Hochwasserkatastrophe Sachsen spenden halbe Million für Flutopfer

Im Sommer 2021 starben durch das verheerende Hochwasser in Deutschland mehr als 180 Menschen. Ganze Städte wurden zerstört. Besonders betroffen waren Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Bilder von dort lösten eine Welle der Hilfsbereitschaft aus, auch in Sachsen. Jetzt wurden Spendengelder aus Dresden überreicht - in Summe knapp 500.000 Euro, von der Stadt und SachsenEnergie.

Übergabe der Spende an die Bürgermeisterin von Bad Münstereifel, Sabine Preiser-Marian Bilder.
150.000 Euro überreichte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert an Sabine Preiser-Marian, Bürgermeisterin der Stadt Bad Münstereifel, für den Wiederaufbau. Bildrechte: Pressestelle Stadt Dresden/Schulz

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat Anfang der Woche in Bad Münstereifel und Swisttal in Nordrhein-Westfalen Spenden für die Opfer der dortigen Flutkatastrophe überreicht. Mehr als 2.500 Spenderinnen und Spender waren in Dresden einem Hilfsaufruf gefolgt. Rund 387.000 Euro waren zusammengekommen.

Wir selbst hatten während der Elbe- und Weißeritzhochwasser unglaubliche Solidarität erlebt. Neben den wichtigen finanziellen Spenden kamen Männer und Frauen aus der ganzen Republik, um mit anzupacken und brachten viele Sachspenden mit. Wir wissen: Jedes Zeichen der Solidarität hilft!

Dirk Hilbert Oberbürgermeister Dresden

Bad Münstereifel: Schäden von über 130 Millionen Euro

Von der Gesamtsumme überreichte Hilbert 150.000 Euro an Sabine Preiser-Marian, Bürgermeisterin der Stadt Bad Münstereifel. Die Erft hatte hier weite Teile der historischen Innenstadt zerstört. Alleine an der kommunalen Infrastruktur entstand ein Schaden von 130 Millionen Euro. Das Geld aus Dresden werde für die Sanierung des Bürgerbüros im historischen Rathaus verwendet, informierte der Dresdner OB. "Damit wird ein dringend benötigter Anlaufpunkt für die Bürgerinnen und Bürger, aber auch für Touristen geschaffen."

Hilbert: "Besondere Beziehung zur Gemeinde Swisttal"

Die Gemeinde Swisttal erhielt 237.000 Euro für den Aufbau der Grundschule Heimerzheim und die Errichtung eines Treffpunktes für Jugendliche. "Der Kontakt nach Swisttal ist ein ganz besonderer", erklärte Hilbert. "Weil die Gemeinde Hochkirch bei Bautzen eine Partnerschaft mit Swisttal unterhält, fragte das Landratsamt Bautzen bei uns an, ob wir mit unserer Spendenaktion unterstützen können. Gleichzeitig meldete sich das Rathaus Pirna mit dem gleichen Anliegen."

Übergabe der Spende in der Gemeinde Swisttal
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert überreicht die Spendengelder an die Swisttaler Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner. Bildrechte: Pressestelle Stadt Dresden/Schulz

Die Swisttaler Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner war jahrelang Rechtsamtsleiterin der Stadt Pirna. "Da haben wir uns sofort entschlossen, in Swisttal zu helfen", so Hilbert. Die Bürgermeisterin nahm die Spende aus Dresden dankbar entgehen. "Durch die Unterstützung ist es uns möglich, den Menschen einen Lichtblick zu geben und aufzuzeigen, dass sie nicht alleine sind."

Mitarbeiter von Sachsen-Energie wandeln Überstunden in Geld um

Auch der ostsächsische Kommunalversorger Sachsen-Energie hat für die Hochwasseropfer gesammelt. Wie das Unternehmen mitteilte, hatten die Mitarbeiter dafür ihre aufgelaufenen Überstunden in Geld umwandeln lassen. So kamen rund 47.500 Euro zusammen. Das Unternehmen verdoppelte die Summe, rundete auf und mit einer weiteren Spendensammlung wurden es letztlich 110.000 Euro.

Das Geld kommt dem Ahrtal in Rheinland-Pfalz zu Gute. Bei den schweren Unwettern im Westen Deutschlands im vergangenen Juli waren allein hier 134 Menschen ums Leben gekommen. Weite Teile des Tals wurden verwüstet.

40.000 Euro aus Sachsen gehen nun dort an die Grundschule Bad Neuenahr, weitere 40.000 Euro an die Spielgemeinschaft Ahrtal, deren Trainingsanlagen und Plätze in der Flutnacht schwer zerstört worden waren. Von den restlichen 30.000 Euro profitiert der Spendentopf des Landkreises Ahrweiler. Die Mittel aus diesem Fonds sollen künftig für Projekte und Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau des Ahrtals genutzt werden – und somit ebenfalls die Betroffenen unterstützen.

Quelle: MDR(lt)

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen

Bild einer Hand 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK