienstleister und auch kulturelle Einrichtungen können aufgrund ihres Hausrechts selbst Vorsicht walten lassen und Einschränkungen verhängen. MDR SACHSEN hat sich einmal im Land umgehört, welche Vorkehrungen weiterhin bestehen bleiben.

Eine ältere Dame hält 2020 eine Alltagsmaske in den Händen.
Maske tragen oder nicht? Die gesetzliche Pflicht ist in Sachsen zwar abgeschafft, allerdings können Läden und kulturelle Einrichtungen das Tragen in ihren Räumlichkeiten trotzdem vorgeben. Bildrechte: dpa

Maskenpflicht und Zugangsregeln gehören in Sachsen in den meisten Lebensbereichen seit Sonntag mit Inkrafttreten der neuen Corona-Schutzverordnung der Vergangenheit an. Doch mit dem Hausrecht können in einigen Bereichen Masken trotzdem von Kunden beziehungsweise Gästen verlangt werden.

Theater und Museen

Das Deutsch-Sorbische Volkstheater führt einige Sicherheitsvorkehrungen weiterhin fort. So werden die erweiterten Reihenabstände mit dem bisher geforderten Mindestabstand in den Sälen im Großen Haus und im Burgtheater vorerst beibehalten, teilte das Theater auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. Das Bühnenpersonal werde weiterhin dreimal in der Woche getestet. Eine Maskenpflicht gibt es laut Angaben des Theaters nicht mehr. Aber das Tragen - vorzugsweise einer FFP2-Maske - wird weiterhin empfohlen.

Im Schauspiel Leipzig gilt nach eigenen Angaben auch weiterhin die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske oder eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes bis zum Einnehmen des Sitzplatzes im Theatersaal. Empfohlen werde außerdem das Tragen einer Maske auch am Platz. Zusätzlich bleibt die Kapazität in den einzelnen Spielstätten auf rund 60 Prozent begrenzt, sodass jeweils ein Platz zwischen den Zuschauergruppen freibleibt. Diese Regeln sollen helfen, die Sicherheit der Zuschauerinnen und Zuschauer sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewährleisten und dadurch weiterhin einen durchgängigen Spielbetrieb sichern zu  können, so das Schauspiel Leipzig auf Anfrage von MDR SACHSEN.

Die Theater Chemnitz haben sich aufgrund des hohen Infektionsgeschehens entschieden, die Maskenpflicht in ihren Spielstätten aufrechtzuerhalten. Bei Aufführungen in den großen Sälen des Opernhauses und des Spinnbaus sowie bei Konzerten der Robert-Schumann-Philharmonie in der Stadthalle darf die Maske während der Veranstaltung am Platz abgenommen werden. Die Platzkapazität bleibt in diesen Sälen weiterhin eingeschränkt, um genügend Abstand zu gewährleisten. Dennoch wird auch in diesen Sälen das Tragen einer Maske während der Vorstellung empfohlen.

In den kleinen Spielstätten Ostflügel und Figurentheater im Spinnbau, Rangfoyer im Opernhaus sowie Straumer-Saal im Chemnitzer Hof wird die Einschränkung der Platzkapazität laut der Theater Chemnitz aufgehoben. Aufgrund der Nähe des Publikums zueinander sowie zum künstlerischen Personal muss in diesen Räumen die Maske auch während der Vorstellung getragen werden.

Das Mittelsächsische Theater hat sich gegen das Erlassen eigener Regeln entschieden. Stattdessen seien Empfehlungen formuliert worden: Abstand halten, Maske im Foyer tragen und nicht mit Erkältungssymptomen ins Theater gehen. Karten können laut Angaben des Theaters bis zu einem Tag vor der Vorstellung umgetauscht werden.

Für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gelten allerdings weiterhin verbindliche Regelungen. "Für unsere Mitarbeiter gilt weiterhin - insbesondere auch bei Proben - die Maskenpflicht, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können", so das Mittelsächsische Theater. Für alle an den Proben Beteiligten gebe es außerdem zweimal wöchentlich Tests.

Das August Horch Museum Zwickau orientiert sich nach eigenen Angaben an die Basisschutzvorkehrungen. Besuchende sollen den Mindestabstand von 1,50 Meter zu ihnen fremden Personen einhalten. "Sollte dieser Abstand unterschritten werden, empfehlen wir das Tragen einer medizinischen oder FFP2-Maske", so das Museum. Außerdem werden Personen mit Symptomen, die auf eine Covid-19-Erkrankung hinweisen, gebeten, auf einen Besuch des Museums zu verzichten.

