Tourismus Ski-Gaudi unter 2G frühestens im Januar - Protest aus Oberwiesenthal

In Sachsen stehen die Ski-Lifte weiterhin still, mindestens bis zum 9. Januar. Zum Unmut von Betreibern, Tourismusbetrieben und Skifahrern. Mehrere Unternehmer aus Oberwiesenthal wollen die Hoffnung nicht aufgeben, doch noch eher öffnen zu können, um die Weihnachtsferien zu nutzen. Danach sieht es aber weiterhin nicht aus.

Menschen in bunten Skianzügen stehen an einem Schneehang und fahrne jedne Moment ins Tal richtung Oberwiesenthal. Zum Winterferienstart 2020 war am fichtelberg jedeMenge los.
Wenn sich die Corona-Lage entspannt, könnten Wintersportfreunde in Sachsen ab dem 9. Januar wieder auf ihre Kosten kommen. Bildrechte: Bernd März

Die sächsische Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) hat die diesjährige Skisaison noch nicht abgeschrieben. "Wir hoffen, dass wir ab dem 9. Januar in die Saison gehen können, wenn auch mit einem stufigen Verfahren und 2G-Regel", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Einschränkend sagte sie, dass dafür allerdings eine höhere Impfquote wichtig sei. Außerdem müssten die Infektionszahlen und die Auslastung der Kliniken gedrückt werden. Dann gebe es noch eine Chance auf die Skisaison, "wenn auch später und mit Verlusten", so Klepsch.

Ein menschenleerer, hell erleuchteter Skihang mit Schlepplicht bei Nacht.
Mit einer Lichtaktion hatten Liftbetreiber vor einigen Tagen zeigen wollen: Wir sind noch da und wollen öffnen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Derzeit keine Übernachtungen und kein Liftbetrieb erlaubt

Laut der sächsischen Corona-Notverordnung, die bis zum 9. Januar gilt, sind touristische Übernachtungen, aber auch der Betrieb von Skiliften untersagt. Dagegen ist jenseits der Grenze in Tschechien der Skibetrieb möglich. "Es ist natürlich bitter, wenn die Oberwiesenthaler, die ihren Hang beschneit haben, die Leute in ihren Autos über die Grenze nach Tschechien fahren sehen, wo sich die Lifte drehen", räumte Ministerin Klepsch ein. Die Lage in Sachsens Skigebieten ist ihren Angaben nach bedrohlich. Dabei verwies sie auf Liftbetreiber, Ski-Vereine, Sportgeschäfte, Ski-Schulen, Hotels und Gasthäuser. Klepsch schränkte ein: "Wenn wir aktuell von 'Skisaison' reden, dann reden wir von Tagestouristen, denn Übernachtungen sind derzeit nicht möglich."

Unternehmer aus Oberwiesenthal richten Appell an die Landesregierung

Betroffene Wintersport-Anbieter und Hoteliers aus Oberwiesenthal haben sich mit einer Videobotschaft an die Landesregierung in Dresden gewandt. Sie verlangen von der Politik, die Skigebiete unter 2G-Regeln zu öffnen und touristische Übernachtungen wieder zu ermöglichen.

Der Regionaldirektor des Ahorn Hotels am Fichtelberg, René Stolle, wies auch auf die Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Branche hin. "Nach der dritten angeordneten Schließung der Hotels haben wir bereits viele Mitarbeiter verloren, die auch nicht zurückkommen werden." Ihnen fehle jetzt das Vertrauen in ihren Job.

Der Geschäftsführer des "Elldus Resorts", Jens Ellinger, sagte, dass er nicht nachvollziehen könne, wenn die getroffenen Maßnahmen von der sächsischen Landesregierung als "alternativlos" bezeichnet würden. "Wir haben viele Vorschläge gemacht, die bisher ungehört blieben", meinte er. "Wenn aber Gäste zwei Mal nicht zu uns kommen können, dann haben sie Alternativen gefunden."

René Lötzsch, Chef der Fichtelberg Schwebebahn erinnerte an die Weihnachtsferien. "Die Leute kommen so oder so. Wir können nicht verhindern, dass sie Skifahren." Würde man die Pisten öffnen, ließe sich die 2G-Regel ohne Probleme kontrollieren. Darauf sei man vorbereitet.

Die Schwebebahn zum Fichtelberg befördert freitags und wochenends wieder Gäste auf den höchsten Berg Sachsens. Allerdings dürfen keine Fahrgästemit mit Skiern oder Snowboards einsteigen.

Im vergangenen Winter hatte Sachsens Regierung nach wochenlangem Bangen der Ski-Fans und Betreiber die alpine Wintersportsaison Mitte Januar ganz abgeblasen. Grund war das hohe Corona-Infektionsgeschehen.

Quelle: MDR (tfr)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 17. Dezember 2021 | 11:30 Uhr

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