Corona-Pandemie Köpping verteidigt Schließung der Impfzentren

Die Impfbereitschaft in Sachsen ist nach dem Aufruf zu Booster-Impfungen gestiegen, nach wie vor aber geringer als in den anderen Bundesländern. Doch die Impfzentren wurden geschlossen und Ärzte können den großen Andrang kaum bewältigen. Ein Spitzentreffen mit Ärzte- und Apothekerverbänden soll Abhilfe schaffen. Im Vorfeld verteidigte die Ministerin bei MDR SACHSEN die Schließung der Impfzentren.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping hat die Schließung der Impfzentren in Sachsen zum 30. September verteidigt. Man habe damit die Entscheidung des Bundes umgesetzt, sagte die SPD-Politikerin MDR SACHSEN und verwies auf Kostengründe. Ab Juli seien die Impfzentren im Freistaat nur noch sehr gering oder gar nicht ausgelastet gewesen. Sachsen habe aber 30 mobile Impfteams finanziert, die inzwischen wieder 4.000 Impfungen am Tag verabreichten. Köpping verwies außerdem auf 1.700 Arztpraxen, die Corona-Impfungen anböten.

Die Ministerin kündigte aber an, nachzusteuern. Denn immer mehr Menschen würden sich für eine Auffrischungsimpfung interessieren. Auch für Erstimpfungen gebe es wieder eine verstärkte Nachfrage. Um bei den Impfungen mehr Tempo zu machen, ist heute ein Spitzentreffen geplant. Daran nehmen auch Vertreter von Ärzteverbänden teil.

Einige Bundesländer, so etwa Berlin, haben Impfzentren offen gehalten. Nach einer Empfehlung der sächsischen Impfkommission ist die Nachfrage nach Booster-Impfungen in Sachsen massiv angestiegen.


Köpping: 1G könnte Impfbereitschaft schwächen

Forderungen nach der Einführung einer generellen 1G-Regel erteilte Köpping eine Absage. Die Schnelltests seien hierfür nicht zuverlässig genug, dies hätten PCR-Nachtests in Arztpraxen immer wieder ergeben, sagte Köpping MDR SACHSEN. Die SPD-Politikerin glaubt zudem, dass Menschen bei einer allgemeinen Testpflicht 1G ihre Impfbereitschaft verlieren könnten. Das würde aber dazu führen, dass "wir die Pandemie nie bewältigen".

Bei der 1G-Regel dürften nur noch Gesteste beispielsweise in Restaurants oder zu Veranstaltungen - unabhängig von ihrem Impfstatus. Köpping plädiert aber dafür, dass sich auch Geimpfte und Genesene regelmäßig freiwillig testen, um eine von ihnen möglicherweise ausgehende Ansteckungsgefahr frühzeitig zu erkennen.


Köpping: Zusammenhang zwischen Impfbereitschaft und AfD-Wahlergebnissen

Sachsen hat trotz der gestiegenen Zahl von Neuinfektionen noch immer bundesweit die schlechteste Impfquote. Im Freistaat waren Ende der Woche nur 59,4 Prozent der Menschen einmal und 57,3 Prozent voll geimpft. Am vergangenen Montag lag die Quote bei 59,1 Prozent beziehungsweise 57,1 Prozent. Gesundheitsministerin Köpping sieht dabei auch einen deutlichen Zusammenhang mit Wahlergebnissen. Die geringsten Impfquoten in Sachsen gebe es in Regionen mit hohen AfD-Ergebnissen, sagte Köpping im MDR-SACHSEN-Interview. Das liege daran, dass die Partei sehr stark gegen das Impfen Propaganda gemacht habe - gerade im Bundestagswahlkampf.

Quelle: MDR/kb/lam

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | GUTEN MORGEN SACHSEN | 15. November 2021 | 06:50 Uhr

Mehr aus Sachsen