Jahresbericht 2021 Viel mehr Pannen und Nachfragen beim Datenschutz in Sachsen

In Sachsen gab es 2021 viel mehr Datenpannen als in den Vorjahren. Die Datenschutzbeauftragte wertet das als Zeichen der weiteren Digitalisierung des Alltags. Viele Kontrollen der Datenschützerinnen und -schützer standen aber auch im Zusammenhang mit Corona. Informationen und Daten dazu dürfen nicht unbegrenzt aufgehoben werden.

App von WhatsApp auf einem Smartphone mit einem Notizzettel und der Aufschrift Datenschutz?
Wer darf was und wieviel von mir wissen - der Chef auf Arbeit, in Restaurants, Firmen im Internet? All diese Fragen beschäftigten Menschen 2021, die die Sächsische Datenschutzbeauftragte anfragten. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Auf dieser Seite:

Der Sächsischen Datenschutzbeauftragten sind zum Vorjahr 923 Datenschutzverletzungen gemeldet worden. Im Vergleich zu 2020 entspricht das einer Steigerung um rund 45 Prozent. Das ist ein Ergebnis des Jahresberichts, den die Sächsische Datenschutzbeauftragte, Juliane Hundert, am Dienstag vorgestellt hat. "Wie in der Vergangenheit bereits prognostiziert, steigt angesichts der fortschreitenden Digitalisierung auch das Risiko für Datenpannen", sagte sie.

Rund ein Drittel dieser Datenschutzverletzungen seien auf Cyberkriminalität zurückzuführen. Häufig handelte es sich aber auch nur um Fehlversand, offene E-Mail-Verteiler oder Daten, die auf dem Postweg wegkamen. Zu den besonderen Vorfällen zählten im März 2021 die Sicherheitslücken in der E-Mailsoftware von Microsoft (Exchange-Server).

Mehr Nachfragen zum Umgang mit Daten

Zudem hätten 2021 mehr als 1.100 Beratungen zu Datenschutzfragen stattgefunden. Das sind neun Prozent mehr als 2020 - und fast genau so viele wie im Jahr 2018, als die vielfach diskutierte Datenschutz-Grundverordnung in Kraft trat. Die mehr als 200 Seiten umfassende Bilanz beruhe im Wesentlichen noch auf der Arbeit der Datenschutzbehörde unter Amtsvorgänger Andreas Schurig, hieß es. Dessen Dienst endete Silvester 2021.

Was wird aus den Datensammlungen zu Corona?

Viele Sorgen und Nachfragen habe es wegen der Datenspeicherung im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegeben. Juliane Hundert nannte beispielhaft die Testpflicht für Urlaubsrückkehrer, 3G-Regeln am Arbeitsplatz, Tests in Schulklassen und die Quarantäne-Kontrolle durch Polizeibedienstete. Dazu sagte die Datenschutzbeauftragte: "Unternehmen und Behörden haben noch vorhandene Corona-Datenbestände umgehend zu überprüfen und nicht mehr erforderliche Daten zu löschen. Für die Kontaktnachverfolgung, wie sie beispielsweise in Restaurants oder Behörden üblich war, gibt es inzwischen keine gesetzliche Grundlage mehr."

Zutrittskontrollen zum Arbeitsplatz seien ebenfalls entfallen, denn Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dürfen den Impf-, Genesenen- und Teststatus von Beschäftigten grundsätzlich nicht mehr abfragen. Davon ausgenommen sind Einrichtungen und Firmen des Gesundheitswesens.

Gesundheitsdaten fachgerecht vernichten

Weil es sich bei den zu löschenden Daten und Unterlagen oft um besonders schützenswerte Gesundheitsdaten handelt, dürften die "nicht einfach in den Papierkorb geworfen werden, sondern sind fachgerecht zu vernichten". Bei Unklarheiten sollten Firmen frühzeitig ihre Datenschutzbeauftragten ansprechen oder sich Hilfe holen - auch bei der Datenschutzbeauftragten in Dresden.

Dr. Juliane Hundert, Sächsische Datenschutzbeauftragte
Bildrechte: Juliane Hundert

Unternehmen und Behörden haben noch vorhandene Corona-Datenbestände umgehend zu überprüfen und nicht mehr erforderliche Daten zu löschen. Für die Kontaktnachverfolgung, wie sie beispielsweise in Restaurants oder Behörden üblich war, gibt es inzwischen keine gesetzliche Grundlage mehr.

Dr. Juliane Hundert Sächsische Datenschutzbeauftragte

Viele Beschwerden zu Cookies und Tracking

Mit 1.254 Beschwerden und Hinweisen zu Datenschutzverstößen lag das Niveau auf dem des Jahres 2020. Ein Teil davon bezog sich auf soziale Medien. Juliane Hundert empfiehlt daher: "Betreiber von Websites und Apps sollten die Verwendung von Cookies und anderen Technologien dringend überprüfen. Der häufig unrechtmäßige Einsatz von Tracking- und Zusatzdiensten offenbart Informationsdefizite bei den Verantwortlichen. Hier liegt noch viel Aufklärungsarbeit vor uns."

MDR (kk)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 24. Mai 2022 | 19:00 Uhr

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/f4142cc8-4fba-41a6-83be-6fb0a12983f7 was not found on this server.

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen

Mitarbeiterin der Tafel gibt Lebensmittel aus 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Moderne Fahrradstation am Görlitzer Bahnhof eingeweiht 1 min
Moderne Fahrradstation am Görlitzer Bahnhof eingeweiht Bildrechte: mdr
1 min 29.06.2022 | 17:51 Uhr

In Görlitz wurde eine Fahrradstation eingeweiht, die modernen Ansprüchen genügen soll. Sie befindet sich im Personentunnel am Bahnhof und bietet 30 Fahrradparkplätze und sechs Stellplätze für Lastenräder.

Mi 29.06.2022 17:00Uhr 00:41 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/bautzen/goerlitz-weisswasser-zittau/video-fahrrad-parkplatz-station-goerlitz-bahnhof-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video