Staatsanwaltschaft Anklage nach Angriffen auf Wachleute und Polizisten in Dresden

Unterlagen und ein Buch 'Strafrecht' liegen vor einem Prozess auf dem Tisch der Anklage im Landgericht Zwickau (Sachsen).
Die Staatsanwaltschaft Dresden hat einen Mann angeklagt, der mehrfach in Dresden und Meißen aggressiv aufgefallen sein soll. Ob es zum Gerichtsverfahren kommt, entscheidet das Amtsgericht Dresden. Bildrechte: dpa

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen einen 36 Jahre alten Russen erhoben. Sie wirft dem Beschuldigten unter anderem versuchte gefährliche Körperverletzung, versuchte Körperverletzung, Sachbeschädigung in sieben Fälle und einen tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte vor. Seit Anfang November sitzt der Mann in Untersuchungshaft, die aktuell als Überhaft gilt, weil er in anderer Sache eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Darum geht es im Detail laut Anklage:

  • Der Beschuldigte soll sich am 17. August 2021 in der Altmarktgalerie Dresden ohne Mund-Nasen-Bedeckung aufgehalten haben. Als ihn zwei Sicherheitsmitarbeiter zum Maske-Tragen aufforderten, soll er in deren Richtung getreten und geschlagen haben. Die Security-Mitarbeiter konnten dem Angriff ausweichen.
  • Am 6. September soll der Beschuldigte in einer von ihm bewohnten Asylunterkunft in Radebeul ein Steuermodul der Fußbodenheizung aus der Wand gerissen und auf einen Mitbewohner geworfen haben, weil der ihm keine Zigaretten geben wollte. Sachschaden: rund 200 Euro.
  • Zwischen dem 5. August und 29. September hat der Beschuldigte laut Anklage in der Asylunterkunft ohne Anlass in drei Fällen Brandmeldeanlagen zerstört, eine Toilettentür eingetreten, zwei Wasserhähne verbogen und mehrere Schränke aus seinem Zimmer geworfen. Sachschäden: etwa 2.000 Euro.
  • Am 5. Oktober soll er die Ausländerbehörde Meißen trotz Aufforderung des Sicherheitsdienstes nicht verlassen haben. Herbeigerufene Polizeibeamte zur Durchsetzung eines Platzverweises soll der Beschuldigte unvermittelt getreten und geschlagen, ohne diese zu treffen. Dabei ging eine 400 Euro teure Brille kaputt.

Wird ein Hauptverfahren eröffnet?

Der 36-Jährige habe sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert, so die Staatsanwaltschaft. Das Amtsgericht Dresden wird über den Beginn eines Hauptverfahrens und die Zulassung der Anklage entscheiden und dann auch einen Termin bestimmen.

Quelle: MDR/kk

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