Uhrmacherkunst Markenschutz für Uhren aus Glashütte

Uhren aus Glashütte - das steht für Wertarbeit, Präzision und Luxus. Ärgerlich ist es für die Unternehmen, wenn immer wieder Fälschungen auf den Markt kommen. Ein spezieller Markenschutz soll ein Vorgehen gegen Plagiate erleichtern.

"Glashütte Original"-Uhr, Modell "PanoLunarTourbillon", Preis: 95.000 EUR.
Uhren aus Glashütte genießen jetzt einen besonderen Markenschutz. Bildrechte: Glashütte Original

Luxusuhren, die in Glashütte hergestellt wurden, sind ab sofort durch ihre Herkunftsangabe besonders geschützt. Das geht aus einer neuen Verordnung hervor, die der Bundesrat am Freitag einstimmig beschlossen hat. Darin wurden verbindliche Anforderungen für die Verwendung der geographischen Herkunftsangabe "Glashütte" für Uhren festgelegt, teilt das sächsische Justizministerium mit.

Fälschungen einen Riegel vorschieben

Die Vorlage, die auf eine Initiative des Freistaates aus dem Jahr 2019 zurückgeht, soll für mehr Rechtssicherheit für die in Glashütte ansässigen Uhrenhersteller sorgen. Sie soll besser vor einer missbräuchlichen Verwendung der Bezeichnung "Hergestellt in Glashütte" schützen, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Der Schutz der Herkunftsangabe 'Glashütte' ist ein großer Erfolg für Sachsen und ein wichtiges Signal für die traditionsreiche Uhrmacherkunst im Osterzgebirge. Die in Glashütte hergestellten Uhren stehen im weltweiten Wettbewerb für eine besondere Qualität und Handwerkskunst.

Michael Kretschmer Sächsischer Ministerpräsident (CDU)

Produktion muss zum größten Teil im Ort erfolgen

Glashütte gehöre damit zu einem kleinen Kreis derjenigen Orte, die eine Sache so erfolgreich und mit einem so hohen Qualitätsanspruch betreiben, dass sie synonym für ihr Handwerk geworden sind, freut sich die sächsische Justizministerin Katja Meier (Die Grünen).

Laut Verordnung dürfen nur noch diejenigen Uhren als in Glashütte hergestellt bezeichnet werden, deren Wertschöpfung zu 50 Prozent in der Stadt Glashütte erfolgt ist. Einige konkrete Produktionsschritte dürfen auch in den Ortsteilen Bärenstein und Lauenstein der Stadt Altenberg und im Gebiet der Stadt Dresden vorgenommen werden.

Es ist eine Wertschätzung für das, was wir hier seit vielen Jahren tun. Und das freut uns sehr.

Uwe Ahrendt Nomos-Chef

Uwe Ahrendt, Geschäftsführer der Uhrenmanufaktur Nomos ist froh, dass künftig die Marke Glashütte nicht einfach so von Trittbrettfahrern benutzt werden kann. Bisher hatte man das Label von Glashütte auf ein Ziffernblatt drucken können und schon hatte man eine Kopie einer Glashütte-Uhr auf dem Markt. Das werde nun mit der Verordnung verhindert.

Glashütte
Uhren, deren Wertschöpfung zu mehr als 50 Prozent in Glashütte erfolgt ist, dürfen das Label "Glashütte" tragen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gleißberg: Uhrenherstellung ist existenziell

Für den Glashütter Bürgermeister Sven Gleißberg (parteilos) bedeutet der Markenschutz eine höhere wirtschaftliche Sicherheit für den Ort. Die Uhrenmanufakturen bildeten vor Ort aus, investierten in ihre Standorte und seien perspektivisch auf der Suche nach Fachkräften. "Ich bin guter Dinge, dass wir weitere Uhrenmacherinnen und Uhrenmacher hier in Glashütte begrüßen können."

Das Herzstück, das Ingangsetzen der Uhr, muss zu 100 Prozent hier in Glashütte erfolgen.

Sven Gleißberg Bürgermeister von Glashütte

Für Uhren steht die Herkunftsangabe "Glashütte" seit dem 19. Jahrhundert in besonderer Weise für deutsche Handwerkskunst und Uhrmachertradition aus dem sächsischen Osterzgebirge.

MDR (ma)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalreport | 11. Februar 2022 | 14:30 Uhr

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