Eckpunkte vorgestellt Sachsen will Corona-Regeln für Kultur und Sport lockern

Die neue Corona-Schutzverordnung soll Lockerungen für einige Branchen bringen. Waren Kultur- und Freizeiteinrichtungen bislang in Sachsen geschlossen, sollen sie nun unter gewissen Bedingungen wieder öffnen dürfen.

Ein Schild an der Eingangsür weist auf die 2G+ Regel in einem Restaurant hin.
In der Gastronomie soll nicht nur in Sachsen, sondern bundesweit 2G+ für Gäste eingeführt werden. Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

Mit der neuen Corona-Schutzverordnung will Sachsen weitreichende Lockerungen einführen. Die Eckpunkte der geplanten Regeln sind am Freitagabend auf einer Pressekonferenz vorgestellt worden.

Wie Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mitteilte, habe man darin die neuesten Beschlüsse der Beratungen zwischen Bund und Ländern berücksichtigt. Sachsen werde aber auf Nummer sicher gehen und habe überall einen zusätzlichen "Sicherheitszuschlag" eingebaut.

Diese neuen Corona-Regeln sind geplant:

Lockerungen soll es in Abhängigkeit von den Infektionszahlen und der Bettenbelegung in den Krankenhäusern unter anderem für Kultureinrichtungen, Sport und die Skigebiete geben.

Eine Frau erhält einen tiefen Gewebe Massage.
Körpernahe Dienstleistungen, wie Massagen, sollen in der neuen Verordnung inzidenzunabhängig unter der 2G-Regel möglich sein. Bildrechte: Colourbox.de

Inzidenzunabhängige Regeln:

  • an ortsfesten Versammlungen dürfen bis zu 200 Personen teilnehmen (bislang waren es 10 Personen)
  • 2G+ in der Gastronomie
  • Angebote der außerschulischen Bildung und Sportangebote können nun von Personen bis 18 Jahren genutzt werden (vorher lag die Grenze bei 16 Jahren)
  • Körpernahe Dienstleistungen können unter 2G öffnen. Friseure dürfen mit 3G öffnen.

Was bedeutet 2G+ ? 2G+ bedeutet, dass nur geimpfte und genesene Personen, die zusätzlich einen tagesaktuellen Corona-Schnelltest vorweisen, das entsprechende Angebot nutzen dürfen.

Der zusätzliche Schnelltest entfällt, sobald die Person auch eine Booster-Impfung nachweisen kann oder eine doppelt geimpfte Person zusätzlich einen maximal drei Monate alten Genesenennachweis besitzt. Auch Personen, die doppelt geimpft sind und deren zweite Impfung mindestens 14 Tage und maximal drei Monate alt ist, brauchen keinen zusätzlichen Schnelltest.

Ausnahmen von der 2G+ -Regelung gelten für Personen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres und Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.

Lockerungen unterhalb der Überlastungsstufe:

Die Überlastungsstufe in Sachsen gilt, wenn die Inzidenz von 1.500 überschritten wurde oder die Bettenbelegung mit Covid-19-Patienten auf den Normalstationen der Krankenhäuser 1.300 übersteigt oder die Bettenbelegung mit Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser 420 übersteigt. Sobald die Überlastungsstufe gilt, müssen zum Beispiel Kultureinrichtungen und Hotels wieder schließen.

Derzeit müssen in Sachsen 928 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung auf Normalstationen behandelt werden. Das geht aus den vom Sozialministerium veröffentlichten Daten hervor (Stand 7. Januar). Laut Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) liegen aktuell 372 Menschen mit Covid-19 auf Intensivstationen (Stand 8. Januar). Damit wären aktuell die Voraussetzungen für die Lockerungen der Corona-Regeln erfüllt.

Sollte die Überlastungsstufe drei Tage in Folge unterschritten werden, sollen ab dem übernächsten Tag folgende Lockerungen gelten:

  • an Versammlungen dürfen bis zu 1.000 Personen teilnehmen und sie müssen nicht ortsfest stattfinden
  • Dienstleistungen, wie zum Beispiel Reisebüros oder Versicherungsbüros, dürfen unter 2G öffnen
  • Gastronomie darf unter 2G+ bis 22 Uhr öffnen
  • Solarien dürfen unter 2G öffnen
  • Museen, Gedenkstätten und Ausstellungen dürfen unter 2G und einer Beschränkung von Besuchern nach einer Quadratmeterregelung (wie im Einzelhandel) öffnen
  • Kultur- und Freizeiteinrichtungen, wie zum Beispiel Kinos oder Theater, dürfen unter 2G+ und einer maximalen Besuchermenge von 50 Prozent der Kapazität öffnen. Es wird eine Höchstbesucherzahl von 250 Personen diskutiert.
  • Messen dürfen unter 2G+ und einer maximalen Besuchermenge von 50 Prozent der Kapazität öffnen. Die maximale Besucherzahl soll 1.000 Personen betragen.
  • Sportanlagen dürfen außen unter 2G und innen unter 2G+ öffnen. Diese Regel gilt auch für die Skigebiete. Organisierter Vereinssport kann ohne Personenbegrenzung stattfinden, bei Fitnessstudios wird die Personenbegrenzung durch das Hygienekonzept vorgegeben.
  • Öffnung von Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätze und touristische Bus- und Bahnfahrten sind unter 2G+ erlaubt
  • Aus-, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen sowie Musik-, Kunst- und Tanzschulen können unter 2G öffnen

Skilift
Die Skilifte sollen unter 2G-Bedingungen wieder öffnen dürfen, ebenso wie Outdoor-Sportanlagen. Auch Vereinssport soll wieder möglich sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Hotspot-Regelung

Wenn die 7-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt über 1.500 steigt, kommt die Hotspot-Regelung zur Anwendung. Dann entfallen für die betroffene Region alle Lockerungen, die unterhalb der Überlastungsstufe möglich sein sollen.

Außerdem sollen dann die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen wieder in Kraft treten. Gastronomische Einrichtungen müssen schließen.

Diese Regeln sollen unverändert bestehen bleiben:

  • Kontaktbeschränkungen
  • 2G-Regel im Einzelhandel
  • 3G-Regel in Kirchen
  • Alkoholverbot
  • Großveranstaltungen mit über 1.000 Besuchern bleiben verboten
  • Clubs, Diskotheken, Bars und Saunen bleiben geschlossen
  • Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen, die öffentlich zugänglich sind

Die neuen Regeln sollen am 14. Januar 2022 in Kraft treten und bis zum 6. Februar gelten. Die Verordnung soll am nächsten Mittwoch im Kabinett beschlossen werden.

2G+ in der Gastronomie

In der Gastronomie soll 2G+ gelten. Das wurde am Nachmittag auf der Ministerpräsidentenkonferenz als bundesweit einheitliches Vorgehen beschlossen. Die Regelung soll dabei unabhängig vom Infektionsgeschehen gelten. In Sachsen soll diese Regelung mit der neuen Verordnung ab dem 14. Januar zur Anwendung kommen.

Quelle: MDR(al)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 07. Januar 2022 | 19:00 Uhr

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