Hörer machen Programm Warum wird bei der Überprüfung von 3G/2G nicht der Ausweis kontrolliert?

Viele Veranstaltungen finden momentan mit der 3G-Regel statt: Einlass gibt es dann nur mit entsprechendem Nachweis über die Impfung, Genesung oder einen tagesaktuellen Test. Einem MDR AKTUELL-Hörer ist aufgefallen, dass bei der Kontrolle des Impfzertifikats häufig nicht der Personalausweis abgeglichen wird. Er fragt sich, warum keine Überprüfung der Identität erfolgt.

Geschäft mit der Aufschrift: Zutritt nur nach 3G Regeln
Seit dem 23. August gilt bundesweit die 3G-Regel – bei niedrigen Inzidenzen kann sie allerdings ausgesetzt werden. Bildrechte: IMAGO / Bihlmayerfotografie

Die 35 ist eine der Kennzahlen in der aktuellen sächsischen Corona-Schutz-Verordnung. Ab dieser Inzidenz greift die 3G-Regelung. Wer dann zum Beispiel in einem Restaurant essen, in einem Club tanzen oder in einem Hotel übernachten will, muss geimpft, getestet oder genesen sein. "Zur Nachweisführung genügt die Gewährung der Einsichtnahme in die Impf-, Genesenen- oder Testnachweise gemeinsam mit einem amtlichen Ausweispapier im Original" heißt es dazu im Text.

Eigenverantwortung der Gäste

Im Falle unseres Hörers ging die Kontrolle bis jetzt allerdings nicht über das Impfzertifikat hinaus. Der Geschäftsführer des sächsischen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), Axel Klein, sagt dazu: "Der Gastwirt ist nicht der Kontrolleur der Gesetze. Jeder Gast – davon gehen wir aus – ist auch freiwillig in der Gaststätte. Jeder Gast kann sich auch selber und möchte sich auch selber schützen. Wir sind nicht die Kontrolleure der Nation."

Eine Auslegung, die die Corona-Schutz-Verordnung eigentlich nicht zulässt, wie das Sozialministerium Sachsen auf Nachfrage schriftlich bestätigt: "Daraus ergibt sich für die Praxis, dass die Inhaber oder Betreiber der betroffenen Einrichtungen/Angeboten Personen, die zwar den Nachweis, jedoch nicht das amtliche Ausweispapier vorweisen können, den Zugang verwehren müssen."

Andernfalls, so heißt es weiter, begingen beide Seiten eine Ordnungswidrigkeit. Für die Betreiberinnen und Betreiber von Kneipen, Clubs oder Restaurants bedeutet das bis zu 500 Euro Bußgeld, für Gäste bis zu 150 Euro. Kontrollieren müssen das die Landkreise und Städte – ob sie das wirklich tun, weiß das Ministerium nicht.

Klein: Vollständige Kontrolle nicht möglich

Axel Klein vom Hotel- und Gaststättenverband räumt ein: Die Gastronominnen und Gastronomen können ihre Gäste schon fragen, ob sie ihnen zusätzlich zum Impfnachweis den Ausweis zeigen. Allerdings sei das aufwändig und verärgere so manchen Gast: "Das ist momentan ein großes Spannungsfeld, weil der Hörer zum Beispiel, den Sie jetzt hatten, sagt: Das ist mir nicht genug Kontrolle. Der andere Hörer würde dann sagen: Moment, das geht mir zu weit. Wieso darf ein Gastwirt meinen Ausweis kontrollieren?"

Die Möglichkeit zu Betrug gebe es immer, so der DEHOGA-Chef. Aber alles hundertprozentig zu kontrollieren – dazu sei man nicht in der Lage.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Oktober 2021 | 07:21 Uhr

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