Corona-Verordnung Sachsen plant Ausnahmen für Weihnachtsmärkte

Die Corona-Inzidenz in Sachsen liegt über dem Bundesdurchschnitt und auch die Bettenbelegung mit Covid19-Patienten in den Krankenhäusern steigt wieder an. Dennoch soll es mit Blick auf die anstehende Adventszeit Ausnahmen für Weihnachtsmärkte geben.

Sachsen will in der Corona-Pandemie trotz wieder steigender Corona-Infektionszahlen Ausnahmen für Weihnachtsmärkte und Bergparaden ermöglichen. Das kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in Dresden an. Bis zum Erreichen der sogenannten Vorwarnstufe könne auf Regeln wie etwa 3G, Kontakterfassung und Besucher-Höchstgrenzen verzichtet werden. Notwendig sei allerdings ein genehmigtes Hygienekonzept.

Auf den Märkten soll ab 1.000 Gästen eine "Quartierseinteilung" gelten. Dabei seien sogenannte Flanier- und Verweilbereiche zu trennen. Verweilbereiche seien etwa Plätze zum Essen und Trinken an Ständen oder vor Bühnen.

Köpping: Pandemie der Ungeimpften

Das Kabinett hatte sich zunächst auf Eckpunkte für die neue Corona-Schutzverordnung verständigt - beschlossen werden soll diese nach Anhörungen in der nächsten Woche. Gleichzeitig mahnte Köpping angesichts steigender Infektionszahlen zur Vorsicht. 199 Betten seien auf den Normalstationen mit Corona-Patienten belegt sowie 96 Betten auf den Intensivstationen. Es sei jetzt eine Pandemie der Ungeimpften, so Köpping.

Vollständig geimpft sind in Sachsen laut Köpping bisher rund 55,5 Prozent der Bevölkerung. Allein 300.000 der über 60-Jährigen seien nicht geimpft. Bei der derzeitigen Entwicklung geht die Ministerin davon aus, dass Anfang November die Vorwarnstufe erreicht wird.

Bettenbelegung als verbindlicher Wert

Die Vorwarnstufe greift dann, wenn 650 Betten auf den Normalstationen oder 180 Betten auf den Intensivstationen mit Covid-19-Patienten belegt sind. Die Bettenbelegung soll in der neuen Verordnung eine größere Rolle spielen und allein als kritischer Schwellenwert ausreichen, um schärfere Maßnahmen einzuführen. Damit will der Freistaat im Fall eines Anstieges der Infektionszahlen schneller reagieren können. Die neue Corona-Verordnung soll vom 21. Oktober bis zum 17. November gelten, die derzeitige Regelung läuft am 20. Oktober aus.

Quelle: MDR/dpa/epd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 12. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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