Exklusive Einblicke Nach Einbruch ins Grüne Gewölbe: Puzzlearbeit der Polizei im Verborgenen

Über den Einbruch ins Historische Grüne Gewölbe am 25. November 2019 berichteten Medien in der ganzen Welt. Dank akribischer Ermittlungsarbeit konnte ein Teil der mutmaßlichen Täter gefasst werden. Sechs Männer warten derzeit im Gefängnis auf ihren Prozess. Immer wieder sind neue, bisher unbekannte Informationen zum Diebstahl durchgesickert. Der MDR SACHSENSPIEGEL hat exklusive Bilder von Ermittlungsarbeiten und Beweismitteln drehen können und ist dabei auf erstaunliche Infos gestoßen.

Grünes Gewölbe in Einhausung
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Genau zwei Jahre nach dem Einbruch in Sachsens Schatzkammer "Grünes Gewölbe" gibt es sechs Beschuldigte, die auf ihren Prozess warten. Ermittler müssen viele Puzzlesteine zusammenzusetzen, in der Öffentlichkeit gibt es offene Fragen zum Tathergang und zur Sicherheit am Schloss. Der MDR SACHSENSPIEGEL hat mit der Dresdner Polizei darüber gesprochen und auch zwei Autos gefilmt, die akribisch untersucht wurden und die Fluchtfahrzeuge der Gewölbe-Einbrecher sein sollen.

Der Laie wird vielleicht denken, dass so ein ausgebranntes Auto nur ein Haufen Blech ist. Das ist für uns nicht so. Für die Kriminaltechnik bietet so ein Fahrzeug einige Ansätze.

Thomas Geithner Sprecher Polizeidirektion Dresden

Zwei Autowracks als Beweismittel

Ein Auto war in einer Tiefgarage eines Wohnhauses in Dresden unmittelbar nach dem Diebstahl angezündet worden. Darin fanden sich zwei geladene Waffen, heißt es in Dresden. Ein zweites Auto, ein Mercedes, wurde später in Berlin unverschlossen von der Polizei gefunden und konfisziert. Kurz darauf zündeten Unbekannte das Auto auf dem Sicherstellungsgelände der Polizei an. Trotzdem konnten Beamte der Spurensuche Details herausfinden: DNA-Spuren, die zum Remmo-Clan in Berlin und damit auch zu den Beschuldigten führten sowie Beweise, dass der Mercedes als getarntes Taxi mit gefälschtem Nummernschild mehrmals vor dem Grünen Gewölbe stand.

Polizei wertet Daten von mehr als 100 Handys aus

Laut Polizei wurden mehr als 100 Handys untersucht und ausgewertet. Medienberichten zufolge, sollen die Telefondaten belegen, dass die Täter mehrmals vor dem Einbruch vor zwei Jahren am Schloss waren und dort die Mauer überkletterten - unbemerkt. Dabei sollen sie das Stück vom Fenstergitter herausgeschnitten und es bis zum Einbruch am 25. November 2019 mit Kleber befestigt haben. Offiziell bestätigen die Ermittler das derzeit nicht. Sie vertrösteten die MDR-Reporter auf die Zeit nach einer rechtskräftigen Verurteilung.

Der Einbruch als Politikum

Mit solchen Details und Fragen zur Sicherheit am Gebäude beschäftigt sich auch der Linken-Landtagsabgeordnete Rico Gebhardt. Er hat mittlerweile drei Kleine Anfragen an die Landesregierung zum genauen Tatablauf gestellt. Der MDR SACHSENSPIEGEL berichtet am Mittwochabend darüber.

Das Ärgerliche ist ja, dass man der Staatsregierung alles aus der Nase ziehen muss. Es ist ja nicht so, dass die Staatsregierung auf die Idee gekommen wäre, die Abgeordneten darüber zu informieren, dass es jetzt neue Erkenntnisse gibt oder dass die Ermittlungsbehörden neue Erkenntnisse gewonnen haben.

Rico Gebhardt Linken-Abgeordneter im Sächsischen Landtag

Quellen: MDR/kk/Heike Römer-Menschel

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 24. November 2021 | 19:00 Uhr

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