Im Deutschen Hygienemuseum Dresden gelten lediglich Empfehlungen. "Wir empfehlen weiterhin Besucherinnen und Besuchern ab 16 Jahren, im Museum eine FFP2-Maske zu tragen. Kinder zwischen sechs und 15 Jahren sollten eine medizinische Maske tragen", so das Museum auf Anfrage.

Universitäten

Die Technische Universität Chemnitz hat sich entschieden, auch weiterhin umfangreiche Einschränkungen an der Uni einzuhalten. Sowohl die Maskenpflicht als auch die 3G-Regel sollen weiterhin bestehen bleiben. Außerdem sollen die Vorlesungssäle zu maximal 50 Prozent im sogenannten Schachbrettmuster ausgelastet werden.

In der TU Bergakademie Freiberg gilt für die Präsenzveranstaltungen im Sommersemester ebenfalls eine FFP2-Maskenpflicht. In der TU Dresden wird dagegen lediglich eine dringende Empfehlung zum Tragen einer FFP2-Maske ausgesprochen sowie die Bitte, sich regelmäßig testen zu lassen.

In der Universität Leipzig ist auf den Fluren, in Treppenhäuser, Aufzügen und auf Toiletten das Tragen einer FFP2-Maske verpflichtend. In Lehrräumen und an den Lesearbeitsplätzen der Bibliotheken ist mindestens ein medizinischer Mund-Nase-Schutz zu tragen. Für Labore, Praktikumsräume und Sporthallen gelten individuelle Vorgaben.

Veranstaltungen

Die C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren führen keine eigenen Pandemie-Vorkehrungen bei ihren Veranstaltungen ein. "Wir empfehlen unseren Besuchern einen Mund-Nasen-Schutz in Innenräumen zu tragen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann", teilen Sie auf Anfrage von MDR SACHSEN mit.

Einzelhandel

Der Handelsverband Region Westsachsen begrüßt den Wegfall der Maskenpflicht im Einzelhandel. "Mit dem Wegfall der Maskenpflicht erhoffen wir uns, dass wir wieder zu einem Erlebniseinkauf kommen können", sagt Gunter Engelmann-Merkel, Geschäftsführer des Handelsverbandes Region Westsachsen. "Zu einem freien sich durch die Innenstadt bewegen, zum Austausch, zur Beratung von Person zu Person." Jeder Inhaber eines Geschäfts habe aber das Recht, Schutzvorkehrungen individuell festzulegen. "Es wird von unserem Handelsverband empfohlen, es dann aber auch draußen an der Tür kenntlich zu machen", so Engelmann-Merkel.

Gunter Engelmann-Merkel, Geschäftsführer Handelsverband Westsachsen
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit dem Wegfall der Maskenpflicht erhoffen wir uns, dass wir wieder zu einem Erlebniseinkauf kommen können.

Gunter Engelmann-Merkel Geschäftsführer des Handelsverbandes Region Westsachsen

Im Elbepark Dresden gilt nach eigenen Angaben weiterhin ein umfassendes Hygienekonzept. Aber: "Die Maskenpflicht entfällt." Die Kunden würden jedoch weiterhin auf die grundlegenden Regeln wie Abstand und Hygiene hingewiesen.

Hotels und Gaststätten

Axel Klein, Hauptgeschäftsführer der Dehoga Sachsen, freut sich über die Lockerungen und darüber, dass die Beurteilung der Lage wieder an die Unternehmerinnen und Unternehmer abgegeben wird. "Das heißt, der Unternehmer macht eine Gefährdungsanalyse und sagt, wie das im Betrieb geregelt ist", sagt er. Dabei gehe es sowohl um die Gefährdung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch der Gäste. Das Neue sei das Vorgehen mit Augenmaß. Es müsse nicht mehr pauschal eine Maske getragen werden, sondern nur dort, wo eine konkrete Gefahr bestehe.

"Es ist eine Erleichterung für uns alle. Vor allem in den warmen Monaten, die vor uns liegen, ist es für die Mitarbeiter eine große Belastung, eine Maske zu tragen", so Klein. Er gehe aber davon aus, dass die Unternehmer mit Vorsicht vorgehen und zum Teil weiterhin die Masken beibehalten werden.

MDR (al)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 04. April 2022 | 19:00 Uhr

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