Fragen und Antworten Corona-Regeln in Sachsens Schulen und Kitas

An Sachsens Schulen hat die Landesregierung die Corona-Regeln gelockert: Neue Regelungen gibt es ab Montag bei der Testpflicht und Quarantäne von Kontaktpersonen. Außerdem wird die Präsenzpflicht wieder eingeführt.

Gibt es weiter Präsenzunterricht an Sachsens Schulen?

Ja, bereits seit dem Sommer 2021 bieten die Schulen wieder flächendeckend Präsenzunterricht an. Landesweite Schulschließungen sind nicht mehr vorgesehen.

Ist die Präsenzpflicht weiter aufgehoben?

Die Schulbesuchspflicht wird ab dem 7. März wieder eingeführt. Nach Angaben des sächsischen Kultusministeriums sind Abmeldungen vom Schulbesuch dann nur aus medizinischen und aus anderen Gründen gemäß der Schulbesuchsordnung möglich.

Findet Regelbetrieb in den Einrichtungen statt?

Ja, ab Montag kehren alle Schulen und Kitas wieder in den Regelbetrieb zurück. Gruppen und Klassen müssen dann nicht mehr streng voneinander getrennt werden. Es gibt aber Ausnahmen: Steht beispielsweise eine Kita-Gruppe unter Beobachtung, weil es nachweislich zu einer Infektion gekommen ist, dürfen die Kinder dieser Gruppe nicht mit denen anderer Gruppe vermischt werden.

In welchen Fällen kann es zu Schul- und Kitaschließungen kommen?

Das Kultusministerium in Sachsen will Schulen bei erhöhtem Infektionsgeschehen nun nicht mehr zeitlich befristet schließen oder einzelne Klassen in die häusliche Lernzeit schicken. Wenn einzelne Infektionsfälle auftreten, müssen den Angaben zufolge lediglich die betroffenen Schüler in häusliche Lernzeit gehen und die übrigen Schülerinnen und Schüler können in der Schule verbleiben. Allerdings muss sich die betroffene Klasse für fünf Tage täglich testen. 

Ein Schild "Der Unterricht fällt heute aus!"
Vor den Winterferien waren dutzende Kitas und Schulen in Sachsen geschlossen. Das soll nun nicht mehr passieren. Bildrechte: dpa

Wird Schwimmunterricht durchgeführt?

Ja, der Schwimmunterricht kann stattfinden. Schwimmbäder dürfen für das Schulschwimmen öffnen.

Sind Klassenfahrten erlaubt?

Ja, ab dem 7. März sind laut Kultusministerium Sachsen wieder mehrtägige Schulfahrten möglich.

Wie wird die Testpflicht umgesetzt?

Wer geimpft oder genesen ist, muss sich nicht testen lassen. Es werden aber regelmäßige Tests empfohlen. Für alle anderen gilt, dass der Zutritt zum Gelände von Schulen und Kitas nur erlaubt ist, wenn zwei Corona-Tests in der Woche (jeweils im Abstand von zwei Tagen durchgeführt) negativ sind. Das gilt beispielsweise auch für Menschen, die ein Schul- oder Kitagelände betreten - abgesehen vom Bringen oder Holen eines Kindes. Geimpften und genesenen Personen, die sich länger auf dem Gelände aufhalten, werden die Corona-Tests empfohlen. Eine Testpflicht besteht auch auf Schulfahrten.

Ein Schüler macht vor der ersten Stunde an einer Schule einen Corona-Schnelltest
Corona-Schnelltests an Schulen werden bereits seit mehreren Monaten durchgeführt. Nur geimpfte und genesene Personen sind von der Testpflicht ausgenommen. Bildrechte: dpa

Was gilt in Bezug auf die Maskenpflicht?

Eine Maskenpflicht gilt im Bereich der Kitas und Kindertagespflege vor dem Eingangsbereich, auf dem Gelände und im Gebäude der Betreuungseinrichtung. Kinder bis sechs Jahre sind von der Maskenpflicht generell befreit. Gleiches gilt für das betreuende Personal.

