3G am Arbeitsplatz So funktioniert die Testpflicht für ungeimpfte Arbeitnehmer

Jessica Brautzsch
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Vergangene Woche ist das neue Infektionsschutzgesetz beschlossen worden. Eine Neuerung: Auch am Arbeitsplatz gilt künftig 3G. Also geimpft, genesen oder eben getestet. Heißt, ungeimpfte Arbeitnehmer müssen immer mit einem negativen Testergebnis auf Arbeit erscheinen. Doch wie soll das in der Praxis aussehen?

Ein Mann träufelt eine Lösung auf eine Testkassette, die von Covid-19 verursachte Antigene nachweisen kann (gestellte Szene)
Wegen der hohen Corona-Zahlen gilt mit dem neuen Infektionsschutzgesetz künftig die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Bildrechte: dpa

Der Arbeitsweg dürfte für viele ungeimpfte Arbeitnehmer in Zukunft länger dauern. Mit den neuen Maßnahmen wird er häufiger an einem Testzentrum vorbeiführen. Täglich müssen Ungeimpfte ein negatives Corona-Testergebnis mit zur Arbeit bringen. Sachsens Arbeitsminister Martin Dulig sagte dazu: "Täglich testen bedeutet, dass sie entweder in ein Testzentrum gehen und dann einen 24h-gültigen Test ihrem Arbeitgeber vorweisen können. Auch ein kostenpflichtiger PCR-Test in einem Testzentrum ist möglich. Der gilt dann aber für 48 Stunden."

Im Sinne eines Vier-Augen-Prinzips sei es auch möglich, dass vor Arbeitsbeginn geschulte Personen vor Ort einen Schnelltest vornehmen. Letzteres müsse der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern nach aktueller Regelung generell zweimal die Woche anbieten. Darüber hinaus anfallende Kosten – etwa für einen PCR-Test – muss der Arbeitnehmer aber selbst zahlen.

Lange Wartezeiten aufgrund weniger Testzentren

Davon abgesehen gibt es seit wenigen Wochen wieder kostenlose Bürgertests, die auch mehrmals die Woche in Anspruch genommen werden können. Doch sich dort testen zu lassen, dürfte gerade in Gegenden mit wenig Testzentren für Arbeitnehmer einen ziemlichen Aufwand bedeuten.

Diesen müssten Ungeimpfte jetzt aber leisten, sagt Sachsens Arbeitsminister Dulig. Und betont: "Jeder hat das Recht und die freie Wahl, sich impfen zu lassen. Und das ist ein Angebot des Staates, sich kostenfrei impfen zu lassen. Von daher ist es auch eine Entscheidung des Arbeitnehmers, der Arbeitnehmerin, dieses Angebot anzunehmen oder eben die Belastung zu tragen."

IHK befürwortet Regelung, hat aber auch Fragen

Die Industrie- und Handelskammer Leipzig hält die neue Regelung für richtig. Doch in der Umsetzung sind für viele Unternehmen noch Fragen offen, sagt IHK-Präsident Kristian Kirpal:

"Wie gehen wir damit um, dass zum Beispiel Mitarbeiter auf Montage-Einsatz sind, wie wird das gehandhabt, wenn es Außendienstmitarbeiter sind? Also gar nicht im Unternehmen sind. Wie soll das dann dokumentiert werden?"

Finanzielle Konsequenzen für Ungetestete

Generell droht Arbeitnehmern, die ohne Test auf Arbeit erscheinen eine Freistellung ohne Lohn oder im schlimmsten Fall die Kündigung. Dadurch entstünde in Zeiten des Fachkräftemangels eine gewisse Zwickmühle, erklärt IHK-Präsident Kristian Kirpal: "Wir stehen ja grundsätzlich vor einem Fachkräftebedarf. Wir brauchen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Allerdings braucht man auf der anderen Seite, wenn gar kein Einsehen ist, hier auch Werkzeuge, um entsprechend reagieren zu können.

Arbeitgeber müssen Test-Listen führen und aufbewahren

Für die Überprüfung der täglichen Tests ist der Arbeitgeber verantwortlich. Genauso wie für die Dokumentation. Die darf aber recht simpel ausfallen. Auf der Seite des Bundesarbeitsministeriums heißt es, es reiche, am jeweiligen Kontrolltag den Vor- und Zunamen der Beschäftigten auf einer Liste "abzuhaken". Diese Listen wiederum sollen sechs Monate aufgehoben werden. Denn: Unternehmen müssen auch mit Kontrollen durch die örtlichen Gesundheits- und Ordnungsämter rechnen.

In Sachsen sollen zudem Polizeibeamte die Kontrollen begleiten. Sollte sich dann zeigen, dass die täglichen Testkontrollen nicht konsequent durchgeführt wurden, drohen dem Arbeitgeber Bußgelder von bis zu 25.000 Euro.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. November 2021 | 06:00 Uhr

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