Investitionsentscheidung Wasserstoffanlagen-Firma Sunfire aus Dresden plant neues Werk

2010 ging die Dresdner Firma Sunfire mit dem Ziel an den Start, aus Strom synthetische Kraftstoffe herzustellen. Nun konzentriert sie sich auf Anlagen zur Wasserstoffproduktion - und will 100 Millionen Euro investieren. Das geplante neue Werk soll in Deutschland entstehen, in Dresden verstärkt geforscht und entwickelt werden.

Eine Anlage zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe steht auf dem Werksgelände von Sunfire vor dem Gasometer.
Am Sunfire-Hauptsitz Dresden betreibt die Firma eine Pilotanlage zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe. Bildrechte: dpa

Das Hightech-Unternehmen Sunfire hat den Bau eines Werkes angekündigt, in dem Anlagen zum Erzeugen von Wasserstoff hergestellt werden. Wie Geschäftsführer Nils Aldag am Donnerstag mitteilte, sind Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro geplant. Der Standort des neuen Werkes wird demnach in Deutschland sein - wo genau, will Sunfire bis zum Jahresende bekanntgeben.

Nur ein Zwischenziel

Mit der Inbetriebnahme des neuen Werks 2023 will die Firma ihre jährliche Produktionskapazität von sogenannten Alkali-Elektrolyseuren von derzeit 40 zunächst auf 500 Megawatt steigern. Ein weiterer Anstieg auf ein Gigawatt wird schon jetzt geplant, ist aber dem Unternehmen zufolge noch von Finanzierung abhängig, unter anderem von Fördermitteln aus dem EU-Wasserstoffprojekt "IPCEI".

Dresden bleibt Hauptsitz

Sunfire will zugleich mehr Mitarbeiter einstellen. Ihre Zahl soll demnach in den kommenden beiden Jahren auf mehr als 400 steigen. Derzeit sind es rund 260. Die allermeisten von ihnen sind am Hauptsitz in Dresden beschäftigt. Auch hier will das Unternehmen weiter investieren, wie Sprecherin Laura Ziegler MDR SACHSEN sagte, hauptsächlich aber in Forschung und Entwicklung. Für ein Industriewerk wie das aktuell geplante und mögliche weitere sei ein Stadtgebiet als Standort ungeeignet.

Ursprungsziel: Power to liquid

Eigentlich ist Sunfire Spezialist für die Hochtemperatur-Elektrolyse, die stromsparender und effizienter ist als andere Verfahren. Da sich diese junge Technologie aber im industriellen Maßstab noch nicht durchgesetzt hat, will sich das Unternehmen zunächst mit Vorrichtungen für die bereits bewährte Alkali-Elektrolyse Marktanteile auf dem boomenden Wasserstoffmarkt sichern. Ursprünglich war das Unternehmen 2010 mit dem Ziel gegründet worden, Benzin, Diesel oder Kerosin synthetisch herzustellen. Eine Vorstufe dazu ist die Wasserstofferzeugung, auf die sich Sunfire nun ganz konzentriert. Bisher wurden Firmenangaben zufolge rund 70 kleinere Projekte in 24 verschiedenen Ländern umgesetzt.

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Rergionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 07. Oktober 2021 | 09:30 Uhr

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