Eine Maskenpflicht gibt es an Schulen - allerdings nicht gleichermaßen für alle Schülerinnen und Schüler sowie das Personal. Grundsätzlich müssen Masken im Schulgebäude getragen werden, ebenso wie auf dem Gelände der Schule. Es gibt folgende Ausnahmen:

  • draußen, wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann
  • in der Primarstufe innerhalb der Unterrichtsräume
  • für Schüler ab Klassenstufe 5 im Unterricht
  • für Personal an Schulen im Unterricht
  • in Horten innerhalb der Gruppenräume
  • auf dem Außengelände von Grund- und Förderschulen
  • auf dem Außengelände von Horten
  • im Unterricht an Förderschulen der Sekundarstufe I
  • im Unterricht der Werkstufe der Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
  • im inklusiven Unterricht für die Förderschwerpunkte Hören und Sprache
  • beim Sport
  • beim Essen und Trinken im Schulgebäude
  • bei der Durchführung der Corona-Tests
  • für Schülerinnen und Schüler während einer Prüfung/eines schriftlichen Leistungsnachweises am Sitzplatz, wenn der Mindestabstand eingehalten wird
  • in Schulinternaten in Wohn- und Schlafräumen, wenn der Mindestabstand eingehalten wird


Die Pflicht entfällt, wenn alle Anwesenden nachweislich gegen das Coronavirus geimpft sind oder als genesen gelten. In diesem Fall wird das Tragen einer Maske empfohlen. Ausgenommen sind auch Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keine entsprechende Maske tragen können. Als Nachweis ist ein ärztliches Attest notwendig.

Was gilt bei Krankheitssymptomen?

Wer Symptome wie Atemnot, neu auftretender Husten, starker Schnupfen, Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust hat, darf Kita und Schule nicht betreten. Treten die Symptome während der Betreuungszeit in den Einrichtungen auf, müssen Eltern ihr Kind unverzüglich abholen. Gleiches gilt bei einem positiven Corona-Test.

Ausnahme: Wer einen negativen Corona-Test trotz Symptomen vorweisen kann, darf weiter die Einrichtung besuchen. Das kann auch für Kinder mit ärztlichem Attest über eine Allergie oder chronische Erkrankung gelten.

Kinder dürfen die Einrichtungen erst wieder zwei Tage nach dem letztmaligen Auftreten des Symptoms betreten.

Mädchen schnaubt sich die Nase.
Mit Husten, starkem Schnupfen, Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust dürfen Kita und Schule nicht betreten werden. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Welche Regeln gelten für die Quarantäne in Schulen und Kitas?

Das Kultusministerium hat die Regelungen zur Quarantäne ab dem 7. März überarbeitet. Aktuell gilt, dass pauschale Corona-Quarantänen für ganze Schulklassen oder Kitagruppen möglichst verhindert werden sollen. Jeder neue Corona-Fall wird demnach dem Gesundheitsamt gemeldet. Dieses soll dann anhand einer Leitlinie und der jeweiligen Lage vor Ort entscheiden.

Das gilt für Schülerinnen und Schüler bis zwölf Jahre:

  • Quarantäne nur für positiv getestete Schülerinnen und Schüler
  • alle anderen in der Klasse dürfen die Schule weiter besuchen, müssen sich aber für fünf Tage täglich testen (auch Geimpfte und Genesene)


Das gilt im Kita-Bereich:

  • Quarantäne für betroffenes Kind sowie ungeimpfte Betreuer mit engem Kontakt
  • Rest der Kitagruppe darf weiter Einrichtung besuchen, wenn keine Symptome auftreten
  • Kitagruppe und Erzieher müssen zwei Wochen räumlich von anderen Gruppen im Haus getrennt werden

Wie hoch sind die Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen?

Das Robert-Koch-Institut schlüsselt die Inzidenzen der Bevölkerung auch in Altersgruppen auf. Sie umfassen die Gruppen der Kinder bis vier sowie fünf bis 14 Jahre.

Jugendliche und junge Erwachsene werden in einer Altersgruppe von 15 bis 34 Jahren zusammengefasst und werden in der Grafik nicht dargestellt.

Quelle: MDR (kp)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 23. Februar 2022 | 19:00 Uhr

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