Fragen und Antworten Corona-Tests und Quarantäne: Die Regeln in Sachsen

Wer sich mit dem Coronavirus infiziert hat, muss zu Hause bleiben - doch wie lange eigentlich? Und brauche ich einen PCR-Test für die Lohnfortzahlung im Quarantänefall? Wo kann ich den PCR-Test überhaupt machen? Es gibt viele Fragen rund um das Coronavirus und die aktuellen Regeln in Sachsen. Wir haben die passenden Antworten.

Die Mitarbeiterin einer Teststation nimmt einen Abstrich
Es stecken sich wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus an - sowohl in Sachsen und auch bundesweit. Doch was tun, wenns passiert ist? Reicht ein Schnelltest oder muss es doch der PCR-Test für den Arbeitgeber sein? (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Das Wichtigste in Kürze:

Was tun bei Verdacht auf eine Corona-Infektion bzw. einem positiven Schnelltest?

Ist der Corona-Selbsttest positiv, muss ein Antigen-Schnelltest gemacht werden. Ohne Krankheitssymptome kann dieser bei einer Teststelle durchgeführt werden. Die Tests nach einem positiven Selbsttest sind weiterhin kostenfrei. Mit Krankheitssymptomen muss ein Arzt aufgesucht werden. Seit dem 5. September 2022 ist keine Bestätigung mit einem PCR-Test mehr notwendig.

Sollten Sie den Verdacht haben, sich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, dürfen Sie ihre Wohnung nicht verlassen, Sie gelten als Verdachtsperson - es sei denn, Sie suchen eine Arztpraxis oder ein Testzentrum auf. Zu Personen im eigenen Haushalt sollte möglichst Abstand gehalten werden. Ist das Antigen-Schnelltest-Ergebnis beim Arzt oder einem Testzentrum dann negativ, kann die Wohnung wieder verlassen werden.

Aus wichtigen Gründen kann nach positivem Selbsttest auch auf einen Bestätigungstest verzichtet werden. Das gilt zum Beispiel, wenn man vom Arzt wegen eines Covid-19-Verdachts oder einer Corona-Diagnose krankgeschrieben wird, wenn die nächste Teststelle zu weit weg ist oder Betroffene körperlich eingeschränkt sind. Die Absonderungsdauer ist dann bei Verdachtspersonen genau so lang ohne Bestätigungstest wie bei einer positiv getesteten Person mit einem Bestätigungstest.

Für wen bleiben die Corona-Bürgertests kostenlos?

Seit dem 30. Juni sind die Bürgertests nicht mehr kostenlos. Jeder Test kostet drei Euro Zuzahlung. Aber es gibt viele Ausnahmen für Menschen, die weiterhin nichts zuzahlen müssen:

  • Personen mit einem positiven Selbsttest
  • Haushaltsangehörige von nachweislich Infizierten
  • Kinder unter 5 Jahren
  • Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, unter anderem Schwangere im ersten Trimester
  • Personen, die zum Zeitpunkt der Testung an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus teilnehmen
  • Menschen, bei denen ein Test zur Beendigung der Quarantäne erforderlich ist ("Freitesten")
  • Besucher und Behandelte oder Bewohner in stationären bzw. ambulanten Pflege- und Krankeneinrichtungen
  • Leistungsberechtigte, die im Rahmen eines Persönlichen Budgets nach dem § 29 SGB IX Personen beschäftigen, sowie Personen, die bei Leistungsberechtigten im Rahmen eines Persönlichen Budgets beschäftigt sind
  • pflegende Angehörige

Wann habe ich Anspruch auf einen PCR-Test?

Es gibt eine bundesweite Teststrategie. Sie besagt, dass grundsätzlich alle Menschen mit einem positiven Antigen-Schnelltest einen Anspruch auf eine PCR-Nachtestung haben. Allerdings gilt das nur, solange genügend Testkapazitäten vorhanden sind. Pflicht ist die PCR-Testung in Sachsen aber nur noch für einen Genesenennachweis. Ansonsten reicht auch ein Antigen-Schnelltest in einem Testzentrum oder beim Arzt aus.

Das Bundesgesundheitsministerium teilt auf seiner Website mit: "Aufgrund hoher Infektionszahlen und begrenzter Testkapazitäten ist ein PCR-Test zur Bestätigung eines positiven Antigen-Schnelltests nicht die Regel. Ärztinnen und Ärzte sowie Gesundheitsämter können nach Symptomen, relevanten Kontakten und Risikoindikationen fragen und dann entscheiden, ob ein PCR-Test durchgeführt werden sollte."

Steigen die Infektionen stark an, wird priorisiert. PCR-Tests von Risikopatientinnen und -patienten sowie Personen in der (häuslichen) Pflege, Eingliederungshilfe und Menschen in medizinischen Bereichen werden bei der Diagnose und Auswertung bevorzugt. Auf diese Weise sollen die Testlabore entlastet werden.

