Corona-Zahlen Inzidenz in Sachsen steigt weiter - drei Schulen vorübergehend geschlossen

Die Corona-Wocheninzidenz steigt in Sachsen stärker als in anderen Bundesländern. Mit 74 liegt sie weiter über dem deutschlandweiten Durchschnitt. Als letzte Region wurde jetzt auch im Kreis Nordsachsen der Wert von 35 erstmals wieder überschritten. Drei Schulen sind wegen zahlreicher Infektionsfälle für anderthalb Wochen geschlossen worden. Bei den Impfungen bleibt der Freistaat bundesweit Schlusslicht.

Mundschutzmaske hängt an einer Schulbank
In zwei Schulen gab es so viele Infektionsfälle, dass sie vorübergehend geschlossen wurden. Bildrechte: IMAGO / Michael Weber

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche ist in Sachsen deutlich gestiegen. Das Robert-Koch-Institut meldete am Donnerstagmorgen einen Wert von 74,0. Damit ist Sachsen das Bundesland mit der sechsthöchsten Inzidenz hinter Bremen, Bayern, Thüringen, Baden-Württemberg und Berlin. Der bundesweite Durchschnitt beträgt 62,6. In drei Landkreisen in Sachsen liegt die Wocheninzidenz bei mehr als 100: Mittelsachsen (129,0), Erzgebirge (118,7) und Bautzen (102,7). Am niedrigsten ist sie im Kreis Zwickau (39,4). Als letzte Region hat auch Nordsachsen erstmals wieder den Wert von 35 überschritten. Für den Kreis meldete das RKI eine Wocheninzidenz von 47,1. Bleibt das so, müssten ab Mitte kommender Woche auch dort die Corona-Beschränkungen verschärft werden.

211 Covid-19-Patienten in stationärer Behandlung

Laut RKI wurden sachsenweit binnen 24 Stunden 808 nachgewiesene Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zwei an Covid-19 erkrankte Menschen starben. Die Zahl der Corona-Patienten in Sachsens Krankenhäusern beträgt insgesamt 211 (Stand 6.10., 12:30 Uhr), davon liegen 155 auf Normalstationen, 56 müssen intensivmedizinisch behandelt werden. Die "7-Tage Inzidenz Hospitalisierung" ist mit einem Wert von 1,23 weiter weit von der Vorwarnstufe entfernt. Diese liegt bei sieben. Die Hospitalisierungsrate gemeinsam mit der Bettenbelegung sind neben der Wocheninzidenz die entscheidenden Faktoren für folgende Corona-Beschränkungen.

Schulen in Leipzig, Löbau und Görlitz dicht

In drei Schulen in Sachsen ist das Infektionsgeschehen aktuell so groß, dass das Kultusministerium eine befristete Schließung vom 7. bis zum 17. Oktober anordnete. Betroffen ist zum einen die Wilhelm-Busch-Grundschule in Leipzig samt Hort. Hier appellierte die Leitung an die Eltern, die angebotene Notbetreuung nur in dringenden Ausnahmefällen zu nutzen. Die Kinder sollen von den Klassenleitern über die Plattform Lernsax Aufgaben für häusliches Lernen erhalten.

Im Geschwister-Scholl-Gymnasium Löbau ist nur die Klassenstufe 12 von der Schließung ausgenommen, die wegen vorheriger Infektionsfälle bereits bis Ende vergangener Woche in Quarantäne musste. Für die fünften bis elften Klassen werden nach Aussage der Leitung für das häusliche Lernen neben schriftlichen Aufgaben auch Videokonferenzen mit den Fachlehrern organisiert.

Auch im Augustum-Annen-Gymnasium in Görlitz sind in den vergangenen Tagen so viele Corona-Infektionen festgestellt worden, dass die Einrichtung bis zu den Herbstferien ab Freitag geschlossen bleibt. Das teilte das Kultusministerium auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. Wie in Löbau sind auch hier die Abschlussklassen davon ausgenommen.

55,1 Prozent vollständig geimpft

Bei der Corona-Impfquote bleibt Sachsen bundesweites Schlusslicht. Dem RKI zufolge erhielten bisher 58 Prozent der Einwohner eine Erstimmunisierung, 55,1 Prozent sind vollständig geimpft. Zuletzt wurden im Freistaat an einem Tag 7.677 Impfdosen verabreicht (Stand 6.10.2021). Für 2.493 Menschen war es die erste Impfung, 1.248 erhielten dagegen schon die sogenannte Auffrischungsdosis - also die dritte (bei Johnson&Johnson die zweite) Impfung. Die geringste Zweitimpfquote mit unter 45 Prozent haben in Sachsen der Landkreis Bautzen und der Erzgebirgskreis.

Vorwarn- und Überlastungsstufe Zusätzlich zu den Inzidenzwerten sieht die neue Schutzverordnung eine Vorwarnstufe und eine Überlastungsstufe aufgrund der Bettenbelegung in den sächsischen Kliniken vor. Die Vorwarnstufe gilt nun, wenn die 7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen bei mindestens sieben liegt und 650 Betten auf der Normalstation oder wenn die 7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen bei mindestens sieben liegt und 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die Überlastungsstufe ist erreicht, wenn die 7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen bei mindestens 12 liegt und 1.300 Betten auf der Normalstation oder wenn die 7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen bei mindestens 12 liegt und 420 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Wie bei den Inzidenzwerten gilt auch bei der Bettenbelegung und der 7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen die 5+2-Regel.

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | MDR SACHSENSPIEGEL | 07. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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