Krankenstand SPD-Bildungsexperte gegen vorgezogene Weihnachtsferien

Die Diskussion um vorgezogene Weihnachtsferein wird angesichts hoher Infektionszahlen an den sächsischen Schulen kontrovers geführt. Nachdem die Linken und die Grünen dafür plädiert hatten, kommt aus der SPD Gegenwind.

Ein Mund- und Nasentschutz liegt im Unterricht auf einem Weltatlas.
Bund und Länder sind sich noch nicht einig über einen gemeinsamen vorgezogenen Start in die Weihnachtsferien. Sachsen-Anhalt und Brandenburg haben es schon angekündigt, einige Politiker und die Leopoldina sind bundesweit dafür. In Sachsen gibt es noch keine Entscheidung, aber die Positionen der Parteien werden klarer. Bildrechte: dpa

Die SPD in Sachsen hat sich gegen vorgezogene Weihnachtsferien in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bildung, Gerald Eisenblätter (SPD), sagte am Sonntag, dass vorgezogene Ferien nicht die Lösung seien. "Das konnten wir aus dem letzten Jahr lernen. Einige Familien wurden mit der Situation schlichtweg überfordert. Wir sollten sie nicht erneut in eine solche Situation bringen." Stattdessen sprach er sich für drei fakultative Tage mit fächerverbindendem Projektunterricht oder individuellem Förderunterricht aus.

Auf eine Benotung sollte in den kommenden Wochen verzichtet werden.

Gerald Eisenblätter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Bildung der SPD Sachsen

Dadurch könne der Druck von den Schülerinnen und Schülern, aber auch von den Lehrkräften genommen werden, sagte Eisenblätter. Er verwies auf die Zahl der teilweise oder vollständig geschlossenen Schulen und den hohen Krankenstand bei Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften.

Bildungsexperten der Linken und der Grünen hatten sich zuletzt für vorgezogene Ferien ausgesprochen. Der sächsische Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hatte die Frage bisher offen gelassen und vergangene Woche eine Entscheidung für Anfang Dezember angekündigt.

Christian Piwarz
Der sächsische Kultusminister Christian Piwarz hat sich bisher nicht zu vorgezogenen Weihnachtsferien geäußert. Bildrechte: dpa

Am Montag will der Sächsische Landtag in einer Sondersitzung über die Feststellung der epidemischen Lage im Freistaat entscheiden. Die Landesregierung hatte in ihrem Antrag zur Sondersitzung wiederholt auf die dramatische Lage aufmerksam gemacht. Mit der Feststellung der epidemischen Lage will die Regierung Rechtssicherheit für eine Fortsetzung bestehender Einschränkungen des öffentlichen Lebens und deren mögliche Erweiterungen erlangen. Die Diskussion vorgezogener Weihnachtsferien könnte Teil der Debatte sein.

Quelle: MDR/tfr/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 05. Dezember 2021 | 20:00 Uhr

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