Ein Mann läuft an einem Testzentrum für das Corona-Virus vorbei
Bei Quarantäne darf die Wohnung aus zwei Gründen verlassen werden: für einen Test oder einen Arztbesuch. Bildrechte: dpa

Wo kann ich mich testen lassen (PCR-Test und Antigen-Schnelltest)?

Antigen-Schnelltests können in speziellen Testzentren, aber auch Apotheken und Arztpraxen durchgeführt werden.

PCR-Tests werden bei einigen Ärzten durchgeführt oder ebenfalls in speziellen Testzentren. Eine Liste aller Testmöglichkeiten - sowohl Antigen-Schnelltest als auch PCR-Test - finden Sie auf der Website schnelltestportal.de.

Brauche ich ein PCR-Testergebnis für meinen Arbeitgeber, um weiterhin Lohn zu bekommen?

Nein, es wird kein positiver PCR-Testnachweis benötigt - es reicht ein Testnachweis eines Antigen-Schnelltests. Mehrere Szenarien sind möglich:

1. Sie sind positiv getestet, haben Symptome und sind arbeitsunfähig.

In diesem Fall werden Sie von Ihrem Arzt krankgeschrieben.

2. Sie sind positiv getestet, sind aber arbeitsfähig.

In diesem Fall könnten Sie unter Umständen mit Ihrem Arbeitgeber die Arbeit per Homeoffice vereinbaren - wenn Ihre Aufgaben das zulassen. Sie werden dann entsprechend weiter entlohnt.

3. Sie sind positiv getestet, arbeitsfähig, aber Homeoffice ist nicht möglich.

Sie bekommen weiterhin Gehalt. Ihr Arbeitgeber kann sich das Geld aber bei der Landesdirektion Sachsen auf Antrag erstatten lassen.

Was tun bei einem positiven Testergebnis?

Wer einen positiven Corona-Test hat, muss zu Hause bleiben - es sei denn, ein Arztbesuch steht an. Grundsätzlich gilt, dass Sie Ihre Unterkunft erst wieder verlassen dürfen, wenn Sie 48 Stunden symptomfrei sind. Bei der Symptomfreiheit zählen der Geruchs- und Geschmacksverlust nicht mit, da diese häufig über mehrere Wochen bestehen. Die Zeit der sogenannten Absonderung endet frühestens am fünften, spätestens am zehnten Tag. Es muss kein zusätzlicher Test durchgeführt werden, um die Quarantäne zu beenden. Ausnahmen gelten für Menschen in der Pflege, medizinischen Versorgung oder Eingliederungshilfe.

Abgesehen davon sollten enge Kontaktpersonen umgehend informiert werden. Wer mit anderen Menschen in einer Wohnung oder in einem Haus lebt, sollte sich (wenn möglich) von diesen fernhalten. Das positive Testergebnis sollten Sie zwingend aufbewahren, denn es gilt als Nachweis für die Absonderung für den Arbeitgeber. Für das Genesenenzertifikat ist zwingend ein PCR-Test nötig. Ansonsten genügt ein Antigen-Schnelltest beim Arzt oder einem Testzentrum.

Müssen geimpfte Personen mit positivem Testergebnis auch in Quarantäne?

Ja, auch ohne Symptome muss jeder mit einem positiven Test in Quarantäne. Auch geimpfte und genesene Menschen können sich wieder mit Covid-19 anstecken. Der Immunschutz wehrt insbesondere die Virusvariante Omikron nicht immer ab.

Wann muss eine enge Kontaktperson in Quarantäne?

Wenn eine Person mit einer positiv getesteten Person zusammenlebt (ein Hausstand), muss sie nicht mehr in Quarantäne. Gleiches gilt für Personen, die eine mit Corona infizierte Person getroffen haben. Dies gilt unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus der Kontaktperson. Wer Symptome feststellt, sollte sich aber umgehend testen lassen und gilt als Verdachtsperson.

Was muss ich als enge Kontaktperson beachten?

Das Sozialministerium empfiehlt, dass sich enge Kontaktpersonen in den folgenden Tagen besonders vorsichtig verhalten, so wenig Menschen wie möglich treffen, Maske tragen, auf Krankheitssymptome achten und selbst einen Corona-Test in Erwägung ziehen. Von Treffen mit älteren oder kranken Menschen wird abgeraten. Wer Symptome feststellt, sollte sich umgehend testen lassen und gilt als Verdachtsperson.

Was gilt für die Freitestung bei Personen, die im medizinischen Bereich arbeiten?

Wer in der Pflege, der medizinischen Versorgung oder der Eingliederungshilfe arbeitet, braucht einen negativen Test, um wieder arbeiten zu können. Das gilt allerdings nur, wenn die Absonderungszeit nicht die vollen zehn Tage dauern soll. Nach dem Ablauf des zehnten Tages entfällt automatisch auch die Nachweispflicht für ein negatives Testergebnis.

Quelle: MDR (ali/kp)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Nachrichten | 01. September 2022 | 15:00 Uhr

Mehr aus Sachsen