2G+ Genesenennachweis von doppelt Geimpften läuft nicht ab

Verwirrung pur: Seit Sonnabend gilt der Genesenenstatus laut Empfehlung des RKI bundesweit für drei statt sechs Monate - nur für Ungeimpfte. Für doppelt Geimpfte, die genesen sind, wird trotz unbeschränkter Gültigkeit des Genesenenstatus von der Ständigen Impfkommission eine Booster-Impfung nach drei Monaten empfohlen. Die Sächsische Impfkommission empfiehlt das nicht. Genesene Geimpfte müssen sich bei 2G+ nicht testen. Das gilt allerdings nicht in jedem Bundesland.

Ein Mitarbeiter überprüft in einem Restaurant ein Impfzertifikat.
Die Ablauffrist der Genesenennachweise gilt nur für ungeimpfte Personen. Bildrechte: dpa

Die dreimonatige Ablauffrist für Genesenennachweise gilt laut Empfehlung des Robert-Koch-Instituts (RKI) nur für Ungeimpfte. Für Personen, die doppelt geimpft und zusätzlich genesen sind, gilt die Ablauffrist nicht.

Verwirrung um RKI-Formulierung

Bei der Anpassung der Ablauffrist für Genesenennachweise war es zu Verwirrung gekommen. So bemängelte Thomas Grünewald, Vorsitzender der Sächsischen Impfkommission (Siko), noch am Mittwochabend, dass das Robert-Koch-Institut (RKI) keine Unterscheidung für geimpfte und ungeimpfte Genesene macht.

"Die Ablauffrist von drei Monaten gilt nur für ungeimpfte Personen", stellte das RKI auf Nachfrage von MDR SACHSEN klar. "Das liegt daran, dass doppelt geimpfte und genesene Personen einen besseren Immunschutz haben als ungeimpfte Genesene." Trotzdem empfehle die Ständige Impfkommision (STIKO) auch geimpften Genesenen die Booster-Impfung nach drei Monaten.

Die Sächsische Impfkommission (Siko) empfiehlt diese Impfung allerdings nicht. Wie der Vorsitzende, Thomas Grünewald, auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, gebe es keinen Grund doppelt geimpfte und genesene Personen zusätzlich noch zu boostern. Die sogenannte Hybridimmunisierung sei sehr stabil. Anders sehe es aus, wenn der auf Omikron angepasste Impfstoff auf den Markt komme. Diese Impfung sei dann für alle Menschen, egal mit welchem Impfstatus, wichtig.

Eine sogenannte Hybrid-Immunität durch eine vollständige Impfung und eine überstandene Infektion ist der beste derzeit bekannte Schutz vor einer schweren Covid-19-Erkrankung.

Thomas Grünewald Vorsitzender der Sächsischen Impfkommission (Siko)

Sozialministerium ließ Regelung juristisch prüfen

Das Sozialministerium Sachsen tat sich mit der Formulierung des RKI ebenfalls schwer und gab an, dass es mehrmals geprüft wurde und nicht eindeutig sei. Man habe sich aber entschieden, dass in Sachsen der Genesenenstatus von Geimpften nicht abläuft.

"Nach juristischer Prüfung der Möglichkeiten bleibt der Genesenenstatus hier von der eingeschränkten Gültigkeit unberührt", teilte das Ministerium auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. "Die Begrenzung des Genesenenstatus greift nur, wenn es sich um einen Nachweis nach 2G-Regel handelt."

Keine Testpflicht bei 2G+

Personen, die doppelt geimpft und genesen sind, dürfen also ohne zusätzlichen tagesaktuellen Test in Sachsen Angebote mit 2G+ nutzen, auch wenn ihre Genesung länger als drei Monate her ist. In anderen Bundesländern wird die Genesung doppelt geimpfter Personen nicht als Ersatz für den tagesaktuellen Corona-Test bei 2G+ anerkannt. In manchen Bundesländern müssen sich sogar Geboosterte täglich testen, so zum Beispiel in Sachsen-Anhalt.

Neue Ablauffrist gilt auch rückwirkend

Für ungeimpfte Personen, die einen Genesenennachweis haben, gilt die Frist von drei Monaten auch rückwirkend. Das heißt, wurde der Genesenennachweis noch vor dem 15. Januar ausgestellt und hat eine sechs Monate Gültigkeit auf dem Zertifikat stehen, wird dieses automatisch trotzdem um drei Monate verkürzt. Das bestätigte das Sozialministerium Sachsen auf Nachfrage von MDR SACHSEN.

Quelle: MDR(al)

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