Feuerwehrausrüstung Nach Waldbränden im Sommer: Landesdirektion beschleunigt Bau von Zisternen

Wochenlang haben die Waldbrände im Nationalpark Sächsische Schweiz im Sommer 2022 gewütet. Schon während der Löscharbeiten wurden Forderungen nach Zisternen laut, um die Arbeit der Feuerwehr zu erleichtern. Nun hat die Aufsichtsbehörde den Bau der ersten zwei Löschwasserspeicher im Nationalpark freigegeben.

Eine Feuerwehr löscht einen Waldbrand im Nationalpark Sächsische Schweiz.
Löschhubschrauber holten das Wasser für ihren Einsatz in der Sächsischen Schweiz im Sommer 2022 aus der Elbe. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Während manche Bauverfahren sich zum Ärger der Bauherren über Jahre hinziehen, sind die Behörden bei den geplanten Löschwasserspeichern in der Sächsischen Schweiz zu Tempo angehalten. Rund vier Wochen nachdem der Bauantrag für zwei Zisternen auf dem Gebiet der Gemeinde Hohnstein eingereicht wurde, erteilte die Landesdirektion Sachsen die Freigabe. Das teilte die Aufsichtsbehörde am Mittwoch mit.

Behörde erteilt Blitzgenehmigung und lockert Umweltauflagen

Um das Verfahren zu beschleunigen, hat die Landesdirektion umweltrechtliche Auflagen für den Bau im Naturschutzgebiet gelockert. Damit könne der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge das Verfahren zur Baugenehmigung für die Zisternen fortsetzen, sagte die Behörde. "Dabei ist zu entscheiden, ob das öffentliche Interesse das Naturschutzinteresse überwiegt und das Vorhaben damit trotz bestehender Verbote zugelassen werden kann. Dies war hier der Fall", sagte die Sprecherin der Landesdirektion, Mandy Peschang, MDR SACHSEN.

"Weil der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge eine landschaftsverträgliche und schonende Durchführung plant, ist der Bau der beiden Zisternen auch in streng geschützten Gebieten möglich", bekräftigte Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion Sachsen. Sie lobte die "gute Zusammenarbeit von Planern, der Gemeinde Hohnstein und den beteiligten Behörden", welche die Verfahren beschleunigt und "gute, naturschonende Lösungen" gefunden hätten.

Blick auf Hohnstein in der Sächsischen Schweiz.
Blick auf Hohnstein in der Sächsischen Schweiz. Hier sollen die ersten beiden Löschwasserspeicher gebaut werden. Bildrechte: dpa

Zisternen vollständig versenkbar unter der Erde geplant

So sollen die Zisternen an bereits vorhandenen Zufahrten oder in vorbelasteten Bereichen gebaut werden. Gleichzeitig soll der Bau den Wald, seine Biotope oder andere wertvollen Lebensräume "möglichst wenig" in Anspruch nehmen, so dass wenig Vegetation beseitigt werden muss, erläuterte eine Sprecherin der Landesdirektion diese naturschonenden Lösungen auf Nachfrage von MDR SACHSEN.

"Darüber hinaus wurden an Stellen, bei denen es die Beschaffenheit des Baugrundes zulässt, vollständig versenkbare Zisternen geplant, damit diese optisch in der Landschaft nicht in Erscheinung treten." Als Beispiele nennt die Landesdirektion die Standorte Ziegenrücken und Brandstraße. Am Standort Waitzdorf würde die Zisterne weitgehend, aber nicht vollständig versenkt und teilweise mit Erde bedeckt und bepflanzt geplant.

Was ist eine Zisterne?

Zisternen sind unterirdische, abgeschlossene Wasserspeicher. Häufig werden sie mit Regenwasser gefüllt. Moderne Zisternen werden aus Kunststoffen sowie Beton hergestellt. Große Exemplare können bis zu 120.000 Liter Wasser fassen. In Bereichen mit einer unzureichenden öffentlichen Wasserversorgung dienen Zisternen als Reservoir für Löschwasser. (Quelle: www.bauprofessor.de)

Waldbrand in der sächsischen Schweiz
Im Nationalpark Sächsische Schweiz wurde im Sommer 2022 eine 150 Hektor große Waldfläche von Feuern verwüstet. Bildrechte: dpa

Sieben Löschwasserspeicher in Sächsischer Schweiz geplant

Die Standorte der Löschwasserzisternen waren frühzeitig zwischen dem vom Landkreis beauftragten Planungsbüro und den Naturschutzbehörden abgestimmt worden. Federführend setzt die Gemeinde Hohnstein den Bau um. Laut Landesdirektion ist der Bau von weiteren fünf Löschwasserspeichern auf dem Gebiet des Nationalparks geplant. Die Fertigstellung wird für das Jahr 2023 erwartet. Laut Medienberichten sollen die Löschwasserspeicher rund 600.000 Euro kosten, zu einem großen Teil gefördert vom Freistaat Sachsen.

MDR (wim)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 18. August 2022 | 19:00 Uhr

Mehr aus Dippoldiswalde und Sebnitz

Mehr aus Sachsen