Nach Waldbrand Katastrophenalarm für Bad Schandau aufgehoben

In der Sächsischen Schweiz haben in den vergangenen Wochen Waldbrände gewütet. Seither waren Hunderte Feuerwehrleute aus Sachsen und anderen Bundesländern mit den Löscharbeiten beschäftigt. Jetzt gibt es Entwarnung. Der Katastrophenalarm für Bad Schandau ist aufgehoben, ebenso das Waldbetretungsverbot. Für die Tourismus-Unternehmer in der Region soll ein Härtefallfonds aufgelegt werden.

Ein Löschhubschrauber tankt Wasser in einem Fluss. Am Ufer steht ein Feuerwehrfahrzeug und Einsatzkräfte.
Die Löscharbeiten im Waldbrandgebiet beschränken sich inzwischen auf einzelne Glutnester. Bildrechte: xcitepress

Waldbetretungs- und Feuerwerksverbot aufgehoben

Weil sich die Lage im Waldbrandgebiet in der Sächsischen Schweiz entspannt, ist der Katastrophenalarm für Bad Schandau aufgehoben worden. Damit bestehe keine akute Gefährdung mehr, gab das Landratsamt Pirna bekannt. So falle auch das Betretungsverbot für das Einsatzgebiet weg.

Zugleich widerrief die Behörde das Verbot von Feuerwerken für die Region. "Die prognostizierte Wetterentwicklung sorgt für zwischenzeitliche Abkühlung und Durchfeuchtung der Boden- und Waldlagen." Ein erhöhtes Risiko für die Verursachung von Bränden durch den von Feuerwerken ausgehenden Funkenflug bestehe danach derzeit nicht, hieß es.

Waldbrand in Sächsischer Schweiz weitgehend gelöscht

Der Waldbrand im hinteren Teil der Sächsischen Schweiz ist nach Angaben des Landratsamtes weitgehend gelöscht. Es gebe keine offenen Feuer mehr, sondern nur noch vereinzelte Glutnester. Feuerwehrleute seien vor Ort, um diese Glutnester unschädlich zu machen. Dabei hoffe man auf Unterstützung von oben - in den kommenden Stunden und auch am Wochenende wird Regen in dem Gebiet erwartet. Am Freitagvormittag überzog zumindest ein Nieselregen die Region.

Das Feuer in einem schwer zugänglichen Teil des Nationalparks Sächsische Schweiz war am 25. Juli ausgebrochen und hatte sich auf eine Fläche von etwa 150 Hektar ausgedehnt. Seither waren Hunderte Feuerwehrleute auch aus anderen Teilen Sachsens und Deutschlands mit den Löscharbeiten beschäftigt.

Feuerwehrleute bekämpfen Waldbrand 2 min
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MDR um 2 Mi 17.08.2022 14:00Uhr 02:18 min

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Waldbrandflächen im Nationalpark werden überwacht

Zum weiteren Umgang mit den Brandflächen haben die Stadt Bad Schandau und der Staatsbetrieb Sachsenforst eine Zusammenarbeit vereinbart. "Es ist unser gemeinsames Interesse, den Nationalpark vor einem Wiederaufflammen und weiteren Bränden wirksam zu schützen", erklärte Nationalparkleiter Ulf Zimmermann bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung.

Es ist unser gemeinsames Interesse, den Nationalpark vor einem Wiederaufflammen und weiteren Bränden wirksam zu schützen.

Ulf Zimmermann Leiter des Nationalparks Sächsische Schweiz

Die Stadt Bad Schandau stelle dafür Personal sowie technische Infrastruktur und Geräte zur Verfügung, teilte Sachsenforst mit. Dazu zähle unter anderem das Vorhalten eines Hubschraubers sowie von "Sofort-Reaktionseinheiten", die im Brandfall kurzfristig eingesetzt werden können. Feuerwehrleute der Stadt würden die Nationalparkverwaltung außerdem bei der Brandnachsorge direkt auf der Fläche unterstützen.

Finanzhilfen für Unternehmer in der Waldbrand-Region geplant

Die Staatsregierung will vom Waldbrand betroffenen Unternehmern in der Sächsischen Schweiz finanziell unter die Arme greifen. Eine entsprechende Kabinettsvorlage soll voraussichtlich kommenden Dienstag beschlossen werden, wie ein Sprecher des Kultur- und Tourismusministeriums MDR SACHSEN bestätigte. Demnach sollen mindestens zwei Millionen Euro an Landesmitteln für Hotels, Restaurants und Geschäfte in der Nationalparkregion zur Verfügung stehen.

Betroffene Unternehmer sollen unabhängig der Betriebsgröße Pauschalbeträge bekommen. Wie hoch die Pauschale ausfällt, ist aber noch nicht bekannt. Anspruch haben sollen alle, die im Monat August einen Umsatzrückgang von 30 bis 40 Prozent hatten. Über die endgültige Kennzahl wird noch innerhalb der Staatsregierung verhandelt.

Für Betriebe in Bad Schandau und Sebnitz soll es zudem wegen der größeren Betroffenheit von den Waldbränden eine Ausnahme geben. Dort sollen auch Hilfen für den Monat September gezahlt werden. Um den Tourismus in der Region wieder anzukurbeln, soll auch die Tourismusgesellschaft Sachsen mehr Gelder bekommen. Hotels und Pensionen hatten wegen der Waldbrände massenhaft Stornierungen erhalten. Deshalb bangten viele Betriebe im Gastgewerbe um ihre Existenz.

MDR (kbe/dsc)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Sachsenspiegel | 19. August 2022 | 19:00 Uhr

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